Dienstag, 22. Juli 2014

Rücktritte, einfach so.

(Aus der Reihe: Ist das Trend?)







Aus einer öffentlichen Rolle zurücktreten, sobald sie einem persönlich das gebracht hat was man haben wollte? 

Finden wir das gut?

Und warum trauen wir uns nicht unsere Meinung dazu zu sagen
wenn wir finden, dass es nicht in Ordnung ist?

Ist die Mitgliedschaft in der Nationalmannschaft nicht eine Ehre, statt ein lästiger Nebenjob? Ist ein Amt, in das man sehr persönlich hinein gewählt wurde, nicht ein verbindlicher Vertrauens-Vertrag für eine Wahlperiode, sondern ein Job wie jeder andere?

Wollen wir den „Rücktritt jederzeit“ als Vorbild?

Philipp Lahm, der bisherige Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft (mit der er jetzt 2014 Weltmeister geworden ist), ist mit 30 Jahren zurückgetreten. Nur aus der Nationalmannschaft. Kurz vor der Mitteilung schloss er einen lukrativen Verlängerungs-Vertrag mit FC Bayern München ab, für vier Jahre (bis 2018, dem Zeitpunkt der nächsten WM).

Ohne Angabe von Gründen wie persönliche Angelegenheiten oder Gesundheit (Grund: „Es ist Zeit“)".

Das heißt: Er ist topfit, kann immerhin in einem der allerbesten Vereine der Welt* (und ja, auch JanaBlog muss es erwähnen: für sehr viel Geld) spielen. Und die Arbeit in der Nationalmannschaft hat ja das Gewünschte für ihn gebracht: er tritt als Weltmeister ab.

Aber entwertet er nicht damit unser Daumen-Drücken? Das Mitfiebern der ganzen Nation, die Illusion, dass es irgendwie wichtig ist in der Nationalmannschaft um die Weltmeisterschaft und Europameisterschaft zu kämpfen?

Er steht damit nicht allein:

Ole von Beust, der frühere Bürgermeister von Hamburg, wurde 2008 von den Bürgern Hamburgs tatsächlich sehr persönlich in das Amt gewählt. Sprich: Wäre er nicht persönlich als Kandidat angetreten, hätte seine Partei vermutlich nicht gewonnen. Er trat bereits nach zwei Jahren Amtszeit ab** – nicht aus gesundheitlichen Gründen oder ähnlichem, sondern – wieder einmal – einfach so („ ein vernünftiger Zeitpunkt“). Dabei könnte man doch die (immerhin nur!) Vierjahres-Amtsperiode als eine Art Vierjahres-Vertrauens-Vertrag mit den Hamburger Bürgern betrachten, oder nicht?

Ähnlich, zumindest emotional verwandt: der Rücktritt von Jürgen Klinsmann nach der WM 2006. Er hatte mit dem Sommermärchen etwas großartiges angestoßen, die ganze Nation dachte, jetzt geht es los, wir beginnen einen Anlauf auf den Weltmeister-Pokal, und er dreht sich um und geht weg. Ungeachtet dessen, welches Symbol er für das Land geworden war verlängerte er seinen Vertrag mit dem DFB nicht. Allerdings, er gab an „ausgebrannt“ zu sein (auch wenn er bereits einige Wochen nach der WM Gespräche über einen neuen Job (in den USA) führte und man denken könnte: Einen ordentlich verlängerten Urlaub hätte er doch bestimmt auch bekommen, oder?)***.

In 2014 nun sind die öffentlichen Reaktionen auf Philipp Lahms Rücktritt fast alle auffällig positiv, die meisten ehren ihn wie einen verstorbenen Staatsmann. JanaBlog hat nur zwei Stimmen gefunden, die sich Kritisches trauten: zunächst der Hamburger Abendblatts-Kommentator Alexander Laux. Er machte allerdings nur einen halbherzigen Versuch (http://www.abendblatt.de/sport/article130332476/Darf-WM-Held-Philipp-Lahm-so-einfach-aufhoeren.html). Denn er titulierte seinen Artikel mit „Darf Lahm so einfach aufhören?“, bezog sich dann aber in seinem Artikel nicht weiter auf diese Frage. Dafür sprach Gabor Steingart wie gewohnt klar – von der Gefahr eines unerwünschten Nachahmungseffekts.****


