Mittwoch, 18. Januar 2017

Monstrous Regiment









Einfache Lösungen an Fakten vorbei? Das wäre schön. Wer die verspricht, hat einen Vorteil.

Wir modernen Menschen können einem solchen Phänomen allerdings nicht aufsitzen. Wir orientieren uns an fundierten Informationen, können Komplexität aushalten und Eindeutiges ist uns eher verdächtig. Denn wir sind die Guten, diejenigen die offen sind, globalisiert, umweltbewusst, tolerant und vor allem: intelligent!

Wirklich?

JanaBlog jedenfalls schafft es im Privatleben(!) nicht immer

nicht vorschnell Schlüsse zu ziehen und
Sachverhalte nicht ungebührlich zu vereinfachen

und das macht durchaus was aus!




Die folgenden Beispiele werden euch vielleicht längst klar sein,

JanaBlog jedenfalls wird seit Jahren ganz einfach im Alltag vor Augen geführt, 
wie unbekümmert sie sich Informationen nicht nur in der virtuellen, sondern in der analogen Welt einbildet – lange bevor es Fake-News gab – 
und wie wenig Ahnung sie dabei von der Welt hat:

Beim Floristen empörte sie sich fleißig mit dem ahnungslosen Automatismus eines Umweltbesorgten als sie hörte, dass jeden Morgen ein großes Flugzeug aus Südamerika mit frischen Rosen ankommt, die sie dann preiswert kaufen kann. Das ganze CO2! Da entgegnete der Fachhändler cool, das wäre ganz im Gegenteil sehr gut für die Umwelt.*

JanaBlog-Annahme: Schuhe mit Absätzen tragen ist schlecht für Füße und Rücken! Das zumindest weiß doch jeder!
Leider falsch, wir sollten alle Absätze tragen!**

JanaBlog dachte, wir Deutschen wären unglaublich Umwelt-vorbildlich, Nummer 1 sozusagen. Wir trennen, fahren Fahrrad, und bilden uns einiges darauf ein. Sie fiel dann hinten über als sie vor ein paar Jahren sah, dass Deutschland auf der Liste der umweltfreundlichen Nationen nur im Mittelfeld war.***

Schon lange spendet JanaBlog nur noch Kleidung vor Ort in Deutschland, weil ihr eines Tages nach Jahren von Teilnahme an konventionellen Kleidersammlungen aufgegangen ist, dass sie damit nicht Gutes, sondern Schlechtes bewirkt hat.****

Jüngstes Beispiel: Am ersten Tag des Plastiktüten-„Verbots“ im Einzelhandel fühlte sich JanaBlog mit ihrer so umweltfreundlich aussehenden Papiertüte richtig gut. Bis sie am nächsten Tag las, dass die Maßnahme nicht nötig, sondern eben eher zum Wohlfühlen ist.*****


Ist schon klar, wir können nicht alles andauernd durchdenken, an allem zweifeln, und wir wollen uns alle als "die Guten" fühlen.

Und gut fühlt sich beispielsweise an zu behaupten, dass Bildung die Lösung wäre. Aber entgegen anderslautender Gerüchte – man kann es nicht oft genug betonen –
hat die chronische Vereinfacheritis nichts mit dem Bildungsgrad zu tun. Sie findet sich überall – ob am rechten Rand oder in angeblich fortschrittlichen Akademiker-Vierteln. Die Hochburg von denjenigen, die beispielsweise als Impfgegner generell “nicht an schulmedizinische Studien glauben“, ist nun einmal der Prenzlauer Berg.******

Jetzt was macht es überhaupt aus? Ist es nicht

Privatsache?

Wenn‘s einen selbst betrifft, meistens.
Wenn es Kinder betrifft, schon schwierig.
Und stimmt, nicht alle von uns beeinflussen andere Menschen,
nicht alle von uns erziehen Kinder und Enkel, nicht alle sind wir Aktivisten oder Politiker,
Lehrer, Chefs oder Journalisten, aber immerhin:

Jeder von uns trifft Entscheidungen, und

wir gehen wählen!

