Freitag, 10. Juni 2011

Von Franz Liszt – ein Foto??

Letzthin war ich in einem Konzert, schlug das Programmheft auf und bekam einen kleinen Schreck: neben der Beschreibung des wunderschönen Stückes von Franz Liszt war nicht etwa ein gemaltes Bild oder eine Zeichnung, wie neben dem Stück von Franz Schubert. Es war dort tatsächlich eine Fotografie von Franz Liszt zu sehen!

Fotografie-Experten schlagen natürlich jetzt die Hände über dem Kopf zusammen, Musik-Historiker wahrscheinlich auch, aber für mich war das neu. Ich liebe die klassische Musik, über die Komponisten persönlich habe ich mir ganz allerdings nicht zu konkrete Vorstellungen gemacht und auch nicht ihre Bilder verfolgt.

Was mich jetzt überraschte: selbst noch Komponisten wie Franz Schubert oder Franz Liszt sind für mich sehr weit in der Vergangenheit, ganz weit weg… und dann ein Foto? Denn es ist schon bemerkenswert, welchen Unterschied es macht: wenn man den Menschen real, also auf Foto abgebildet sieht, kommt er einem gleich viel näher vor, gegenwärtiger, fast so als ob man ihn hätte und man bildet sich ein man würde mehr über ihn erfahren als über ein gemaltes Bild.

Geht es euch auch so?

Der Vollständigkeit halber habe ich nachgeschaut: dieses Foto zeigt Franz Liszt als 46-jährigen, muss also in 1857 gemacht worden sein. Laut Wikipedia stammt die erste erhalten gebliebene lichtbeständige Fotografie aus 1826. In den Jahren 1840/41 wurden die aller ersten Porträt-Ateliers in den USA bzw. Europa eröffnet.

Also war es zu dem Zeitpunkt tatsächlich noch etwas besonderes, und ich darf mich weiter wundern über meine beinahe echte Begegnung mit Herrn Liszt!

(Foto von Franz Liszt: Franz Hanfstaengel; Zeichnung von Franz Schubert: Programmheft des Konzerthauses Berlin)

Donnerstag, 9. Juni 2011

Bibimbab


… nach dem gestrigen aufregenden (siehe unten) Post sehr schön: fünfmal hintereinander aufsagen: Bibimbab, Bibimbab, Bibimbab, Bibimbab, Bibimbab… – – kitzelt richtig!

(Gegoogelt: es handelt sich anscheinend um ein beliebtes koreanisches Gericht! Fotografiert in Berlin am Eingang eines Raums, der deutlich kleiner war als ein durchschnittliches Wohnzimmer und keineswegs als Restaurant erkennbar)

Mittwoch, 8. Juni 2011

Jetzt reicht's!

Am Wochenende schon wieder mindestens 20 Züge, die wegen ganz normal sommerlichen Temperaturen  kaputtgehen??

Wieso lassen wir uns das gefallen?

Deutschland hat im Ausland einen Ruf von sorgfältigen Handwerkern und einer ehrgeizigen Technik-Nation.

Das Ausland würde sich aber wundern!!

Ernsthaft: wir bekommen zurzeit ja noch nicht einmal unsere simple Infrastruktur hin, nämlich Bahn, Post, Telekom, Straßen: spontane Beispiele, einfach aus dem Bekanntenkreis:

-Bahn: Fährt nicht pünktlich, nicht nur Umsteige-Verbindungen geraten deshalb (im Winter sowieso routinemäßig) zum Albtraum. Sie bekommt die Wagenreihung meistens nicht hin und schafft es nicht einmal darüber korrekt zu informieren, häufig fallen die Reservierungs-Anzeigen aus, im Winter fallen die Heizungen aus, bei 20° oder darüber kocht sie ihre Gäste,…

-Post: (und die wenigen Konkurrenten genauso, ich sehe mich gezwungen auch Hermes und TNT zu erwähnen): jeder kann ein Lied davon singen, denke ich, näheres in meinem Post "Paket-Wut“ von letzter Woche.

-Straßen: in vielen Städten dermaßen voller Löcher, dass sie an den berühmten jugoslawischen Autoput aus den achtziger Jahren erinnern.

-Telekom: versucht mal umzuziehen und einen neuen Anschluss zu bekommen, aus dubiosen Überbrückungs-Verträgen auszusteigen oder die Telekom daran zu hindern dass sie Tausende Euro vom Konto abzieht (ja, gibt es immer noch!)!

-Die Arzt- und Krankenhausgeschichten zähle ich hier lieber nicht auf, da hat fast jeder seine traurigen Erfahrungen gesammelt.

-Beim Abschleppen von Autos wird den Autofahrern durch unseriöse Privat-Firmen häufig ungerührt das Doppelte von dem zulässigen Betrag abgeknöpft.

-(Wie ich höre funktioniert noch nicht einmal IKEA (unsere Möbel-Infrastruktur also) überall! Die berühmten so preiswerten Küchen werden von Subunternehmern installiert, die gerne mal die Wasserleitungen anbohren und danach verschwinden, weil sie nur vorgetäuscht haben dass sie eine Haftpflichtversicherung haben usw.)

