Dienstag, 29. August 2017

Be real






Wir machen uns so sehr vor, dass es auf die inneren Werte ankommt
dass es schon lustig ist – und merken es nicht mal!


Design: Benefit San Francisco

Klar, wir wollen alle echt, authentisch sein, und wir möchten auch generell möglichst die unverfälschte Version unseres Gegenübers/Superstars/Reality-TV-Teilnehmers sehen. Mit den entsprechenden Slogans übertreiben wir aber ganz schön. Denn 
der Aufruf "real"/echt zu sein ist auf Produkten für einen Kosmetikladen 
doch ziemlich witzig platziert, (in diesem Fall  Benefit, San Francisco*). Dessen einziger Zweck ist ja schließlich unser Aussehen zu manipulieren, un-echt zu machen:
  

Design: Benefit San Francisco


Design: Benefit San Francisco

Genauso merkwürdig ist es, so zu tun, als ob ein Hautarzt-/medizinische Kosmetik-Institut in Wirklichkeit ein Spezialist für Gesundheit-/Psychologie/-Coaching wäre (in diesem Fall das ansonsten sehr empfehlenswerte Dermatologikum Hamburg**).

Die Message auf die es diesem Institut ankommt ist clever unter Punkt 6 versteckt:
  



(Der Punkt 5,“Tan carefully“ ist in einer Hautarzt-Praxis übrigens problematisch, siehe/google „Hautkrebs durch Sonnenbank“. Es wegzulassen kann sich aber eine Wohlfühl-Dermatologie-Firma vermeintlich nicht leisten?

Die Vorderseite der aufwendig gestalteten Dermatologikum-Karton-Karte findet dann überraschenderweise auf Deutsch statt:




Denn dass sich die Beschriftungen dieser allesamt in Deutschland befindlichen Aufrufe natürlich nur auf Englisch abspielen, versteht sich von selbst (da hält sich lieber auch JanaBlog mit Übersetzungen ins Deutsche zurück).

Und wer heute nicht einen





aufzuweisen hat, der hat schon verloren.

Jetzt werdet ihr sagen, das ist doch okay, diese Berufs-Erfindung
personal aesthetic upgrade lifestyle assistant,
was soll die Frau machen, sie heißt doch Paula!:




Aber was ist das? Paula scheint ein Kunstprodukt zu sein, und aus Katrin Büttner*** kann man anscheinend nicht so leicht eine stylische (englische!) Berufsbezeichnung machen...:




Versteht mich richtig, liebe JanaBlog-Follower, äußere Verschönerung ist ja völlig in Ordnung. Nur könnten wir dabei vielleicht uns selbst gegenüber ehrlich sein,
oder anders gesagt:


BE REAL



  


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Freitag, 2. Juni 2017

Retro aktuell

(Oder: Pizza hilft)





Jeder Trend hat gleichzeitig einen Gegen-Trend – 
auch in der physischen Welt:

Bei euch öffnen nur noch Burgerläden? In Zeiten des Aufstiegs der veganen Restaurants und glutenfreien/Supermärkte*? Gegenbewegung.

Plötzlich tragen/trugen alle Männer Bärte? Wo sie sich doch eigentlich komplett rasieren und weicher werden sollten? 
Gegenbewegung.

Schön ist dabei, wenn eine (Retro-)Gegenbewegung ironisch rüberkommt:




Bastel-Ecke: niedlich









Ob tatsächlich jemand Emojis auf Papier-Briefe klebt und ein Einhorn stickt ist unklar, aber ein ironisches Geschenk für Etsy-Freunde ergibt das allemal. Alles gesehen in der legendären Buchhandlung http://www.strandbooks.com/

Noch besser ist, wenn die Gegenbewegung nicht nur ironisch, sondern sogar selbstironisch ist:
  
Schlankheits-Orientierung: verzweifelt



Die Matzo Chips sind ein interessantes Produkt, Verzeihung: Projekt: 
einerseits versuchen Verpackung und Website ironisch damit umzugehen, dass Chips nicht gerade Schlankheits-fördernd sind, andererseits bieten diese Cracker angeblich einfach alles : koscher, vegan, ohne Nüsse, ohne Milchprodukte – und betonen dabei, dass es tatsächlich überraschend ist, dass das auch noch schmeckt!