Was zumindest fürs Letztere bisher immer wieder unbewusst geholfen hat war der wohlbekannte Spruch „Nach uns die Sintflut“.
Nun hat sich aber leider ein zeitgenössischer Schriftsteller Gedanken dazu gemacht:

 „… Der Ausdruck »Nach mir die Sintflut« wird mal Louis XV. zugeschrieben, mal seiner Mätresse Madame de Pompadour. Er beschrieb ziemlich gut meinen allgemeinen Geisteszustand, aber es war das erste Mal, dass mich ein unbehaglicher Gedanke durchfuhr:

Was, wenn die Sintflut vor meinem eigenen Tod käme?“*******


                                                        … Da nimmt JanaBlog dann doch lieber schnell etwas Leichteres zur Hand und versucht sich an dem tiefsinnigen Unterhaltungs-Autor Terry Pratchett zu orientieren:

„The presence of those seeking the truth is infinitely to be preferred to those 
who think they've found it."
                                                                             Aus dem Roman
                                                                             „Monstrous Regiment“






Zu all den Sternchen:
Alle diese Informationen ohne Gewähr – manches hat sich in der Zwischenzeit sicher geändert. Dies ist nur eine Skizze zum Einfühlen in die Tatsache, wie schwankend das Floß unseres Welt-Wissens in Wahrheit ist. Bezeichnenderweise hat JanaBlog diese „Informationen“ in ihrem Privatleben(!) nicht vollständig nachrecherchiert sondern verließ sich zum guten Teil auf Experten – wie bei einer Autoreparaturwerkstatt oder einem Arzt :

*Rosen:  …Denn durch Einführung der Rosen-Bomber konnten viele Treibhäuser in Holland, Norditalien und Dänemark schließen, die für die Rosenzüchtung heftig beheizt werden mussten und damit wurde CO2 eingespart.

** Absätze: … Das Gegenteil ist der Fall: Die Physis des zeitgenössischen Menschen ist mittlerweile so verändert, dass durch eine generelle Anspannung die hinteren Muskulatur von Rücken bis Fuß herunter so verkürzt ist, dass ein Absatz bis 4 cm in vielen Fällen sogar besser sein kann als flache Schuhe! Auch für Männer!!(Auskunft der angesehensten Schuheinlagen-Macher Hamburgs)

***Was hat den Unterschied zu JanaBlogs Wahrnehmung der Deutschen als Umwelt-Weltmeister ausgemacht? All das Mineralwasser! Die Otto-Normalverbraucher-CO2-Bilanz wird dadurch ruiniert, dass uns das Mineralwasser von weit her gebracht wird. Eine neuere Liste hier für euch, Deutschland ist immer noch nicht Nummer 1: http://www.ingenieur.de/Themen/Klima-Umwelt/Die-20-umweltfreundlichsten-Laender-Welt

**** Zigtausende Beschäftigte der Textil-Branche in Afrika haben ihre Jobs verloren, weil ihre Länder mit geschenkten Klamotten überschwemmt wurden (während die Zwischenhändler daran verdienten). Gut gezeigt in "Der Altkleider-Irrtum", Dokumentation WDR von Dieter Könnes.

Unter anderem: Papier sei Plastik nicht vorzuziehen, weil es viel mehr Energie und Ressourcen bei der Herstellung verbraucht und die Umwelt noch mehr belastet. Auch der Baumwollsack, der Nachfolger der Jutetüte, ist nicht per se die bessere Wahl. … Außerdem:
Die Plastiktüten-Verwendung in Deutschland sei eigentlich überhaupt kein wirkliches Problem…
****** Zum Prenzlauer Berg: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/lobo-kolumne-pseudoskepsis-zweifelt-an-allem-ausser-an-sich-selbst-a-1016636.html

******* Zitat zur Sintflut: aus „Unterwerfung“, von Michel Houllebecq



Fotos:

King Kong: Gesehen in Heidelberg, Antiquariat T. Hatry

Brutal …: Ein Buch von M&C Saatchi
https://www.amazon.de/Brutal-Simplicity-Thought-Changed-World/dp/0091957028
Dieses Buch hat eigentlich fast nichts mit JanaBlogs Gedankengängen zu tun, der Titel ist aber großartig! Müsste man auf Tassen, Seifen und T-Shirts drucken!




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Dienstag, 10. Januar 2017

Eat Glitter







Hilft euch Aberglaube?

Nun sagt jetzt nicht, dass ihr nicht abergläubisch seid: 
Glücksbringer aller Art zu Prüfungen und Jauch-Millionärs-Sendungen mitnehmen,
Ballern zu Silvester,
Sachen nicht be-schreien wollen,
auf Holz klopfen,
seinen Geburtstag auf keinen Fall vorfeiern ….