In manchen Kommentaren las JanaBlog, Philipp Lahm hätte vielleicht Angst davor, mit der Zeit nicht mehr so erfolgreich zu sein, nicht mehr so strahlend dazustehen. Nachvollziehbar, mit 30 Jahren vielleicht etwas ängstlich, aber wer weiß, vielleicht ist ihm das körperlich zu viel… Ach, da war doch noch was! Er traut sich zu/Bayern München traut ihm zu die Champions League zu gewinnen, aber für die Nationalmannschaft reicht es nicht?

Jetzt warum sagen wir nichts dazu? Ist unsere Kinder-Seele so verletzt, dass wir das gar nicht erst zugeben wollen? Dass eine Art Vertrauensbeziehung damit einseitig aufgekündigt wurde, und das auch immer irgendetwas emotionales hat?

Es muss etwas sehr starkes sein, denn sonst würden wir uns gegen die Vorbildfunktion in dieser Richtung wehren: Sollen wir unseren Kindern beibringen, dass ein öffentliches Amt, eine öffentliche Rolle nur eine Art Selbstbedienungsladen für den Selbstwert ist? Sobald man festgestellt hat, dass man Weltmeister werden kann bzw. dass einen die Menschen wählen, hat man ja alles aus der Sache herausgeholt für sich und kann sie fallen lassen.

Wie würde es aussehen, wenn alle guten Leute beim Erreichen ihres Karriere-Gipfels einfach zurücktreten würden?


JanaBlog-Ausblick:

Jetzt wo die Nationalmannschafts-Spieler in ihren Kondolenz-Bekundungen so verständnisvoll sind*****, müsste doch die ganze Nationalmannschaft geschlossen zurücktreten, oder?
Sie alle laufen Gefahr, nie mehr Weltmeister zu werden und damit ihren Zenith bereits überschritten zu haben!! Denkt da jetzt mancher: Hält mich Philipp Lahm oder gar andere für dumm, wenn ich nicht auf Nummer sicher gehe und jetzt als strahlender Star abtrete? ((Beruhigende Anmerkung von JanaBlog für die Spieler: Weltmeister und somit Held bleibt man für die Fans sein ganzes Leben lang! Egal was danach kommt!!))

Oder wollen wir lieber ein anderes Spiel spielen – eins auf angenehmes Risiko – – zu versuchen, Europameister 2016 zu werden? Gar – – noch einmal Weltmeister, in vier Jahren?

Eine solche Vorbildfunktion würde JanaBlog eher gefallen: 
dass schon alleine der Kampf um den Erfolg für das öffentliche Team den Spielern, Amtsinhabern und der Öffentlichkeit etwas wert ist…!


JanaBlog-Frage:

Wie ist es bei euch?
Falls (falls!) ihr findet, dass man ein gewähltes Amt auf Zeit/die Ehre der Nationalmannschaft nicht einfach so zurückgeben sollte, also nur für den Fall:

Habt ihr es auch ausgesprochen?








*JanaBlog hat nichts gegen Bayern München übrigens, ganz im Gegenteil! Vermutlich als einzige nördlich des Mains!
**Das fanden damals aber nicht alle gut, auch wenn nur die SPD damals JanaBlogs Gedanken fast wörtlich ausdrückte: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/hamburger-buergermeister-ole-von-beust-gibt-ruecktritt-bekannt-a-707147.html
***auch damals trauten sich wenige ein kritisches Wort, am besten zu sehen die vielfältigen Stimmen unter dem zweiten Link, Pressestimmen: http://de.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Klinsmann#Nach_der_Fu.C3.9Fball-Weltmeisterschaft.C2.A02006
http://www.rp-online.de/sport/fussball/nationalelf/pressestimmen-zu-klinsmanns-dfb-ruecktritt-bid-1.1454014
**** Gabor Steingart in Handelsblatt Newsletter vom 21.7. 2014:
"Viele loben den Kapitän der Nationalmannschaft Philipp Lahm für seinen Rücktritt - auch unser heutiger Leitartikler. Dabei muss man nichts mehr fürchten als einen Nachahmungseffekt. Wenn es klug wäre, auf dem Höhepunkt der Karriere zu gehen, müssten die Chefs von VW, Daimler, BMW und SAP sowie Angela Merkel noch heute Vormittag ihre  Büros räumen. Das Ergebnis: Wir hätten mehr Helden und weniger Wohlstand".
*****JanaBlog versteht natürlich teilweise die Spieler, denn sie werden mit Philipp Lahm ja noch viel zu tun haben und ihm möglicherweise später als Trainer begegnen! Da will man nicht kritisch klingen...