Andere versuchen es mit Retro-Total, oder zelebrieren die bösen bösen Kohlenhydrate als Gourmet-Essen:








Selbsthilfe: verzögert.

In Amerika, wo all die Ich-Kann-Alles-Wenn-Ich-Nur-Will-Selbsthilfe-Bücher herkommen, wird nun sogar von den Buchhandlungen – bzw. von der besten Buchhandlung der Welt
 die Gegen-Welle erfolgreich – und selbstironisch – gefördert:





(Zur oberen Reihe der Selbst-Stärkung kann JanaBlog nichts aus eigener Erfahrung sagen, aber die untere Reihe sind großartige Bücher!**)


Der Gewinner des JanaBlog--Titels „Retro-Meister der Selbstironie“ 

kommt ausgerechnet aus dem schicken gesundheitsbewussten Brooklyn:





Der Witz: Kennaland ist überhaupt kein Pizza-Laden, sondern ein schicker Hairsalon! (http://www.kennaland.com/hairsalon-brooklyn/)

Bietet sozusagen food for thought
während drin schlanke Supermodels gestylt werden...







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Mittwoch, 3. Mai 2017

Falsches Drehbuch






Schauen wir zu viel Tatort und gefährden uns DESHALB mit falscher Zivilcourage?

Wie aktuell all die gutgläubigen Frauen, die überfallen und vergewaltigt wurden, nachdem sie bei Dunkelheit mit falschen Hilferufen in einen Park oder ein Parkhaus gelockt worden waren*?

Ob diejenigen, die in gefährlichen Situationen zu mutig reagieren es sich im Fernsehen abgeschaut haben, weiß JanaBlog nicht. Auf alle Fälle

haben sie es tausendmal in Filmen gesehen, dieses Drehbuch-typische
„Man-denkt-nicht-nach-sondern-GEHT-HIN“:

Irgendwo schreit jemand, es gibt ein auffälliges Knacken im Wald, der Jogger/Spaziergänger/das zukünftige Opfer (oder mit Glück nur: Leichen-Entdecker) geht auch nachts hin, allein natürlich.

Oder die Hauptrollen-Träger schlafen zu Hause und hören ein Geräusch. Was machen selbst Frauen? (Schicken ihren Mann mit einem Baseball-Schläger los in die Dunkelheit zum Nachschauen – schlimm genug – oder) gehen selber HIN! Statt die Polizei zu rufen, sich zu verstecken, sich im Bett schlafend zu stellen um die Einbrecher nicht zu provozieren, durch einen Hinterausgang zu flüchten oder, oder …

Prägen uns all die Krimis ungünstig mit Drehbüchern, die einfach nur
auf billige unrealistische aber
fürs Drama praktische Wendepunkte aus sind?

Oder zeigen all die Filme und Serien nur, wie doof wir Menschen manchmal wirklich sind? (Bitte Polizei-und Verhaltens-Experten: das ist eine echte Frage an euch!)

Denn gefährlich sind in der realen Welt die typischen Film-Verhaltensweisen allemal:

- Provozieren von gefährlichen Leuten – ohne dass man Tom Cruise in 
oder Helena in Orphan Black (http://orphanblack.wikia.com/wiki/Helena

- Sich mit Händen und Füßen wehren, wenn man von drei Riesen-Männern entführt und geknebelt wurde – selbst als eine zarte junge Frau. Welch eine Kraftverschwendung und Verletzungsgefahr!

- Als Detektiv im entscheidenden Augenblick ohne seinen Partner unterwegs sein und definitiv

- niemals Verstärkung anfordern, selbst wenn das Drama/Einsatz von Schusswaffen absehbar ist.

- Grundsätzlich einen noch so notwendigen Polizeischutz ablehnen – nicht nur als untrainierter Nerd/Manager, sondern natürlich auch als ein sehr schutzbedürftiges Mädchen im Zeugenschutzprogramm. (Und die Polizei geht jedes Mal darauf ein).

