Freitag, 10. Februar 2012

Overknees – altbacken?

(Aus der Reihe: Postkarten aus Japan)


Sehr typischer japanischer Klamotten-Laden
Meine Lieben, die Fashion Weeks haben begonnen!

Das lässt vielleicht viele kalt, aber es ist ein guter Anlass sich noch schnell mit der japanischen Winter-Mode zu beschäftigen. Oder überhaupt mit Japans Mode.

JanaBlog hatte sich sehr gefreut, wir wissen alle, dass Japan ein an sich aufregendes Mode-Land ist.

Umso größer meine Überraschung: Die Japaner mögen keine – und schon keine klaren – Farben! Selbst die Designerklamotten sind abgetönt in dumpfen Tönen, das einzige: dumpfes, sehr dumpfes Orange ist erlaubt.
Also damit ihr mich richtig versteht, die Farben würde bei uns wirklich keiner tragen, aus unserer Sicht wirken die Läden sehr - altbacken.

Nicht altbacken wirken natürlich die herausgeputzten Minirock- Overkneestrümpfe ( sowieso absolutes Muss! Und Japanerinnen wohl die einzigen, die es sich wirklich leisten können) -Highheels - viel - Schminke- Girls, aber auch die: keine Farbe! Der gleiche (für uns altbackene) Alt-Braun-Schleier!


Welch ein Kontrast zur alten Mode aus Japan: Die alten Kimonos strahlten (und strahlen) vor Farbe!




 
Wer kann mir diesen Gegensatz erklären?

Mittwoch, 8. Februar 2012

Langsam, langsamer, Tagesschau

Die Tagesschau ist zu langsam!

Der Reihe nach: früher, so vor gefühlt fünfzig Jahren war es so- und jetzt hört gut zu, ihr unter 35jährigen Leser: abends um 20:00 durfte man in Deutschland niemanden anrufen, denn alle schauten sich die einzige aktuelle Nachrichtenquelle des Tages an: die Tagesschau!!! (Stellt euch einfach vor, es wäre eine Art Tatort, den ihr in der Kneipe an der Ecke rituell Sonntag abends mit Freunden guckt, und irgendwer wollte euch dabei stören (außer per SMS natürlich) und das: jeden Tag!)

Denn außer Zeitungen und Radio konnte man sich einfach nicht informieren.

Jetzt gibt es die Tagesschau immer noch und letzthin schaute ich sie mir wieder an und stellte fest: sie fühlt sich einfach zu langsam an!! Das, was ich in Spiegel Online, New York Times, Google & Co innerhalb von drei Minuten herausfinden kann (inklusive Kurz- Videos), dauert da eine Viertelstunde, unglaublich seriös zwar, in unglaublich klarer Aussprache und lang wirkenden Beiträgen...
Alles auf hohem Niveau, aber : zu langsam für mich!!! (ich ertappe mich, ganz Kind meiner Zeit, dabei, gleichzeitig in den IPad zu spicken)

So jetzt: Soll man die Tagesschau einfach nicht schauen? Gar abschaffen? Abgesehen davon, dass die Älteren unter uns sie vermissen würden:
Für eine Sache ist sie wirklich gut:

Man kann sich dort in aller Ruhe diejenigen anschauen, die für unsere Politik wichtig sind. Man sieht sie sich bewegen, hört sie reden, bekommt ein Gefühl für ihre Persönlichkeit. Und das ist für uns als Empathie-Wesen, als Homo Sapiens also, sehr wichtig. Das ist es, was letzten Endes immer wieder zählt: sich über einen persönlichen Kontakt ein Bild vom anderen machen zu können um die Frage beantworten zu können: Kann ich dem trauen? Oder wenn nicht, dann warum? Zu welcher Art Menschen, zu welcher (Interessen-Gruppe) gehört er dann? Wie verhalten sich die Politiker gar zueinander? Ist das ein echtes Lächeln bei den offiziellen Terminen, oder gar bei den Freundschaftsbekundungen, oder wirkt es falsch auf mich? Wie sind die Machtverhältnisse in der beobachteten Gruppe?

Näher kommen wir den meisten Politikern (und sonstwie in Nachrichten relevanten Menschen) als Normalos kaum.
Und die sehr kurzen Beiträge im Internet ersetzen die Langsamkeit der Tagesschau auch (noch) kaum.

Also gut. Dann ab und zu Tagesschau (oder Heute oder...).