Früher mal gab es eine sehr beliebte Sendung, in der in Form von Sketchen von Zuschauern eingereichte Vorkommnisse, Reklamationen und verzweifelte Zustände dargestellt, und damit bloßgestellt wurden. Es hieß sehr passend: "Wie bitte?"

Warum gibt es das heute nicht mehr? Sind wir heute einfach alle so überlastet, dass wir uns dagegen nicht wehren? Ist es uns einfach egal?
Und warum sind wir nicht langfristig anspruchsvoller was die Achtung unserer Zeit angeht? Wieso verlangt niemand Schadensersatz für all die Zeit, entgangenen Verdienst (Selbstständige!), entgangene Urlaubstage, Nerven und Kosten die mit alldem einhergehen?

Warum werden die Firmen nicht an den Pranger gestellt? Es ist natürlich nicht einfach sich zu wehren, denn all diese Firmen haben Quasi-Monopol-Stellungen (weil keine oder viel zu wenige Konkurrenten), manche von ihnen richten noch nicht einmal Reklamations-Abteilungen oder -Telefonnummern ein, weil sie sich so sicher sind, dass ihre Kunden sie brauchen!

Aber warum machen wir es uns nicht einfach – mit Sammelklagen, Plattformen im Internet, Nutzung der Medien??? Warum sagen wir nicht einfach: Jetzt reicht's!

(Foto: Kimura /Voller Ernst)

Dienstag, 7. Juni 2011

U-Bahn-Flut: Monsterwelle!


Zu diesem Bild müsst ihr euch auch noch eins vorstellen: Rauschen, wie von einem Wasserfall!

Dies fand gestern Nachmittag in Hamburg statt: ich stellte mich in einem U-Bahn-Durchgang unter, draußen quasi Weltuntergang, bis hin zu Graupel-Attacken und plötzlich kommt eine Wasser-Welle die Treppe hinunter und flutet innerhalb von ca. 6 Minuten den Gang und fließt ungerührt, für mindestens eine halbe Stunde wie ein regelrechter Fluss hinab auf den Bahnsteig!

Interessant: obwohl ich wusste, dass ich durch einen anderen Aufgang, der noch trocken war, jederzeit den Tunnel hätte verlassen können, blitzte für einen Sekundenbruchteil die Summe aller New York-Zerstörungs-Horror-Filme durch meinen durch Science-Fiktion trainierten Kopf und im Geiste sah ich schon eine Monster-Welle durch das Treppenhaus auf uns nieder sausen, uns unter sich begraben!

(Anschließend versuchte ich in der größten Drogerie der Stadt einzukaufen, dort nur Not-Licht, Wasser wurde hinaus gekehrt, zeitweise geschlossen, sogar aus dem ersten Stock wurden eimerweise Wasser auf die Straße geschüttet. Eine große Einkaufspassage daneben wurde evakuiert, in den Straßen nur Feuerwehr- und Polizei-Sirenen...
Und heute? Redeten natürlich alle darüber, überall. Und es stellte sich heraus, dass auch so mancher andere Weltuntergangs-Visionen erlebte. Und obwohl man normalerweise im Smalltalk nicht so philosophisch zu sein pflegt, sagten mehrere mir von sich aus ausdrücklich, dass sie es als einen ganz interessanten Stupser Richtung Demut erlebten…)

Montag, 6. Juni 2011

Coole Zuschrift(?): Antlitzanalyse!


Erst einmal: wie heißt eigentlich die Zuschrift eines Blog-Lesers, die nicht als Kommentar kommt sondern per Mail, mit einem Beitrag ausdrücklich für diesen Blog?
In alten Zeiten hätte man das sicher Leser-Zuschrift, Einsendung oder gar Leserbrief genannt. Wie nennt sich so etwas eigentlich für einen Blog, so dass es cool genug klingt?

Jedenfalls: Dieses Foto kommt von einem meiner treuesten Leser. Dieses Schild hängt in einem Kurort in der Steiermark in Österreich an einer Apotheke und reiht sich auf den ersten Blick in die neuen esoterischen Strömungen ein…hmmm… an sich sieht das Schild natürlich ziemlich alt aus, aber man weiß heute ja nie!

Würdet ihr eine Antlitzanalyse ausprobieren? Neugierig wäre ich schon, aber wer weiß, vielleicht wird das eigene Gesicht im Spiegel hinterher nie mehr dasselbe sein…

(In Wirklichkeit ist die Antlitzanalyse eine nüchterne Angelegenheit. Die Heilpraktiker-Erfahrenen unter euch wussten es wohl schon längst: die Antlitzanalyse ist ein wissenschaftlich nicht anerkanntes Diagnoseverfahren von Wilhelm Heinrich Schüßler und seinen Nachfolgern. Nach deren Meinung entstehen Krankheiten durch Mangel an verschiedenen Mineralien, und den Mineralstoffmangel wiederum diagnostiziert man hiernach über die Beobachtung des Gesichts eines Menschen über einen längeren Zeitraum. An Färbung, Glanzbildungen und Faltenbildungen im Gesicht könne man hiernach angebliche Mineralstoffmängel und die Wirkung der Schüßler-Salze diagnostizieren.)
(… Färbung? Glanzbildungen? Faltenbildungen? Darauf will man sich doch gar nicht erst konzentrieren! Danach definitiv Spiegel ausgeschlossen!)