Und schließlich,

was JanaBlog definitiv nie machen würde:

Wie in so vielen Filmen – allein, nachts, ohne dass jemand weiß wo sie ist –

genau demjenigen ihren Verdacht ins Gesicht mitteilen, den sie für den Mörder hält. Jedenfalls ohne dass direkt neben ihr, was sage ich: vor ihr zwanzig FBI Agenten/zwei Sondereinsatzkommandos stehen!
Denn warum sollte sie demjenigen, der alles zu verlieren hat, die Gelegenheit geben alle Beweise – inklusive ihrer Wenigkeit – zu beseitigen, weitere Menschen abzumurksen oder/und zu fliehen?

Jetzt zugegeben:

All die Jogger im Wald und Frauen, die vorgetäuschten Hilferufen folgen
hätten aus den vielen Krimis auch etwas anderes lernen können. Nämlich,
dass dieses Losgehen fast immer schlimm ausgeht.

Allerdings denkt das menschliche Gehirn anscheinend nicht so weit – und erinnert sich nur daran, was es als erstes immer wieder in Filmen sieht, nämlich den

Impuls sich selbst zu überschätzen und hinzugehen.

Aber nicht verzagen, liebe Drehbuchautoren:

Vielleicht brauchen wir ja gar keine neuen Drehbücher,
sondern passend zu unserer neuen fürsorglichen Nudge-Gesellschaft** während der jeweiligen – sagen wir unklugen? – Szenen einfach

einen Hinweis unten auf dem Bildschirm den eingeblendeten Satz:

„Don‘t try this at home!!!“






  
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Freitag, 31. März 2017

Überdosis





Alsterwasser bleibt, 
Überdosis müssen wir ja nicht nehmen,
und eins können wir neuerdings im Supermarkt kaufen:
ein Happy End – angeblich!

Trendy Gastgeschenke/Festival-Ausrüstung/Party-Gags springen hier auf jeden Fall raus für euch:

In einer Zeit, in der wir unsere Getränke so lokalpatriotisch definieren, dass wir nicht nur die Stadt oder das Viertel auswählen, sondern bis in Höfe hinein differenzieren,



ist die Idee
das Alsterwasser (für den Rest Deutschlands: die Hamburg-Version vom Radler) abzuschaffen* eine Schnapsidee. Sofort gab es eine Welle der Entrüstung, bis der Hersteller eine Abstimmung auf Facebook veranstaltete. 


Quelle: Facebook


Dank der überwältigenden Mehrheit der Stimmen


Quelle: Facebook

ist das Alsterwasser wieder Alsterwasser:


Quelle: Facebook

Entweder es war eine bittere Fehleinschätzung, oder ein elaborater Marketinggag – im letzteren Fall herzlichen Glückwunsch! Denn JanaBlog hätte sich ohne diese Aktion bestimmt nie auf die Astra-Facebook Seite begeben!

Auch andere versuchen gewitzt zu sein, zum Beispiel mit einem Glückskeks-Ersatz, nämlich einem Pechkeks**:





Perfekt für Halloween, ansonsten ein bisschen kurzlebig, oder? Aber liebevoll ausgearbeitet!




Aber keiner will sich wohl dauerhaft mit Pech beschäftigen, und auch der folgende Begriff hat eigentlich eine sehr negative Bedeutung für die meisten von uns:




Vielleicht haben die Fritz Kola-Leute sich das auch gedacht, denn die Überdosis*** ist nicht auf ihrer Website zu finden.

Die Waren-Welt ist aber schon weiter und wagt es,

Alkohol ganz offiziell als Happy End**** zu bezeichnen:







Nein! Alkohol ist nie ein Happy End, sondern für manche in Maßen(!) nur eine gelegentliche notdürftige Zwischenstufe!! 

Und diese
Produkt-Verpackung ist schon verharmlosend genug.
Richtig gefährlich wird es, wenn wie hier

Alkohol direkt neben Kinder-Süßigkeiten verkauft wird,
in Quengel-Griff-Höhe für Kinder und
mit typischen Kinder-Geburtstags-Farben und Formen versehen:
Happy End neben Unicorn klingt griffig, funktioniert aber nicht mit Alkohol.

