Freitag, 6. April 2012

Hasen, Eier, Psychologie

Falls ihr verhindert wart und die Woche vor Ostern mehr arbeiten musstet als sonst, weil ihr ja die beiden Feiertage "wettmachen" musstet, hier die alljährliche Übersicht an Oster-Meldungen, die ihr vielleicht verpasst habt.

- Jaaa, der Eier-Preis hat sich zu den Feiertagen nicht erhöht!

- Es ist nach wie vor unklar, wie es zu dem Brauch des Eier legenden Hasen kam. Aber bemerkenswert ist vielleicht, dass der Hase auch sonst in unserer Sprache ziemlich vertreten ist.


Warum eigentlich?


Alter Hase
Angsthase
Betthase (!), auch gern Betthäschen genannt
Da liegt der Hase im Pfeffer
Falscher Hase
Mein Name ist Hase
Hasenfuß
Wissen, wie der Hase läuft....

- Und schließlich darf eine wissenschaftliche Oster-Allerwelts-Aussage nicht fehlen: Laut einer Psychologin* der Universität Texas, Austin, sei der Glaube an den Osterhasen gut für die kognitive Entwicklung eines Kindes. Das rege die Fantasie an und lasse Kinder "Möglichkeiten erwägen, die in der realen Welt nicht existieren".


Wieso?
An den Osterhasen muss man doch nicht glauben! Der ist doch überall deutlich zu sehen!!!!

In diesem Sinne: Frohe Ostern für euch!













* Jacqueline Woolley

Donnerstag, 5. April 2012

Strumpfabteilung. Cool?

Über-Strümpfe (?):
Emilio Cavallini
Sind das noch Strumpfhosen? Und kann man ein Tattoo mittels Seidenstrumpfhose herbeischummeln?

JanaBlog war zufällig in der Karstadt-Strumpfabteilung unterwegs, und da fragte sie sich:
Wo auf der Coolness-Skala befinden sich diese -- Über-Strümpfe? Nicht "Über", weil sie so mega-toll wären, sondern wirklich, weil sie über schwarzen Strumpfhosen getragen werden. Hoffentlich.

Das zarte Gesichtstattoo könnte tatsächlich eine neue Richtung im Strumpfgeschäft werden, denn es könnte eine neue Art sein, auf den Tattoo-Zug aufzuspringen.
Coolness-Faktor? Seeeehr mittel.



Strumpfhose: Oroblu














Auf keinen Fall bitte das dritte Beispiel nachmachen: nicht nur, dass die spießige klassische Seidenstrumpfhose ein krasser Gegensatz zu diesem an sich nicht hässlichen Tattoo-Fake steht, sondern ein weiteres No-Go natürlich -- na, wem fällt das noch auf?

Na klar! Nie in Peeptoes Strumfphosen, gar mit Naht....


Oder wo auf einer Coolness-Skala würdet ihr denn diese Neuheiten einordnen?

Strumpfhose: Oroblu

Dienstag, 3. April 2012

Smartphone-Kamikaze. Noch.

Paul und Margaret Hockney 2009
Computer-Zeichnung von David Hockney
Mit Smartphone in der Hand, immer online und innerlich nur halb da: auch beim Treffen mit anderen Menschen dauernd das Smartphone benutzen, oder sogar während des Badens eigener Kinder*. Oder so, wie es David Hockney auf diesem Bild, als einer der ersten zeitgenössischen Künstler wundervoll plastisch zeigt (Hockney hat es übrigens als Trendsetter von vornherein auf einem Smartphone gemalt.)

Unhöflich? Wer sagt denn das?

Also der Reihe nach:
Wie sind wir da nur hineingeraten?

Durch einen begeisterten Kamikaze-Flug, kopfüber hinein ins neue Mobil-Online-Paradies.

Und wie kommen wir da wieder raus, falls wir es überhaupt wollen? Falls wir es wirklich als unhöflich empfinden, oder an uns selbst beobachten, dass wir zerstreut und fahrig werden, gibt es bestimmt noch viele unbekannte Wege.

Einer ist sich zeitweise eine digitale Diät zu verordnen. Heißt einfach: immer wieder abschalten. (Und ja, diese Aufgabenstellung gab es bereits in der Menschheitsgeschichte, zum Beispiel mit dem Fernsehen!)