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Freitag, 18. Juli 2014

Deutschland von außen.







Fühlt ihr Deutschen euch verstanden?

Würdet ihr gerne etwas hinzufügen oder berichtigen?

Obwohl Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen hat, und wirtschaftlich vergleichsweise gut da steht, neiden es ihm die wenigsten und haben ein immer besseres Bild von dem Land. Noch erstaunlicher: Fast niemand behauptet ernsthaft, dass die Deutschen in ihrer Mega-Freude über die Weltmeisterschaft zugleich ihre Welt-Macht-Klassenbester-Position bejubelt hätten.*

Denn das ist wahrer Luxus: Den Deutschen scheint es so gut zu gehen, dass sie sich solche Gedanken im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft einfach nicht machen. Danke, ja, wir sind dankbar, es geht uns sehr gut, und es ist so, wie es sein sollte: es geht nur um das Spiel Fußball (das allerdings als verbindendes Element für das ganze Land auch außerhalb einer Weltmeisterschaft sehr wichtig ist).

Zugleich ist es selten und interessant, mal mit zu bekommen, wie man von außen gesehen wird. JanaBlog zum Beispiel vernahm erstaunt bei einer TV-Straßen-Umfrage in Brasilien, dass dort Deutschland als eine Art (wörtlich aus dem Beitrag von einem der Befragten!) „Bruderland“ gesehen wird. Hättet ihr das gewusst?

Da ist es ganz nützlich, am anderen Ende der Welt mal in einer Ausstellung zufällig zu sehen, wie Deutschland von außen dargestellt werden kann. So geschehen für JanaBlog in Japan, bereits im 2012**: 




Dies ist interessanterweise NICHT Neuschwanstein! Da hat sich nun Baden-Württemberg gegen Bayern durchgesetzt!(Und nein, liebe JanaBlog-Leser außerhalb Deutschlands, dieses Schloss kennt in Deutschland nicht jedes Kind!(Dafür Neuschwanstein))

Dass ein bestimmtes Reinigungsmittel als Deutschland-Symbol so wichtig sein könnte, wäre JanaBlog bis dahin nicht in den Sinn gekommen:









Dieser BMW allerdings war voraussehbarer (und ja: am Steuer sitzt ein Steiff-Teddybär und ja: die Ausstellung fand sehr hoch über der Skyline von Tokio statt):





Oder hätte da aus eurer Sicht eher ein Mercedes, oder noch besser: ein Audi stehen sollen?

Zum Fußball fand JanaBlog dort nichts. Aber das Essen, das beim angrenzenden „Oktoberfest“ angeboten bekam, war schon relativ korrekt.
Jetzt wer findet den Fehler im Bild am schnellsten?



(Für JanaBlog-Leser außerhalb Deutschlands: ja, es sind die Muscheln! Die essen wir wirklich eher selten (was wiederum Japaner erstaunen dürfte. Und Belgier.)

JanaBlogs Lieblings-Exportartikel im Augenblick allerdings ist dies:


Foto: Getty Images

Es ist die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck, beim Umarmen der deutschen Spieler nach Gewinn der Fußball Weltmeisterschaft 2014.

Warum?

Nicht nur wegen des Pokals! Sondern weil dieses Foto das Bild der Deutschen als emotionslos oder gar dauer-streng ein wenig ändern kann!