Vielleicht wird dieser Likör aber trotzdem gut laufen, als einigermaßen witzig gemeintes

Mitbringsel für die Gastgeberin eines Kindergeburtstags, die das Happy End allerdings schnell gut verstecken muss. Die im Supermarkt anwesenden Mütter waren jedoch skeptisch – zumal die Flaschen eher an chemiehaltige Wandfarbe oder Nagellack erinnern und somit geschmacklich nicht unbedingt viel versprechen …








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Mittwoch, 15. März 2017

Für immer Braut







Was habt ihr davon, geheiratet zu haben?

Abgesehen vom Ehemann und Fotos: 

DAS KLEID.

Vielmehr: 

die Kleid-ERFAHRUNG.

Das Erlebnis, anmutig ein figurschmeichelndes Hingucker-Kleid zu tragen, und bei allen Anwesenden Schnappatmung zu verursachen.

Aber warum eine solche Erfahrung nur einmal im Leben machen?


(Vielleicht weil man seinen großen Tag blöd fand. Oder weil man aus tiefstem Herzen auch einen Tag DANACH nur auf Jeans und No-Make-up steht. Wem es so geht, kann hier aufhören zu lesen.)

Offenbar wächst die Sehnsucht nach weiblicher Anmut in Deutschland – danach, sich schön zu machen und wie eine Prinzessin auszusehen, auch bei Noch-Nur-Jeans-Trägerinnen:

- In den letzten 15 Jahren wurde eine Flut an Brautmoden-Geschäfts-Palästen eröffnet.
- Seine (Schwieger-) Mütter, Geschwister und Freundinnen zum Aussuchen des Brautkleids mitzunehmen/mitgenommen zu werden ist zur wichtigen sozialen Status-Währung geworden.
- Das Programm eines großen Fernsehsenders besteht zum guten Teil aus Sendungen über Hochzeiten und Hochzeitskleider-Einkauf (und zum Glück mittlerweile auch: aus allgemeinen Styling-Sendungen)*.
- Es ist eine Vorstufe dazu eingeführt worden: Abibälle in großer Robe.
- Und die Sehnsucht bricht sich Bahn wo sie kann – der neue 
Oktoberfest-Überall-Boom ist für Frauen vor allem eins: die Gelegenheit, gut in einer taillierten dekolletierten Tracht auszusehen (weil einfach alle Frauen in einem Dirndl großartig aussehen).

Und es könnte ja keinen größeren Gegensatz geben – zwischen unserem 
Jeans/T-Shirt-Alltag und einem Brautkleid. Es sieht doch so aus: als Verlobte einen Brautmode-Laden betreten, Jeans in die Ecke pfeffern und aus der Kabine herauskommen im (richtigen!) Brautkleid – als eine komplett neue Frau. Für viele ist dieser Augenblick das allererste Mal in ihrem Leben, dass ihre Umgebung den Atem anhält wenn sie den Raum betreten.

Vor 150 Jahren war der Gegensatz zwischen Alltagskleidung und Brautkleid überhaupt nicht so groß, und noch heute ist eine Trachten-Braut nicht so auffällig anders angezogen als in ihrer gewöhnlichen Fest-Tracht (ja, das gibt es noch).

Dann kam irgendwann der kürzere Rock und die Jeans. Danach war in unserem Mode-nüchternen Land der Weg zurück zur anerkannten Prinzessin nicht einfach:
Noch vor 20 Jahren fiel man auf mit einer großen weißen Hochzeit. Dann kam die Phase in der die Bräute vorsichtig die Brautmode-Läden betraten und das Wort „schlicht“ vor sich hertrugen (und dann doch ab und zu Prinzessinnen wurden). Und heute ist es völlig normal, selbst als toughe Business-Frau den Wunsch nach einem Lillifee-Kleid, Glitzer und Spitze im Geschäft von vornherein auszusprechen und sich dabei sogar fürs Fernsehen und Internet filmen zu lassen.