Geburtstag nicht vorfeiern ist übrigens eine deutsche Spezialität, andere haben da nicht so abergläubische Probleme. Aber interessant: Zu Silvester 2016 ist selbst in Deutschland plötzlich ein Trend entstanden, der sich um Aberglauben nicht mehr scherte oder einen neuen kreierte: Statt direkt nach Mitternacht oder am 1. Januar zum neuen Jahr zu gratulieren, trudelten diesmal (nicht nur) bei JanaBlog die Glückwünsche zum neuen Jahr den ganzen Silvester-TAG über ein. Der Wunsch das Jahr endlich zu beenden war wohl so groß, dass wir es geradezu magisch dazu zwingen wollten, ganz schnell zu Ende zu gehen...

Wer nicht glaubt, dass selbst bei uns – und sei es als Ironie –
archaischer Aberglaube herumgeistert (noch heute glauben viel zu viele Menschen auf der Welt wie in Urzeiten, dass sie durch das Essen von bestimmten Tier-Teilen (Tiger-Knochen, Nashorn-Staub, Elfenbein …) die Kraft der verspeisten Tiere für sich gewinnen), muss sich nur
die folgende Schilder-Überschwemmung anschauen. Nach dem Motto: Mit Diamanten ist schon ganz schön, mit Glitzer geht‘s auch:



Ist allerdings ein Fortschritt im Vergleich zur Tötung seltener wilder Tiere. Dieser Trend ist übrigens weltweit, dieses Foto stammt aus Montreal:
  



Und in Berlin hat man dann natürlich gleich einen ironischen Kommentar parat:







Blogger als moderne „Dichter“ jedenfalls sind mit Aberglauben auf der sicheren Seite. Sie haben nämlich den Segen der höchsten deutschen Literatur-Instanz:

Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens;
deswegen schadet‘s dem Dichter nicht abergläubisch zu sein.

                                             (Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen)


In diesem Sinne: Toi toi toi, her mit dem Glitzer, weiter so – oder?! 






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Donnerstag, 29. Dezember 2016

Wunderkerze?








Gesehen bei Kerzilein




Skeptisch dürfte die Menschheit all die Glücksbringer für das Jahr 2016 im Nachhinein betrachten, und eher behutsam in die Silvester-Feierlichkeiten gehen.

Aber JanaBlog sagt:

Schluss mit dem Gejammer über das Jahr 2016, jetzt sind Taten gefragt!

Hier der JanaBlog-Service, mit den besten Neujahrswünschen für euch:





Anleitung:

1. Diesen Blog Post ausdrucken.
2. Entlang der Perforierung das Jahr 2016 ausschneiden.
3. Zu Silvester um Mitternacht diesen 2016-Papier-Abschnitt feierlich verbrennen.
4. Den verbliebenen zuversichtlichen(!) Abschnitt für 2017 als Talisman gut aufbewahren.



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   2016




  

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Gesehen bei Present & Paper in Berlin




5. Oder man kann den 2017-Abschnitt einfach in die große Lostrommel des Lebens werfen, wie ein Lotterielos,

und voller (wenigstens minimalen) Grundvertrauens ins neue Jahr springen.

Was sonst?







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Donnerstag, 22. Dezember 2016

Schutzengel







Eigentlich ist einem doch in diesem Jahr statt nach einem Weihnachtsmann/Christkind 
nach einem Krampus (heutzutage auch bekannt als Vorläufer des Teufels/Begleiter des Nikolaus http://janablog1.blogspot.de/2015/12/krampus.html):




Denn es fühlt sich ein wenig so an als ob der zarte Nikolaus-Gedanke gegen den Krampus-Gedanken etwa in diesem Größen-Verhältnis stünde:




Und eigentlich hätte man am liebsten so eine furchterregende Figur neben sich, die andere Angst einflößende Erscheinungen abschrecken kann.

Das Christentum hat das Erscheinungsbild unseres Beistands gegen die Dunkelheit in seiner Form etwas verändert und ihn Schutzengel genannt. Wie stark der in Wirklichkeit ist, ist ungewiss – hier lässt ein Künstler einen Engel sogar ganz eigenständig die Geschenke bringen (oben rechts*):




Wem das nicht stark genug ist, kann immer noch mit dem kräftigen Rot dieses Herren vorlieb nehmen (der hier auf der bezaubernden Weihnachtskarte** bemerkenswerterweise sogar das Christkind zur Bescherung mitbringt, Mitte links):




Egal ob mit unheimlichen Helfern, 
starken Schutzengeln oder 
einem väterlichen Weihnachtsmann,

JanaBlog wünscht euch allen ein


wunderbares Weihnachtsfest, das vor allem dafür steht,

dass wir Menschen füreinander da sind

und uns gegenseitig Wärme und (nicht nur weihnachtliche) Geborgenheit geben können.