Und natürlich abschließend die JanaBlog-Frage:

Welches Deutschland-Export-Foto fehlt eurer Meinung nach?







**eine Ausstellung anlässlich „110 Jahren Steiff Teddybären“


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Montag, 14. Juli 2014

Make me smile

(Aus der Reihe: Archäologische Funde von morgen)



Glauben wir neuerdings wirklich, dass wir 
durch Süßigkeiten gesünder und vor allem: schöner werden?


Offensichtlich. ((Diese neuartigen Süßigkeiten sind bei Karstadt bei völlig gewöhnlichen Zucker-Süßigkeiten eingeordnet. JanaBlog weiß, bei dieser Firma steckt natürlich eine ganze (Qualitäts- und ähnliche) Philosophie dahinter… wie immer.))*



Außerdem stehen wir ungemein auf Retro, so dass wir sogar Handtaschen kreieren, die zur Lufthansa Anfangszeit gar nicht als Handtaschen gegolten hätten (oder gab es damals schon Handtaschen aus Stoff und dies ist ein Original-Nachbau??):





Unsere Konsum-Orientierung erstreckt sich nun auf alle Lebensbereiche. An sich entzückend dieses Design von Esprit:






Wir erwarten also, dass der andere bitteschön etwas zu tun hat, um uns ein Lächeln zu entlocken.
Spannend ist, dass es sich dabei nicht um ein T-Shirt handelt, sondern um ein
Schlaf-Shirt (sorry, offizielle Bezeichnung natürlich: Nachthemd (und ja, gibt es auch als Schlafanzug!)). 





So dass es vielmehr so ist, dass der andere bitteschön im Schlafzimmer etwas zu tun hat, um uns ein Lächeln zu entlocken.

Welch eine Botschaft an den Partner!


Sachdienliche Hinweise werden sehr gerne entgegengenommen –

- zur Schönheit durch Süßigkeiten,

- Retro-Handtaschen und

- Aufforderungen auf Shirts!




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Montag, 7. Juli 2014

(Neue) Spielregeln?



Deutsche befolgen brav Schilder? 
Von wegen! 
Dieses Schild ist unmissverständlich…
Könnt ihr JanaBlog mit den heutigen Spielregeln helfen?
Gibt es die überhaupt?
Widersetzt ihr euch?
Denn
JanaBlog hat da ein paar Fragen:
Muss man im Wartezimmer einer Arztpraxis grüßen?
Muss man auf fremdes Gepäck oder (Laptop-artige) Geräte aufpassen, wenn einen jemand im Café oder am Bahnhof darum bittet?
Ist es unhöflich, mit dem Taxifahrer während der Fahrt nicht zu plaudern?
Darf man sich im Wartezimmer, Zug oder Flugzeug beschweren, wenn jemand auf seinem Smartphone oder iPad laute Geräusche für das Spielen oder Versenden von Mails eingestellt hat?
Und wenn es gar spielende Kinder sind, aber der Flug noch vier Stunden dauert?

