Donnerstag, 22. Dezember 2011

Pur, englisch oder klassisch

Mehr in sogenannter Face-Time als online, genauso wie Plätzchen-Time, Baum-Deko-Time,… – ich hoffe so verbringt ihr eure Weihnachten? JanaBlog feiert nun jedenfalls Weihnachten offline!


(Am wichtigsten aber sicher die erste, die Face-Time, zusammen sein mit euren Lieben, und auch wenn es mal im emotionalen Gebälk knarzen sollte - Geduld! Es ist Ausnahme-Zeit (und geht auch vorüber)!)

Und egal wie sie bei euch aussieht - pur, eher englisch-bunt oder klassisch, JanaBlog wünscht euch eine einfach zauberhafte Weihnachtszeit!!!



























(Foto Pure Christmas: Werner Hellmund)

Dienstag, 20. Dezember 2011

Vernissage, Performance, Finissage

Unsere innere Uhr ist schon längst auf Weihnachten gestellt, denn dieser Advent ist so lang wie sonst nie: nach dem vierten Advent wollen wir eigentlich endlich loslegen, oder? Eine Freundin sagte, sich am kommenden Donnerstag oder Freitag zu verabreden, empfinde sie schon beinahe als Sakrileg, eigentlich sei ja schon Weihnachten…

Was bleibt uns zu tun? Geschenke verpacken!
Oder Last-Minute-Geschenke, oder Doch-Noch-Geschenke besorgen.

Mit diesen Bändern könnt ihr aber völlig kommentarlos eventuell Last Minute-Ideen sehr ausdrucksstark verpacken:“Ich-weiß-wir-wollten-uns-nichts-schenken-Geschenk" und: "Nicht schütteln! Da ist Liebe drin!"
Ihr braucht dann überhaupt nichts zu erklären!

Erklärungen sind aber gar nicht so schlecht: Ein Weihnachtskärtchen mit der Erklärung, wie man dazu gekommen ist genau dieses Geschenk auszusuchen, selbst bei ganz kleinen Geschenken oder bei solchen, bei denen ihr euch nicht sicher seid ob sie ein Treffer sind, ein Erfolgsgarant!

Eine schöne Idee, die mir über den Weg lief, ist auch, den Weihnachtsabend als eine Vernissage und Finissage in einem zu betrachten: Verpackung und Aufstellung der Geschenke, also der Kunstwerke (Beleuchtung: Weihnachtsbaum), am Ende: Abbau! (Bzw. das wundervolle Geschenkpapier-Chaos, das selbst am nächsten Morgen noch ganz verzaubert aussieht!)

Nicht nur ein Kunstwerk, sondern eine wahre Performance ist ein Weihnachtsabend ja ohnehin immer. Die Wohnung glänzt, wir selber (hoffentlich) auch in weihnachtlich glitzernden Klamotten (oder zumindest keiner Jogginghose), alle geben sich Mühe, ein Drehbuch gibt es auch, zumindest meistens, nach Traditionen oder nach vorab neu auszuhandelnden Abläufen (Essen, Geschenke, Kirche, Spielen, Anrufen von geographisch entfernten Verwandten,…).

Manchmal ist der gute Wille größer als die Fragilität der Emotionen, aber das macht nichts: mindestens einen Augenblick gibt es immer, der eine wahre Freude bedeutet (selbst für diejenigen, die es nie zugeben würden!): Der Augenblick, wenn man sein Geschenk erblickt, und dabei realisiert, dass sich jemand bereits in den letzten Wochen (oder Tagen) Gedanken gemacht hat, sich dann hingesetzt hat uns sogar ein Päckchen gepackt (oder gar eine Karte geschrieben hat!), also für einen selbst Aufmerksamkeit und Zeit aufgewendet hat. Da erscheint selbst bei den größten Weihnachts-Muffeln wenigstens für einen Sekundenbruchteil ein Lächeln auf dem Gesicht, garantiert!

(Ihr ahnt wahrscheinlich schon, dass ich eher bei der "Ja-wir schenken uns was-Fraktion" bin, gell?…)



(Bezugsquelle für spät Entschlossene auf Anfrage, eins wird verraten: für Münchner am einfachsten zu erreichen!)

Sonntag, 18. Dezember 2011

Verlust

Milan Kundera:
Das Leben von Vaclav Havel glich einem Kunstwerk.

Glen Hansard (Sänger):
Die Tschechische Republik hat ihren König verloren.





Lubomír Zaorálek (Politiker):
Havel war bekannter als die Tschechische Republik selbst.

Karolína Peake (Politikerin):
Als er das erste Mal zum Präsident gewählt wurde und auf den Balkon auf der Prager Burg getreten ist, heulte ich unter dem Balkon vor Rührung.

Přemysl Sobotka (Politiker)
Ich glaube fest, dass mit dem Ableben von Vaclav Havel hier nicht die Kommunisten zurückkommen, weil ich das für eine große Tragödie halten würde.

Milada Sárová, (Havels Ärztin)
Ich hatte Angst um ihn. Er war ein tschechischer Dalai Lama.

Dalai Lama, vor einer Woche in Prag,
schenkte Vaclav Havel einen weißen Schal und ein goldenes Rad, das Symbol von geistiger Transformation, für Schutz und für die Fähigkeit Hindernisse zu überwinden. Er machte sich Sorgen um Havels Gesundheit und empfahl ihm die tibetische Medizin.
"… Ich bin jetzt sein tibetischer Mediziner.… Ich bat ihn, noch zehn Jahre zu leben.“

(Zwanzig. Noch zwanzig Jahre, mindestens, hätte ihn das Land dringend gebraucht.)

In Tschechien versammelten sich am Sonntag Abend Tausende auf den Plätzen in Prag und anderen Städten. Menschen stellten Bilder von Vaclav Havel in ihre Fenster. Alle Moderatoren und Politiker, selbst diejenigen die mit ihm inhaltlich nicht übereinstimmten, sprachen bei ihren ersten Stellungnahmen mit zitternder Stimme. Manche sprachen es aus: es gibt niemanden in Sicht, der diese Lücke schließen würde.
(Ich weiß, JanaBlog ist kein politischer Blog. Aber manchmal Ausnahme:)
Möge dies ein konstruktiver Schock sein.









(Fotos: Milan Malíček, Právo;
Lukáš Bíba, HN;
ČTK;
René Wolfík)