Dabei dressen sich doch alle regelmäßig zum Feiern auf!
Das scheint aber als Schönheits-Erfahrung nicht zu reichen. Weil es etwas etwas Anderes ist – mit der Party-Klamotte versucht man so viel Body-Kapital wie möglich zur Geltung zu bringen, aber auf eine wenig geheimnisvolle, sondern am liebsten klare Art und Weise. Und seien wir ehrlich, richtig optimal gestalten die Klamotten die Figur nicht immer. Sie ZEIGEN sie, aber machen Sie nicht unbedingt schön, spielen nicht den persönlichen Vorzügen der Figur, mit Verhüllung und gleichzeitig Dekolleté und Taille ….

Die Sehnsucht strebt offensichtlich nicht nur danach, sich mal hübsch zu machen, sondern regelrecht für einen Tag Prinzessin zu sein,
die Lebens-Erfahrung zu machen, anmutig, edel, (nur) die richtigen Kurven betonend und weiblich zu wirken!


Die Sehnsucht nach dem großen Auftritt ist international,
dies gesehen in China

Dementsprechend ist diese Initiationserfahrung (in Deutschland besonders unauffällig aber) fest in der weiblichen Kultur verankert – angefangen von der Barbie-Hochzeits-Puppe über das Aschenbrödel im glitzernden Abendkleid oder 
Pretty Woman, die ihre königliche Haltung erst findet, als sie im edlen Abendkleid in die Oper ausgeführt wird.

Wie lange die Sehnsucht nach einer solchen Erfahrung manchmal zurückgehalten wird sieht man dann, wenn eine athletisch gebaute Ende 40-jährige mit drei Kindern für ihre zweite Hochzeit den Brautkleid-Laden betritt und sich ein märchenhaftes Kleid wünscht „mit so vielen Glitzer-Steinchen und Schleppe wie möglich“. Da wird man doch ein bisschen traurig und denkt sich:

Warum darf man all das nur, wenn/falls(!) man eines Tages heiratet?

Und selbst danach: Es kann doch nicht die Lösung sein, auf einen 
Brautkleider-Ball** gehen zu müssen – ja das gibt es: man zieht noch einmal sein Hochzeitskleid an und geht auf einen Ball, wo alle anderen ebenfalls im Hochzeitskleid mit ihren Partnern versuchen, das Gefühl des schönen Tages wieder herauf zu beschwören.

Oder an einem Kostümball auf Schloss Moritzburg*** teilnehmen zu müssen, der den Ball aus dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ nachspielt – ja, auch das gibt es wirklich!

Auf „normale“ Bälle gehen, in einem langen Abendkleid strahlen, das ist schon mal eine Möglichkeit, aber wie viele gibt es schon davon? Und was wenn euer Partner nicht gern tanzt?


JanaBlog-Idee:

Die Hochzeitskleid-Erfahrung als Startschuss, als Sprungbrett in ein neues Leben ansehen!

Und sei es auch nur, dass man die Magie des Mascara entdeckt hat und diese eine kleine Veränderung beibehält jeden Tag – schon so etwas kann das Leben verändern.

Einfach täglich wenn man morgens aus dem Haus geht, bei jedem Shoppingtrip, bei jeder Party, beim Kauf eines (figurschmeichelnden) Kleides für die nächste Feier, beim Kauf einer (gut sitzenden!) Jeans (vergleiche Styling-Fernsehsendungen):

sich angewöhnen, für eine Sekunde an einen besonders schönen Brautkleid-Auftritt-Augenblick von eurem Hochzeits-Tag zu denken,

und damit einen Hauch der Haltung einer Braut, einer Prinzessin, einer Königin beibehalten – innerlich und äußerlich.

Während des Erinnerns richtet sich der Körper ganz von alleine auf, die Schultern entspannen, der Schritt wird anmutiger und sicherer.

Auch Männer mögen übrigens figurbetonte Kleider – nicht dagegen unbedingt die Jeans (egal was sie offiziell sagen). Macht ruhig mal den Test – genauso wie ein Brautkleid, das Taille zeigt/macht, ist ein Kurven-betonendes Kleines Schwarzes immer ein Hit!