… unter dem Schild sieht es aber so aus…
JanaBlog ist NICHT Benimm-freudig:
JanaBlog möchte sich widersetzen wenn die Regeln sinnlos sind/na gut: ihr sinnlos erscheinen:
Das Handy und Ihr E-Book mag sie im Flugzeug nicht völlig abschalten, sondern auf Flugmodus reicht. Denn man weiß doch schon lange, dass die elektronischen Geräte nicht die Sicherheit des Fliegens beeinflussen, oder?
Wenn sie im Museum eine für die Exponate unbedrohliche, eng am Körper anliegende Tasche in der Garderobe abgeben soll, ist sie auch schon einmal vor Wut wieder aus dem Museum hinausgelaufen (Waaas? Meine privaten, jederzeit dringendst benötigten  Handtaschen-Sachen bei Fremden abgeben??).
… und erst wenn man genau hinsieht
 sieht man auch, wie verrostet die
 dauerparkenden Fahrräder
 sind, die direkt unter dem
 bedrohlichen Schild stehen!
Im Wartezimmer grüßen tut sie nicht – denn in der inneren JanaBlog-Welt ist das Grüßen (in dieser Situation!) fast unhöflich: jedes Mal werden die manchmal lange Wartenden aus ihrer Gala-Lektüre/Smartphone-Bearbeitung herausgerissen, um einen Wildfremden zurück grüßen zu müssen. In der U-Bahn oder im Bus, oder im Restaurant grüßt man die Leute doch auch nicht, oder?
Auf fremde Sachen aufpassen lehnt sie charmant aber bestimmt ab – schließlich weiß sie ja nicht, ob sie nicht früher als die andere Person den Ort verlassen will/muss, die Verantwortung kann sie einfach nicht guten Gewissens übernehmen.
Mit Taxifahrern redet JanaBlog manchmal (ausgiebig! Gerne! Wie man hier im Blog sieht*), manchmal aber auch nicht (und hat dann das Gefühl, sich hinter ihrem Smartphone verstecken zu müssen). Manche Taxifahrer beschweren sich ausdrücklich, dass heutzutage niemand mehr mit ihnen redet und jeder nur noch mit seiner Smart-Ausstattung beschäftigt ist. JanaBlog denkt aber: (Lebens-) Zeit ist wertvoll, und dem Fahrgast muss es freistehen, wie er sie nutzt. Schließlich rede ich auch nicht mit dem Busfahrer während der Fahrt, oder?

Wo JanaBlog bisher kneift:
Wenn jemand im Wartezimmer/Zug/Flugzeug laute Pings als Begleit-Geräusche auf seinen Smart-Geräten eingestellt hat.
Seid ihr da mutiger? Sagt ihr auch in dieser vorübergehenden Situation Bescheid und bittet die betreffende Person, die Pings für die Zeit des Wartens auszuschalten?
Und noch mutiger: Bittet ihr die Eltern von Kindern mit lauten Spiel(-nicht nur)-Smart-Geräten, den Kindern Kopfhörer zu geben oder die Geräusche zu unterdrücken?
Ein Smartphone, ganz allein! 
So sieht es aus, wenn jemand euch bittet, 
auf sein ladendes Smartphone aufzupassen. 
Fairerweise: in diesem Fall war der weit
 von seinem iPhone entfernt sitzende 
Café-Kollege von JanaBlog
so unvorsichtig, noch nicht einmal
 jemanden um das Aufpassen zu bitten. 
Mutig!

Wie handhabt IHR all diese Situationen?
Und welche anderen neuen Regeln/Nicht-Regeln entdeckt ihr zurzeit?
Eine Neuigkeit kommt jetzt wirklich ernsthaft auf uns zu:
JanaBlog hat die ersten Google-Glass-Träger beobachtet und erinnert sich gleich daran, dass Google sogar eine Benimm-Fibel für sie herausgegeben hat um zu vermeiden, dass der Google-Glass-Kunde ein "Glasshole" wird**… 


Brauchen wir noch weitere neue Benimm-Fibeln?
(Oder, – – widersetzt ihr euch..?)













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Dienstag, 24. Juni 2014

Sich anstrahlen lassen und dann: Lächeln.




An der Wand lehnend:
Pipilotti Rist
Untitled, 2009
Filmstill in lightbox, printed on fabric,
FL lights, metal frame
250 x 140 x 4 cm
Verdächtig überschäumende Begeisterung bezüglich der Art Basel 2014 wohin man schaut, und man muss sagen: 
Begeisterung berechtigt
Bei JanaBlog erfahrt ihr nun Anderes als in den konventionellen Presse-Artikeln, in denen vor allem fast ohne Ironie ehrfürchtig einfach nur die diesjährigen Rekordpreise aufgezählt werden.
Basel-2014-JanaBlog-Trends:
Installationen, Performances, Sachen aufschneiden, endlich Tattoos, kommerzielle Folge-Ausschlachtung, und Glitter!
Auffällig: Es geht nicht mehr ausschließlich ums Bild (die so genannte „Flachware“), sondern es gibt wieder viel mehr Installationen zu sehen.