Oder? Was meint ihr?






 (Foto: Edgar Freecards)

Dienstag, 7. Februar 2012

Nachschub

(… zum gestrigen Post)


Meine Lieben, unsere Zeit tickt schneller als früher. Wer hätte gedacht, dass davon sogar Behörden erfasst werden?

Jedenfalls in Hamburg: bis gestern war die Angabe korrekt, dass die Hamburger noch 2 Wochen auf ihre Eisspaziergänge warten müssen.

Überraschung: Spaziergänge auf eigene Gefahr hat die Umweltbehörde nun (tatsächlich auch für die Medien überraschend) erlaubt!

So ein Unsinn! Waren die Behördenmitarbeiter denn noch nie an der Alster? Sahen sie noch nie, wie verantwortungslos und unbekümmert ohnehin viele das Eis testen? Sogar ihre Kinder mitnehmen und sie damit einer überflüssigen Gefahr aussetzen? Und jetzt wollen Sie noch mehr Menschen ermutigen?

- Große Bereiche des Sees sind - laut Umweltbehörde selbst! - noch völlig brüchig, mit nur 6 cm Dicke, und werden nur teilweise als Gefahrenbereiche ausgewiesen (auch laut Umweltbehörde)!!!!

- Deshalb laufen Polizisten am Ufer Streife. Sie könnten aber sowieso nicht helfen, denn die Gefahrenbereiche sind auch im Inneren des Sees.

-Also ist ein Hubschrauber (der ansonsten sinnvolle Rettungseinsätze fliegen könnte) bereits immer wieder im Einsatz, um die Menschen von Gefahrenbereichen zu vertreiben.

- Der See ist bis zu 4,5m tief, wenn man in diesen eisigen Zeiten hineinfällt, kann einem sowieso niemand mehr rechtzeitig helfen.

Warum??? Es gab keinen Druck der Öffentlichkeit, kein Countdown im Radio....

So, jetzt seid ihr (und JanaBlog) up to Date. (Ach ja, das Alstereisvergnügen, also das Volksfest, steht mit einem so dünnen Eis natürlich laut Umweltbehörde dennoch in den Sternen…)

(Foto: René Menges)

Montag, 6. Februar 2012

Hamburger, hinten dran

So viele schöne wie schreckliche Winter-Fotos erreichen uns derzeit in allen Medien, einige davon können sogar fühlbar das vermitteln, worum es im Moment geht: die Kälte!

Ganz anders diese Postkarte:



Sie ist 15 Jahre alt! Man kann es regelrecht an den Klamotten sehen*, oder?

Aber die Kälte ist da auch nicht wirklich fühlbar, sieht eher lässig aus... und ist das neueste Foto eines Alstereisvergnügen aus Hamburg.

Denn die Hamburger können einstweilen nur davon träumen, was viele, unter anderem die Amsterdamer in ihren Grachten mit ihren Schlittschuh-Vergnügungen aktuell längst haben: dem sogenannten Alstereisvergnügen. Also: der mitten in der Stadt befindliche - besonders tiefe, streng genommen Teil eines fließenden Gewässers darstellende und deshalb besonders schwer gefrierende - See (Außenalster) friert dann zu, es werden etwa 150 Glühwein- und Imbissbuden aufgestellt, und ganz offiziell dürfen Zehntausende Menschen über die riesige Seefläche flanieren. Ein wahres Volksfest!

Und jedes Kind in Hamburg weiß inzwischen die Dicke, die das Eis erreicht haben muss, um die Genehmigung zu bekommen: "20 cm, ohne Lufteinschüsse".
Konkret übersetzt heißt das, dass die Hamburger noch mindestens zwei Wochen strengen Frost bräuchten.

Und das ist zuletzt vor sage und schreibe 15 Jahren passiert! (Richtig erraten, früher kam das häufiger vor, eine Zeit lang sogar jedes Jahr! Und ja, der Vollständigkeit halber: es gibt sehr romantische Fotos von Hamburgern auf dem Eis aus dem Jahr 2010. Das war aber kein frei gegebenes Alstereisvergnügen, sondern lebensgefährlicher Leichtsinn!)

Ich verspreche euch Bescheid zu geben, falls dieses kostbare Ereignis tatsächlich wieder stattfinden sollte!



 
*Oder bilden wir uns so etwas nur ein, und wir hätten es an den Kleidern gar nicht erraten?

(Foto: René Menges)