Aber „wir ziehen uns ja für uns an“, und das Wichtigste ist,
einen Funken desjenigen Gefühls zu bewahren, das in euch sprudelte, als ihr kostbar und strahlend an eurem großen Tag die Bewunderung eurer Umgebung gespürt habt, wie eine warme Welle.

Weiterer schöner Nebeneffekt?

Ihr könnt ein wenig von dem immensen Druck auf euren Hochzeits-Kleid-Tag wegnehmen, ein wenig entspannen, denn so kitschig und Prinzessinnen-mäßig es auch klingt, es stimmt:

Ihr dürft auch nach eurer Hochzeit noch schön sein!





* Vox: Vier Hochzeiten und eine Traumreise http://www.vox.de/cms/sendungen/4-hochzeiten-und-traumreise.html,
Schrankalarm und Shopping Queen,


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Mittwoch, 8. Februar 2017

Kinder? Eltern!








Gesehen im Prinzessinnengarten Berlin
Werdet ihr bald was sagen dürfen
wenn Kinder im öffentlichen Raum Grenzen überschreiten und
ihre Eltern wortlos danebenstehen?

Ohne als kinderfeindlich bezeichnet zu werden?

Vermutlich, denn es scheint immer mehr zu brodeln, als ob die Uhr ticken würde, demnächst jemandem der Kragen platzen würde.

Dabei gibt es ungefährliche Formulierungen, die zuallererst diejenigen retten könnten, die am meisten zu leiden haben unter der neuen öffentlichen Kinder-Freiheit:
Die Verkäufer im Einzelhandel.


JanaBlog hat sich noch nie etwas getraut, aber um sie herum braut sich was zusammen:
Ihr kennt das bestimmt auch alle – wenn alle Gespräche im Laden erstorben sind und peinliche Stille eintritt.
Wenn sich alle Blicke zum anwesenden Elternteil des Kindes richten.
Oder wenn im Café um euch herum mehrere Gespräche über ungezogene Kinder auffällig laut stattfinden, gerade in einer Lautstärke, dass es die Eltern hören könnten, aber nicht so, dass es als Angriff wirken würde.
Da scheint es nur noch eines winzigen Schritts zu bedürfen, laut etwas zu den Eltern selbst zu sagen.

Beispiel?

Ein hektischer Samstagvormittag in einer Apotheke in einem Akademiker-Hipster-Viertel in Hamburg: eine Mutter-Kundin mit einem schlafenden Säugling im Tuch und einem etwa achtjährigen Jungen.

Die Mutter hält ungefähr zehn wartende Zukunfts-Kunden auf, indem sie der Apothekerin nach Abwicklung ihrer eigentlichen Bestellung noch Rätsel aufgibt – „…Ich suche eine Creme, die war in so einem grünen Tiegel, ich weiß gar nicht ob ich es aus einer Apotheke hatte, könnten Sie nachschauen? Wie sie hieß weiß ich nicht, …“

Während die Apothekerin hektisch versucht im Computer kreativ zu werden, stützt sich der Achtjährige auf den Tresen, steckt sein Gesicht in ihr Gesichtsfeld und fragt ob er einen „dieser Anhänger“ bekommen könne (er ist anscheinend Profi und war schon ein paar Mal da, als die Apotheke letztens großzügig irgendwelche Schlüsselanhänger für Kinder ausgab).

Die Apothekerin möchte ihm völlig offensichtlich auf sein großspuriges Auftreten hin oder wahlweise: zum zehnten Mal nicht einen Anhänger geben und sagt sie glaube nicht, dass sie noch einen hat.

Was macht der Junge? Er quetscht sich hinter die Ladentheke (auf eine hohe Stufe, hinter den Tresen kletternd wo sich tatsächlich nur die Verkaufenden aufhalten dürfen – in einer Apotheke mit allerlei Medikamenten und sonstigen offen liegenden Dingen –) und sagt, in einer Kiste unter der Kasse wühlend: "Da ist doch noch ein Anhänger!"  Die Mutter vor der Ladentheke sagt nichts, obwohl ihr Baby vollkommen ruhig ist und es auch sonst nichts zu tun gibt – nicht einmal ihr iPhone ist im Betrieb.