Die Zukunft wird möglicherweise auch auf kommerziellen Messen der Performance gehören, deren Käuflichkeit im Augenblick eifrig diskutiert wird und nach JanaBlog-Meinung nur eine Frage der Zeit ist.
Sachen aufschneiden: Nachdem JanaBlog schon letztes Jahr die unheimlichen aufgeschnittenen Köpfe von David Altmejd bewunderte (http://janablog1.blogspot.de/2013/06/kirmes-schadel-und-groartig-ekliges.html), war diesmal viel mehr Aufgeschnittenes zu sehen:
Es werden Steine aufgeschnitten (und dabei ertappt man sich möglicherweise dabei, wie man denkt: Tut das dem Stein denn nicht weh? Wie fühlt es sich an, eine Stahlplatte auf die Wunde gelegt zu bekommen?):

Nobuo Sekine
untitled, 1971
48 x 20 x 20 cm
43 x 15 x 13 cm

Es werden Körper aufgeschnitten (beispielsweise von Alexandra Bircken), und ganz respektlos sogar berühmte Köpfe (von hinten kann man sehen, dass dies möglicherweise eine Büste von Mozart darstellen könnte):

Nina Beier


Die mittlerweile allgegenwärtigen aber in der Kunst bisher noch nicht selbstverständlichen Tattoos haben auch ihren Weg in die Kunst gefunden, namentlich mit diesem Kunstwerk, das eine geballte, mit einem Stein ausgestattete Faust darstellt (und hoffentlich nicht andeuten will, dass alle Tattoo-Träger potenziell gewaltsam sind):

Fabio Viale
Souvenir David, 2014
155 x 35 x 33 cm

Die kommerzielle Folge-Ausschlachtung erfolgreicher Ansätze kann man sehr schön beobachten, wenn man das Glück hat mehrere Jahre hintereinander zur gleichen Messe fahren zu dürfen: Letztes Jahr pries JanaBlog (nach wie vor begeistert) dieses Kunstwerk (weil es unter anderem das konventionellen Hirsch-Thema und die Siebziger-Jahre-Einrichtungen mit Glas-Verunstaltungen transformierte):

PixCell-Deer (Mica)
2013
Kohei Nawa
SCAI The Bathhouse Galery 

Dieses Jahr steht an derselben Stelle von derselben Galerie dies hier:

Kohei Nawa
PixCell-Armor
2014
216 x 130 X 130 cm
mixed media
SCAI The Bathhouse Galery 

Gleiche Technik, um die Wiedererkennbarkeit zu gewährleisten, aber plötzlich (aus JanaBlog-Sicht) sinnloses Sujet. Denn ein Menschen-großer Hase ist ohnehin so unwahrscheinlich, dass er auch schon aus Glas-Blasen bestehen kann! Aber fällt auf, ist hinreichend unheimlich, verkauft sich wahrscheinlich gut…
Das Gefühl, die Galerien hätten sich abgesprochen und der Eindruck, man würde an allen möglichen Ständen den gleichen Künstler sehen ist natürlich keine Einbildung und alt. (http://janablog1.blogspot.de/2013/04/art-cologne-tierkopfe-abgesprochen.html, http://janablog1.blogspot.de/2013/08/haufungen-diesmal-schadel.html )
Nun hat der (im Augenblick extrem angesagte) Künstler Wade Guyten  diese kommerzielle Folge-Verwertung angeblich ironisch kommentiert, in dem er sechs verschiedenen Galerien extra zur Art Basel extrem ähnliche Bilder gab, riesige schwarze Platten die sich nur in Kleinigkeiten unterschieden. Ob die Ironie wirklich gewirkt hat, darf man bezweifeln, denn alle sechs waren angeblich innerhalb der ersten Stunde der Messe (gerüchtweise für jeweils 350.000 Dollar) verkauft, und dieser Künstler dürfte davon auch profitiert haben, oder?
Weiterer starker Trend: Glitter.
Sogar in schlichten Ölgemälden schleicht sich immer mehr Glitzerndes hinein, bis hin zu vorsätzlich aufgetragenem Bastel-Glitter. Während JanaBlog die verschiedenen Glitzer-Beispiele fotografierte, hörte sie Kommentare der Besucher auf Deutsch und Französisch, die es „als neue Mode“ betrachteten aber es „ein bisschen zu viel“ fanden.