Ähnliches von JanaBlog:



*Detail aus der Weihnachtskarte von Edition Tausendschön, Copyright Behr Design












**Detail aus der Weihnachtskarte von Edition Tausendschön, Copyright Behr Design














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Freitag, 16. Dezember 2016

Wir Helden







Star Wars und Weihnachten treffen sich 
sehr selten in dieser Form, aber
 durch das Timing der Weihnachtsfilme
gehören sie allmählich zusammen!
Cover des Buchs „Ich bin dein Vater“
 von riva
WIR sind in Wirklichkeit die Helden, 
obwohl wir (nicht nur zu Weihnachten) scheinbar 
auf Zuwendung von außen hoffen. Auf den Weihnachtsmann, das Christkind, die Eltern, den Staat – oder zumindest den heidnischen Weihnachtsbaum mit Geschenken und emotional-paradiesischer Geborgenheit.

Unser nunmehr traditioneller Kino-Mega-Weihnachtsfilm* trainiert uns für die weniger romantische Realität.

Und anscheinend ahnen wir bereits die Wahrheit, und holen uns alle Jahre wieder eifrig Bestärkung in den neuen Menschheits-Legenden.

Denn worum geht es in Star Wars, Harry Potter, Herr der Ringe seit Jahren?

Um Helden, in die wir uns hineinversetzen können,
die für das Gute nicht nur freundlich Geschenke verteilen 
sondern in Zeiten von Bedrohung und Krise 
ihren Geist konzentrieren, das Schwert/Zauberstab in die Hand nehmen und 
für das Gute kämpfen!

Design von
Ihr schaut diese Filme nicht? Ihr nehmt sie trotzdem unwillkürlich auf, sie liegen in der Luft:

Euer Kind will einen Star Wars-Adventskalender und ihr müsst ihm jeden Abend aus Star Wars-Büchern vorlesen. Ihr stolpert überall über Star Wars/Harry Potter/Herr der Ringe etc.-Symbole in Form von Figuren und Tassen, Wiederholungen im Fernsehen, Anspielungen in Werbungen, verzierte T-Shirts und Gespräche von Kollegen …

Und das ist gut so. Denn das zeigt, wir

scheinen zumindest regelmäßig mit Genuss innerlich zu üben und ganz allmählich zu verstehen, dass

nur wir selber unsere Welt immer wieder retten können, dass wir dafür vor allem

unseren Geist trainieren müssen (Hogwarts! Jedi-Ritter-mentales Training!) und


Gesehen bei H&M
im Dezember 2015

dass, wie im Herrn der Ringe,

„das Zeitalter der Menschen angebrochen ist“,

in dem wir alleine 
ganz ohne Gandalf/Dumbledore/Weihnachtsmann/Christkind 

für uns und die Welt zuständig sind.










*Also derjenige Mega-Streifen, der nun alljährlich Mitte Dezember herauskommt und die Kinos füllt wie kein anderer im Jahr. 

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Freitag, 2. Dezember 2016

Wer hier klaut …











… stirbt. Das hat sich nicht JanaBlog ausgedacht, sondern – wer?

Der Verkäufer von Holzspielzeug und friedlichen Weihnachtskrippen auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt*!




Nicht minder fürsorglich und elegant zeigte ein anderer Unternehmer seine Verzweiflung. Dies hing an der Stelle mit der schönsten Aussicht auf die Alster in Hamburg, an der Alsterperle**:




Dass mittlerweile auch coole Hipster angesichts der zunehmenden Klauerei die Fassung verlieren können, zeigt dieses Schild eines Anbieters frisch gezapften amerikanischen Biers vom Street Food Thursday in der Markthalle Neun in Berlin:







Trotz aller Schilder Kinders, wie auch der coole Bier-Typ sagt:

                                Schön selber aufpassen! Nicht zum Opfer werden!






*Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt Hamburg, (gesehen im Dezember 2015)
**Alsterperle Hamburg, http://www.alsterperle.com/(gesehen im September 2015)
***Markthalle Neun, https://markthalleneun.de/ Street Food Thursday, Berlin (gesehen im März 2016)


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Donnerstag, 24. November 2016

Kopf hoch





        „Fear is wisdom in face of danger…“
                             
                                          (Sherlock Holmes in "The Abominable Bride", BBC)




Der Spruch aus Game of thrones
(„Winter is coming“)
wird im Augenblick überall ziemlich
strapaziert, aber in der Serie haben 
wir jedenfalls schon mal
ein bisschen geübt. Und nach 
einer Weihnachtszeit, die bestimmt 
von einer Flucht ins Schöne und Warme
geprägt sein wird, wird der harte Winter 
tatsächlich kommen,
spätestens ab dem 20.1.2017.
Die Zukunft verdüstert sich, die Nachrichten machen keinen Spaß.

