Freitag, 27. Mai 2011

Spanx-Mieder, oder: Too much information!

Heute bestehen hohe Anforderungen an das physische Aussehen – natürlich vor allem der in der Gala vorzufindenden Stars, aber sicher auch für uns Normale.

Nicht nur die Gala aber zeigt, dass sich etwas geändert hat: Früher versuchte man die anderen neidisch zu machen, indem man einfach fabelhaft aussah und so tat, als ob die Natur alleine es einem so gegeben hat.
/ (Heute noch bei Models vorzufinden: wenn diese in Interviews gefragt werden, wie sie ihren Körper so schön erhalten, antworten sie gerne entweder: „Ich kann essen was ich will, mein Lieblingsessen ist Burger!" Oder:" Ich mache Yoga" (Klassiker! (Pilates ist wohl schon out))! (Bitte, wer glaubt ihnen das denn?)) /

Es gab also so ein gewisses "Vor den Kulissen, hinter den Kulissen-Prinzip": nach außen hin sah man fantastisch aus, zuhause quälte man sich mit Training, Schönheit-OPs, Cremes usw.

Was ist von dem Hinter-den-Kulissen übrig geblieben? Höchstens noch die Leugnung von Schönheit OPs. Denn: jeder scheint heute sehr gerne darüber zu sprechen, wie unglaublich er sich für seine schöne Figur abquält (der Standard laut Gala scheint heutzutage zu sein: mindestens ein und halb Stunden pro Tag am besten mit einem harten Personal Trainer!).

Was noch schlimmer ist: heutzutage scheint man auch noch gerne darüber zu reden, dass man Schummel-Unterwäsche (wie ich sie nenne, offiziell kommt sie natürlich zum Beispiel von der Firma Spanx (jetzt sogar mit einer Bademoden-Kollektion). In der Zeitschrift Cover stand, Oprah Winfrey soll einen ganzen Schrank davon haben, Madonna würde sich ihre Bühnen- Outfits damit unterfüttern lassen und Jessica Alba wird sogar zitiert: "Es ist das einzige, das all meine Dellen und Beulen ausgleicht!“

Also wirklich: wie un-sexy und vor allem: unbequem ist das denn?

Aber vor allem: Sprecht ihr etwa mit euren Freundinnen, oder gar Freunden oder gar – – euren Partnern darüber???

Okay: für das Training wünschen sich die Stars vielleicht ein bisschen Lob, weil ihr Fleiß doch erheblich ist. Aber warum lassen sie das mit der Unterwäsche nicht weg??

Aus der Sicht der Stars verstehe ich es nicht.

Aber für uns hat es natürlich einen angenehmen Effekt: wir atmen durch, sagen uns: die Stars sind eben auch nur normale Menschen, und: wenn ich so viel trainieren würde, würde ich natürlich auch so aussehen können!

Und rauschen in eins unserer Normalo-Kaufhäuser ab, wo plötzlich gerade in dieser Saison erstaunlich viele von diesen neuartigen Spanx-Unterwäsche-Gegenstände aufgetaucht sind…

Donnerstag, 26. Mai 2011

Blogger aus Schokolade?


Ich finde die Idee ja witzig, Schokoladen für jeden Notfall zu fabrizieren.

Und der gestrige Post könnte sogar für einen Sorgenblogger passen!

Aber als Blogger darf ich diesmal qualifiziert sagen: dies geht zu weit! (wie gut, dass der Versöhner gleich darunter ist!)

 (Gesehen bei Karstadt)

Mittwoch, 25. Mai 2011

3,7 Ängste!

Ich weiß, die Deutschen werden gerne immer wieder als Miesepeter angesehen, und eine neue Umfrage des Marktforschungsvereins GfK scheint es zu bestätigen: jeder Deutsche leidet danach statistisch unter 3,7 Ängsten. Der EU-Durchschnitt liegt bei 2,4.



Naja – – das ist tatsächlich 1,3 Angst (über 50 %!) mehr als der Durchschnitt! (– –Wie sieht eigentlich 0,3 Angst aus?)

Auch diese alte (!) Postkarte bezieht sich auf den Jammerstandort Deutschland. Aber – stimmt das überhaupt noch? Verkennen wir die Situation? Die Wirtschaft boomt! Die demographische Entwicklung könnte uns Jobs bescheren! Die Zukunft ohne Atomkraft winkt!

Oder ganz anders: Schaffen wir es einfach nur, mehr Ängste auszuhalten und trotzdem glücklich zu sein?

(Foto: City Cards von Extracard)

Dienstag, 24. Mai 2011

… und was war noch mal „Telefonieren“?

oder:

Ein gutes Telefongespräch
ist besser als eine
lange Rede.
(Lynden B. Johnson)

Das dürfte zwar immer noch gelten, aber wie lange noch? Denn:
Meine Lieben, wir verlernen gerade das Telefonieren! Wir brauchen es einfach nicht mehr! Nur:
Verlernen wir dadurch auch, uns spontan und emotional auszutauschen?