von John Armleder
Galerie Massimo De Carlo


Detail aus Bild oben von John Armleder
Galerie Massimo De Carlo





JanaBlog-Vermutung:
In Deutschland dürfte der Verkauf solcher Bilder schwerfällig anlaufen, denn wir haben immer noch die Erinnerung an unsere Kindheit, in der wir mit Glitter/Steinchen unsere ersten Collagen bastelten und zugleich hat es einen Hauch von „billig“ in unseren Köpfen, nicht? Aber in anderen kulturellen Gebieten ist es bestimmt ganz anders – zum Beispiel in den arabischen Ländern, wo Glitzerndes traditionell üblicherweise eine ganz andere Stellung hat, oder? Insofern ist für eine kaufstarke Klientel das mit Swarovski-Steinen besetzte Bild nur folgerichtig:



von Piotr Uklański, 2014
Galerie Massimo De Carlo

JanaBlogs Lieblingserlebnisse von dieser Art Basel allerdings?
Beobachten, wie sich wildfremde Menschen bei einer (von der Galerie verkauften) Performance von Christian Falsnaes der Anweisung des Künstlers folgend auszogen.
Sich von Amazonas-Fischen beobachten lassen, die noch nicht einmal wissenschaftlich benannt sind aber bereits in Aquarien-Läden käuflich sind (David Brooks, Lonely Loricariidae 2014).
Sich anstrahlen lassen von einem sensationellen Filmstill in einer Lightbox von Pipilotti Rist weil es gefühlt eine wirklich neue Bild-Erfahrung ist.
Und lächeln – wieder einmal mit dem selbstironisch beflügelten Takashi Murakami:

 

Takashi Murakami
Dark Matter & Me, 2014
200 x 200 cm

Detail aus
Takashi Murakami
Dark Matter & Me, 2014
200 x 200 cm






*Auch wenn vielleicht manche meckern werden, dass da einfach nur aus einem schwerer verkäuflichen Video eine einfacher zu verpackende Kunst-Ware verkauft werden soll (wie es heute auch mit Filmstills aus Performances passiert, (auf dieser Messe: Marina Abramovic vorneweg.))

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Donnerstag, 19. Juni 2014

Geburtstags-Post




Die typische Geburtstags-Entscheidung,
am besten dargestellt von Edgar Freecards
(war allerdings eine Werbung für die Wahlen am 25.5.2014)
Wir feiern unsere Geburtstage nicht mehr!
Geht's mit dem Geburtstag insgesamt bergab?

Es gibt ja ohnehin zwei Gruppen Geburtstags-Menschen:
diejenigen die Geburtstage gerne feiern oder die zumindest am Geburtstag so weich geklopft sind, dass ihnen nicht entgeht wer anruft und wer nicht.
Und dann gibt es die Gruppe, behauptet dass

ihnen der Geburtstag nicht wichtig ist und sie an diesem Tag völlig emotionslos sind.
Ob die zweite Gruppe keine schönen Kindergeburtstage gehabt hat oder eben zu viele, ist im Grunde egal, denn jedenfalls

vollzieht sich eine stille Revolution.
Oder beobachtet ihr den Trend in Deutschland (!*) nicht auch?
Was noch bei unseren Eltern fast undenkbar war und heute noch auf dem Land ungewöhnlich ist: 
Sind bei Erwachsenen Geburtstags-Feiern nicht sehr viel seltener geworden?
Sagen eure Freunde nicht selbst vor einem runden Geburtstag: Ich mache nichts, fahre wahrscheinlich über ein Wochenende nach New York/Stockholm/in ein Wellness-Hotel/auf eine Kreuzfahrt oder alles zusammen?