Wie soll man sich auf die neue Welt einstellen?

Etwa 25 Jahre lang sind wir zumindest im Westen, in Deutschland verwöhnt worden – wir dachten, die Welt wird endlich besser: eiserne Vorhänge können endgültig fallen (1989), atomare Bedrohung kann deutlich zurückgehen, Entwicklungsländer werden endlich wohlhabend, wir überstehen sogar terroristische Bedrohungen (trotz 9/11), und selbst fehlende Banken-Regulierung könne uns nichts anhaben (2008, und wir leben noch).

Und jetzt das: wir haben nur geträumt, und dabei Vieles übertrieben und vor allem: verschlafen!

Nun wird sich zeigen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind – ob wir nur verwöhnte Wohlstands-West-Europäer/Amerikaner sind, oder mehr. Und das werden wir zeigen, ob wir wollen oder nicht.


Manche werden sich ins Privatleben zurückziehen, wie es beispielsweise in vielen Diktaturen geschehen ist. Manche suchen bereits verstärkt die Gesellschaft von Gleichgesinnten, andere stürzen sich in Aktivismus – wie beispielsweise eine Frau in den USA, Meena Harris, die einen – ja wirklich: „pantsuit drive“* beginnt bei dem Frauen ihre nur wenig benutzten Power-Business-Anzüge anderen Frauen spenden können. Oder man erforscht esoterische Wohlfühl-Angebote, stürzt sich in Sport oder in Strick-Wettbewerbe.

All das wird unsere Gesellschaft aber nicht weiterbringen.
Denn ausschließlich wegzuschauen, weiter Gefahren zu unterschätzen, nicht kritisch mit zu denken – das hatte schon vor knapp hundert Jahren desaströse Folgen!

Nicht jeder wird zum Helden werden müssen (http://janablog1.blogspot.de/2014/06/lehman-helden-werden.html)

aber
unsere Pflicht als Bürger ist es nun mal,
wachsam zu sein,
sich hinreichend zu informieren und
zu wählen.

Klar kann es deprimierend und anstrengend sein, und deshalb ist es

hilfreich nach dem Prinzip Standbein – Spielbein vorzugehen:

einerseits

- die Einnahme von schlechten Nachrichten gut dosieren, aber zu bewältigen (http://janablog1.blogspot.de/2016/03/geistiges-immunsystem.html) und dabei gegebenenfalls

- Techniken erlernen, um nicht innerlich abzustürzen, sondern immer 
im guten Zustand zu bleiben.

Parallel und abwechselnd

dafür sorgen, dass man seine Energie-Batterie gut auflädt.

Womit – das ist ja sehr individuell. Wenn Stricken hilft, ist es gut. Aber
eins hilft ja bekanntermaßen jedem:

Wie der Mentor im hervorragenden Roman „Anathem“ von Neal Stephenson
seinem Frodo-ähnlichem Schützling auf den Weg gibt, als der noch nicht einmal ahnt, welche Abenteuer auf ihn warten:
dass er sich an den kleinsten Dingen des Lebens freuen soll – völlig kitschig an einem schönen Sonnenaufgang, einem kleinen Blümchen –, weil er das auf seinem harrten Weg sehr gut gebrauchen kann.

Noch besser ist es, sich proaktiv innerlich geradezu zu rüsten.

Sich klar zu machen, was einem persönlich wichtig ist,
für welche Werte man bereit wäre, zu kämpfen, falls es nötig wird:

Meinungsfreiheit? Toleranz? Gleichberechtigung? Flüchtlingsfragen? Kulturförderung? Umweltschutz?

Sich nach und nach klarzumachen: Wo ist meine Grenze? Was geht gar nicht?


Anett Stuth „With kind regards“, 
ein besonders hellsichtiges Kunstwerk
das zwar von 2016 stammt,
aber bereits im Frühjahr fertig war.


Und gegen ein eventuelles Gefühl der Machtlosigkeit helfen bereits kleine Schritte:

Vereine und Stiftungen in den USA, die sich für die Einhaltung demokratischer Grundsätze und für Rechte von bestimmten Menschengruppen einsetzen freuen sich bestimmt auch über Spendengelder aus Europa!














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