Aber im Berufsleben?
Da kann man es nicht allein schaffen
. Laut Leslie A. Perlow von der Harvard Business School** ist dies nur dadurch möglich, dass die betreffende Gruppe, also Firma, (oder, JanaBlog: am besten die ganze Wirtschaftswelt, in einer idealen Welt ohne Zeitzonen!) sich neue Regeln auferlegt. Am Beispiel der Hochleistungs-Unternehmensberatung BCG zeigt Perlow (sogar mit Anleitung zum selber-machen), dass es funktionieren kann. Und dass nicht nur der Burnout weniger wurde, sondern dabei auch andere positive Auswirkungen insbesondere auf Recruiting und Kunden herauskamen.

Und privat? In Kommunikations-Situationen? Müssen wir zähneknirschend hinnehmen, dass unsere Gegenüber immer wieder auf den kleinen Bildschirm blicken?

Mal sehen: Es gibt (sogar ein paar junge)Leute, die auf ein Smartphone ganz verzichten, mit antiken Retro-Handys herumlaufen und das als cool verkaufen.
Aber das könnte auch nur eine Flucht davor sein, sich selbst zu organisieren und dazu beizutragen, dass wir eine neue Höflichkeit einführen.

Wie die neue Höflichkeit mit Smartphones aussehen wird?

Das bleibt uns als Gesellschaft überlassen, darauf müssen wir uns, wie auf so vieles, einfach einigen.

Aber das haben wir auch schon mit anderen Höflichkeitsthemen geschafft, oder?

Was meint ihr: Welche Regeln sollten wir einführen?
Oder habt ihr schon welche, die ihr selbst und eure Gesprächspartner befolgen müssen?

Seid ihr also die Pioniere der neuen Smartphone-Höflichkeit?










* Der berühmte Schriftsteller Jonathan Safran Foer berichtet dies von sich selbst!
Zitiert in New York Times vom 23.3.2012, "A Smartphone Future? But Not Yet"  von Teddy Wayne.

** in ihrem bald erscheinenden Buch "Sleeping with Your Smartphone: How to Break the 24/7 Habit and Change the Way You Work".

Sonntag, 1. April 2012

Apple-Slapstick

Eine 83-jährige Frau verklagt Apple auf eine Million Dollar, weil sie in Long Island gegen die Glasscheibe eines Applestores gelaufen sein soll und sich dabei die Nase gebrochen haben soll. Ihre Sehkraft sei in Ordnung, aber die Glasscheibe sei einfach unsichtbar gewesen.
(Und nein, dies ist kein Aprilscherz!)

Hah! Wo ich überall gegen laufen könnte! Zum Beispiel diese Glasscheibe in New York. Ich saß hier innen, habe es also unversehrt hineingeschafft. Wenn man ganz genau hinsieht, sieht man in der Mitte ein rätselhaftes Zeichen aufgeklebt, soll das eine Warnung vor dem Glas sein??

Leute, wir leben in einem Land, in dem ein Zahnarzt sogar ein Stück Bohrer im Kiefer seines Patienten lassen kann, ohne dass man ihn verklagen kann*. Deshalb meine Idee sofort: nehmt eure Freunde, fliegt ruhig erste Kasse nach New York, ab nach Long Island, und schnell gegen die Glasscheibe laufen! Eine reparierbar gebrochene Nase muss euch schon eine Million Dollar wert sein, und ohne Zweifel: je mehr Menschen das gleiche passiert, desto klarer, dass es ein Konstruktionsfehler ist.

Aber oh weh: wir sind zu spät! Apple hat prompt reagiert und nicht nur an der betreffenden, sondern an den meisten Filialen bereits Sticker angebracht, um eine Wiederholung zu verhindern.

Tja, schön werden die Sticker für den coolen architektonischen Gesamteindruck wohl nicht sein...
Oder soll dies die Lösung sein? Im Hamburger Store stehen diese Säulen vor dem Glas und wenn man ganz genau hinsieht ist ironischerweise die folgende Aufschrift zu lesen: Sehvolutionär, das Neue iPad.