Warum?
1. Empfinden wir mehr Freiheit so zu feiern wie wir wollen und auch nicht zu feiern, ohne eine gegenseitige Verpflichtung eingehen zu müssen – in dem Sinne „wenn ich bei dir eingeladen bin, muss ich auch eine Party ausrichten und dich einladen „ –?
2. Wollen wir nicht an unser Alter erinnert werden? Machen wir uns heute wirklich so sehr vor, dass unser Alter keine Rolle spielt, weil wir so jugendlich aussehen im Vergleich zu unseren Eltern?
3. Haben wir schlicht keine Lust darauf, als Geburtstagskind die ganze Mühe zu haben, eine Party ausrichten zu müssen?
(3a. Sind wir durch die Ausrichtung von Kindergeburtstagen so erschöpft, dass keine Kraft für einen eigenen Geburtstag übrig bleibt?)
4. Haben wir nie gelernt oder uns abgewöhnt, selbst bei einer erfreulichen Gelegenheit auch mal im Mittelpunkt zu stehen? Gönnen wir uns das nicht?
5. Sind uns die Kosten einer Feier zu viel?
6. Weichen wir möglichen Verletzungen in der Welt der komplizierten Mathematik der Kontakte aus, nämlich: „Wer ruft mich am Geburtstag an und wer nicht, wen lade ich ein und wen nicht? Wem will ich signalisieren, dass ich mehr Kontakt haben möchte? Und wer wird eingeladen und kommt einfach nicht?“
(Und erwähnen wir deshalb, dass wir ein lockeres „Sommerfest, stattdessen, irgendwann geben möchten“ und weichen damit der Tatsache aus, dass ein Geburtstag emotionaler ist und mehr wiegt als einfach (eine Absage für) ein Sommerfest?)

JanaBlog-Hitliste:
Gewinner: Nummer 3.,
zweiter Platz möglicherweise: die 6. kombiniert mit der 1.
Menschen in angelsächsischen Ländern verstehen unser deutsches Prinzip nicht, dass das Geburtstagskind an seinem Geburtstag nicht verwöhnt wird oder gar mit einer Überraschungsparty gebührend gefeiert wird, sondern dass es für die Ehren-Person ein besonders stressiger, wenn auch erfreulich hektischer Tag ist.


JanaBlog-Fazit:

Schade, falls (falls!) es mit dem Geburtstag bergab geht, denn insgesamt sind die rituellen Zusammenkünfte ohnehin weniger geworden (oder wie viele Taufen erlebt ihr noch**?) und es könnte sein dass
wir unterschätzen, wie stark jedes Ritual auf unseren (in der Mammutjäger-Zeit entwickelten) Kopf und unser Herz wirkt, bei dem die eigene Familien-/Nachbarn-/Freundessippe einen bestärkt, Zuneigung und Zusammenhalt signalisiert.
Während die komplizierte Kontakt-Mathematik von der Nummer 6. auch an einem Geburtstag ohne Feier zum guten Teil unvermeidlich ist, kann man die unter 1. genannte „gegenseitige Verpflichtung zu feiern“ („wenn ich zum Geburtstag eingeladen werde, muss ich dich ja danach ebenfalls einladen“) als Last empfinden, oder als Stärkung eben des (heute manchmal ohnehin schon sehr abstrakten) Sippen-Zusammenhalts (oder sich die Freiheit zu nehmen, sie locker zu ignorieren).
Jedenfalls sollten wir nicht über „zu viele Single-Haushalte und Vereinsamung in Städten“ jammern so lange wir die Magie des Feierns nicht nutzen…

JanaBlog-Idee:
… aber wir könnten möglicherweise auch darüber nachdenken, ob wir einen
weiteren großen Umschwung schaffen könnten:
nämlich ob wir aufhören könnten vom Geburtstagskind zu erwarten dass es eine ganze Party ausrichtet, sondern ihm die Mühe zumindest zum guten Teil an seinem Ehrentag abzunehmen.
Wer weiß, dann kommen vielleicht auch die scheuen oder gar die coolen Anti-Geburtstagskinder aus der Deckung und freuen sich doch!





*Ob das auch in anderen Ländern so ist? Was sagt ihr?
**Andererseits: Wir erfinden dafür neue Feier-Anlässe, wie zum Beispiel die Scheidung, also kein Grund zur Beunruhigung?
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/scheidungspartys-wenn-das-ende-der-ehe-zum-fest-wird-a-950375.html


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