Die immer gestresstere Apothekerin hat die zehn wartenden Zuschauer im Blick, nickt dem Jungen mit einem Seufzer kaum wahrnehmbar zu, um ihn loszuwerden, und er quetscht sich mit seiner Beute zurück in den Verkaufsraum.

Während dieser Szene senkt sich Stille über den Laden. Alle halten den Atem an und schauen zur Mutter, die so tut als ob nichts wäre. Das hält sie auch durch als sich ihr Junge anschließend auf die Dreh-Regale neben ihr stürzt, sich auf ihnen dreht und auf ihnen surft. Diese sind ja auf Rollen und damit sehr instabil – sie machen nicht nur einen Heiden-Krach und können beschädigt werden, sondern sind für das Kind zum Ausrutschen oder Umfallen durchaus nicht ungefährlich. Die Spannung steigt im Raum, wäre der Krach nicht so deutlich, würde man eine Stecknadel fallen hören … Und JanaBlog meint das Tick-Tick-Tick im Hintergrund zu hören …

Jeder Verkäufer könnte zig solche Geschichten erzählen,
man muss nicht unbedingt ein Angestellter in einem Laden mit für Kinder leicht zugänglichem Modeschmuck sein, um seine Zähne bereits halb ab-geknirscht zu haben beim routinierten professionellen Lächeln. Verkäufer berichten tatsächlich von solchen Situationen als dem größten Stressfaktor wenn man sie nach ihrer Arbeit fragt.


Am Eingang eines Einrichtungs-Ladens
 im Prenzlauer Berg, Berlin
Die Definition und der Respekt des öffentlichen Raums hat sich verändert. Kann man so machen, da kann man sich als Gesellschaft drauf einigen, kein Problem.

Cafés in denen sich Leute zu ernsthaften Gesprächen nicht treffen wollen, weil ihnen dort „zu viele Mütter“ sind, Hotel-Wellness-Abteilungen, die gemieden werden, weil manche Familien die ihnen zugeteilten Kinder-Pool-Nutzungs-Zeiten nicht respektieren und Kinos und Bars(ja, kein Tippfehler!), in denen kleine Kinder sogar nach Mitternacht herumtoben (verständlicherweise, völlig übermüdet), sind zum neuen Alltag geworden.

Aber so wie die Menschen hinter vorgehaltener Hand reden scheint es doch nicht sooo akzeptiert zu sein. Und die Unzufriedenheits-Linie verläuft nicht zwischen Kinder-habenden und nicht-habenden Menschen, Eltern sind diesbezüglich genauso kritisch, insbesondere wenn sie mal selbst ohne Kinder unterwegs sein wollen (http://muttis-blog.net/2014/01/05/hotels-und-restaurants-ohne-zutritt-fur-kinder-ein-skandal-ein-segen/).

Und trotzdem ist es immer noch ungewöhnlich und fühlt sich ein bisschen nach Shitstorm-Gefahr an, wenn man irgendwo ein Schild findet wie in einem japanischen Restaurant in Berlin, das Kindern unter zwölf Jahren den Zutritt verbietet. (Zur Verhinderung eines Shitstorms gibt JanaBlog hier nicht den Namen des Restaurants an, dieser kann auf Anfrage nachgereicht werden.).


Was man tun könnte?

Hier ein paar

JanaBlog Ideen:

Bevor einem der Kragen platzt, vielleicht ganz höflich die Eltern (immer die Eltern, sie sind zuständig) ansprechen:

Als Wirt oder Verkäufer:

Es tut mir leid,
- aus Sicherheitsgründen darf hier niemand hinter den Tresen/Ladentheke/Bar,
- die drehbaren Ausstellung-Türme sind nicht abgesichert, das könnte ein bisschen gefährlich werden (für Ihr Kind)
- bevor Sie gehen bin ich verpflichtet den Bestand der Ohrringe dort in der Ecke zu überprüfen …

Als Café-Besucher:

Entschuldigung, ich wollte nur sagen, dass es
- in unserer Ecke so laut ist, dass wir uns nicht verstehen können
- wir ein bisschen Angst haben, dass Ihre Kleine, die über unserem Tisch auf dem Felsen herumklettert(wahre Geschichte), auf unseren Tisch fallen könnte …


So vielleicht nicht unbedingt – Edgar Karte

Wichtig:

- Es nicht so weit kommen lassen, dass man aus der Haut fährt.
- So oft wie möglich völlig neutral formulieren, denn es besteht doch immer die Möglichkeit dass die Eltern einfach so zerstreut sind, dass sie zufällig übersehen haben dass die Kinder außer Rand und Band sind. Und sobald sie hören, dass andere sich betroffen fühlen, werden sie natürlich sofort intervenieren!
- Und auf Sicherheitsbedenken und eure Pflichten hinzuweisen – auch wenn ihr sie aus dem Stegreif erfunden habt – ist kein Flunkern. Solche Befürchtungen entsprechen ja völlig der Realität! Denn was passiert der Apothekerin, wenn der Ausstellungs-Turm auf das Kind fällt? Oder der Verkäuferin, wenn ein Kind in einem Schmuck-Laden einen Ohrring verschluckt?

Nur einmal hat JanaBlog eine Heldin des Alltags erlebt, die das Undenkbare gewagt hat, und sogar weit über die hier erwähnten Ideen hinausgegangen ist:

In einem Secondhandladen, in einem ähnlichen Viertel wie dem mit der Apotheke, mit einem alten Holzboden der selbst bei normaler Benutzung knirscht und laut hallt. Die Verkäuferin ist dabei sich an der Kasse zu konzentrieren, um zu entscheiden, welche Ware sie von der vor ihr stehenden Kundin annimmt und welche nicht. Den Laden betritt eine Mutter mit einem mindestens zehnjährigen Jungen, der einen kleinen Ball ununterbrochen gegen den lauten Boden wirft.
Umpf,
Umpf.
Umpf,
Umpf. …

((Tick. Tick. Tick.))

Da hebt die Verkäuferin den Kopf, schaut den Spielenden quer durch den Raum ganz ruhig an und sagt mit fester Stimme: „Entschuldige, das mit dem Ball ist ein bisschen laut und ich muss mich hier konzentrieren, das stört ein bisschen. Könntest du damit aufhören?“

Die Spannung ist in der Stille förmlich mit den Händen zu greifen, keiner der restlichen Kunden wagt sich zu bewegen, es ist als ob man einen Unfall beobachten würde, jede Sekunde eine kleine Ewigkeit. Was würde die Mutter machen?

– – – ............. Der Junge schaut die Verkäuferin an, als ob er einen Geist sehen würde, und hört vor Schreck mit dem Ballspiel auf. Er sieht so aus, als ob ihm noch niemals jemand so etwas gesagt hätte – und eins dürfte stimmen: ein Fremder wird ihm eine ähnliche Frage vermutlich noch nie gestellt haben.

Und die Mutter? Sie schien zu versuchen regungslos mit ihrer Umgebung zu verschmelzen wie ein Stealth-Bomber – aber genau weiß das niemand, denn keiner traute sich, zu ihr hinzuschauen. Zu hören jedenfalls war nichts.

Naja, vielleicht gibt es ja Hoffnung auch für diejenigen, die sich nicht trauen. In letzter Zeit hört JanaBlog von verschiedenen Twentysomethings wie sie sich beschweren, dass das Shoppen keinen Spaß macht, weil die Mütter (ihres eigenen Alters) ihre Kinder in die Umkleidekabinen mitbringen. Warum „sie ihre Kleinen denn nicht für die paar Stunden beim Mann oder Oma oder sonstig babysitten lassen, oder eben mal online einkaufen könnten, oder sich nicht unter der Woche einen Tag frei nehmen würden, wenn das Kind im Kindergarten ist?“, mosern sie sichtlich genervt …

… Wer weiß, möglicherweise kommt es ja gar nicht dazu, dass jemandem der Kragen platzen muss, vielleicht sagt die neueste Generation ja was, ganz entspannt!

Aber so oder so: Tickt da eine Uhr, oder beißen alle weiter die Zähne zusammen?






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