Privat: Das Festnetz-Telefon ist ohnehin still, die einzigen die das nutzen: die Familie. (Ich nutze das Telefon auch für lange externe Telefongespräche mit Freunden, aber nur wegen der Kosten oder Empfang, Skypen hat sich bei mir noch nicht durchgesetzt, bei euch?).
Auch auf Mobil-Telefonen wird die Sprach-Nutzung von Telefon-Gesellschaften als rückläufig beobachtet. Und die Voicemail ist ohnehin tot: Laut allen Umfragen hört sie einfach niemand mehr ab. Man schaut auf den Display, sieht dass jemand versuchte einen zu erreichen, und ruft entweder zurück oder nicht.

Geschäftlich: die Büros sind viel leiser geworden, telefoniert wird nur noch gezielt, meist verabredet und um ganz sachliche inhaltliche Dinge zu besprechen (Video-Konferenzen und Telefon-Konferenzen inklusive).

Laut eines New York Times Artikels von Ende März ist das ein neuer Trend. Er löste (natürlich online, schriftlich) einen wahren Kommentar-Sturm aus.

Viele reagierten dort auf diesen Trend erleichtert, denn er hat Vorteile:
in der Wohnung und Büro herrscht endlich angenehme Stille, und (auch wenn man das Handy abschalten kann, manchmal geht das nicht, weil man ein Gespräch erwartet oder Ähnliches): je weniger Menschen einen also anrufen, desto weniger wird man unterbrochen in dem, was man tut. Und wir „verlieren“ keine Zeit dadurch, dass schwer berechenbare Gespräche in unserem eng durch getakteten Alltag auftauchen.

Manche bestätigten den Trend nicht, aber etliche wünschten ihn herbei, um all die U-Bahn-Telefonierer („– – bin gerade aus dem Tunnel raus") zum Schweigen zu bringen.

Viele schließlich bestätigten den Trend, waren aber nicht begeistert.
Warum?
Sie vermissten den emotionalen Kontakt, das schnelle Hin- und Her des Gesprächs, Spontanität, menschliche Wärme, insgesamt also das „Direkte“ eines Telefongesprächs.

Ich denke: wir bewegen uns in dieser aufregenden Zeit tatsächlich auf Fragen zu wie zum Beispiel:

Wie viel persönlicher, oder zumindest auditiver Kontakt ist für uns als Menschen wirklich notwendig?
Oder wandeln wir uns in ein praktisch nur schreibendes Wesen und werden glücklich damit? Oder aber werden darunter unsere Beziehungen leiden? Werden wir dann weniger übereinander erfahren, weniger emotional verbunden sein, wird uns menschliche Wärme fehlen?
Oder, oder…?


(Vielleicht wird das Telefonieren eines Tages eine Art Gegen-Bewegung, oder gar nur eine Retro-Mode. Aber dann nur Retro in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts! Denn als noch 100 Jahre früher das Telefon erfunden wurde, war es eigentlich nur für geschäftliche Zwecke gedacht und die Telefon-Gesellschaften wehrten sich lange Zeit gegen die – unerwartet aufgetauchte, ja unerhörte – private Telefon-Nutzung! Kommen wir also einfach nur zurück zu den Wurzeln?)

(Foto: Marc F. Seesing, Platinum-Cards)

Montag, 23. Mai 2011

Kleidergröße? Eine aussuchen, bitte!

Immer wieder höre ich von Verkäuferinnen: den Frauen sind die Kleidergrößen-Nummern viel wichtiger als die wirkliche Größe. Chronisches Problem angeblich: man nimmt lieber eine kleinere Größe und bezieht sein Selbstbewusstsein aus der Zahl, die niemand sehen kann!!! (Vielleicht sollte man das ändern? Kleidergrößen außen tragen? Eine echte Marketing-Idee!)

Darauf reagiert nun wenigstens ehrlich die Firma vom (sorry, nur Zeitungs-) Foto. (Obwohl ich den Text nicht ganz verstehe: "Passt zwei Nummern kleiner": also statt 38 zum Beispiel 34. Dann der Text unten: "Zwei Größen kleiner aussehen": also nochmal zwei Kleidergrößen abziehen? Vier Kleidergrößen weniger!! (Übersetzungsfehler? Oder wie habt ihr das verstanden?)).

Aber nicht nur diese Firma reagiert auf das Kleidergrößen-Problem, sondern ein neuer Trend ist: Jeans online nach dem (selbst zuhause genommenen) Maß kaufen!
Oder eine ganz andere Möglichkeit: letzthin war ich in einem Geschäft, in dem es nur eine einzige (der weiten Welt leider noch unbekannte) Marke gab, und dort passt mir sage und schreibe von XS bis L (Ja, ich habe mich nicht verschrieben: von XS bis L ) alles Mögliche! Also: Kleidergrößen ad absurdum geführt, herrlich!
(Allerdings ist es dann ganz praktisch, wenn wenigstens eine fabelhafte Verkäuferin im Kopf hat, wie groß welches Kleidungsstück denn nun eigentlich so ausgefallen ist, um nicht schier endlose Stunden in der Umkleide verbringen zu müssen…)