Freitag, 20. Mai 2011

Klitzekleine Gefängnisse im KaDeWe?

(Aus der Reihe: seltsame Gegenstände)

In der Nähe der Aufzüge fand ich sie und entdeckte noch mehr davon... und brauchte wirklich eine Weile um herauszufinden wozu diese kleinen schmucken Paläste gedacht sind.
Erste Gedanken: für Koffer? Aber mit einem Gitter?
Böse Witze wurden gemacht: für ungezogene Kinder? Das dann wohl doch nicht! – –

Ihr habt es bestimmt schon erraten: für die lieben kleinen Hunde, und für die großen! (Ein Verbotsschild für Hunde habe ich allerdings nirgends gesehen, hmm – –)

Donnerstag, 19. Mai 2011

Pulitzer-Preis…

… für Jennifer Egan! Dieses Buch, "A Visit from the Goon Squad“, das ich lange vor der Nachricht der Preisverleihung als heißen Tipp geschenkt bekam und das bestimmt bald auf Deutsch erscheint, ist für diejenigen ausgezeichnet, die Kurzgeschichten bzw. episodisch zusammengesetzte Romane lieben, genaue Beobachtung von Menschen und ihrem Erwachsenwerden, und dabei sehr einfallsreichen Stil mögen (bis hin zu PowerPoint-Präsentationen, ernsthaft, ein ganzes Kapitel!), aber ohne anstrengend zu sein. Die Geschichten über Menschen im Verlauf von vierzig Jahren, von den Sechzigern bis in die Zukunft, die ineinander verwoben sind, werden zudem für Menschen interessant sein die die Rock-Musik-Szene lieben und die Persönlichkeiten und Entwicklung der Musiker, ohne dass es um echte Musikgrößen geht.

Als noch keiner ahnte, zu welchem Ruhm diese Schriftstellerin kommen wird(!), las ich das Buch Im Bann (The Keep) und war schier überwältigt: die Inhaltsangabe ist leider wenig aussagekräftig, ich kann nur sagen: es ist ein Roman, der sehr geheimnisvoll vor allem in einer verfallenen Burg in Osteuropa spielt, die in eine Art Wellness-Hotel, ein "Hotel der Stille" verwandelt werden . Soll. Der kommunikationsfreudige, eigentlich ständig vernetzte Held erlebt dort Verwirrendes, Seltsames, Dunkles…

Großartig!

Mittwoch, 18. Mai 2011

Wild aufs Jagen?

Laut einer repräsentativen Umfrage des Essener IFA-Instituts ist eine große Mehrheit der Bevölkerung, nämlich 82 %, für die Jagd in deutschen Wäldern. 70 % der Befragten meinen, dass Jäger viel Zeit in den Naturschutz investieren, knapp 70 % sind sich sicher, dass Jäger den Schutz seltener Arten betreiben. Und 90 % der Deutschen halten die Jäger für Naturliebhaber.

Ich dachte eigentlich, in Deutschland würde das Jagen nur als absolute Notwendigkeit gesehen und man würde schon länger überwiegend die Nase zum Beispiel über den britischen Adel rümpfen, der das Jagen zu einem gesellschaftlichen Vergnügungsspiel erhoben hat.

Hättet Ihr das gedacht?

Ich persönlich meine, dass die Jagd in unseren Wäldern natürlich notwendig ist, aber dass sie still und leise von qualifizierten bezahlten Spezialisten erledigt werden sollte, voller Demut vor dem Leben, das man aus Notwendigkeit nehmen muss.

Ich weiß, dass auch manche Hobby-Jäger die erhebenden Erfahrungen der Begegnung mit wilden Tieren zu schätzen wissen. Einmal unterhielt ich mich mit einem, und wir beschrieben uns gegenseitig die Faszination des Augenblicks, wenn das wilde Tier (in meinem Fall: Elefant, in seinem Fall: Hirsch) in der Nähe, ganz freiwillig, in seinem Reich, der Wildnis, stehen bleibt, und einem in die Augen schaut, voller Neugier, eine Welt trifft auf die andere – – beide bekamen wir glänzende Augen und sagten, man hält ja förmlich den Atem an – – und dann???

Ziehen wir beide unterschiedliche Konsequenzen aus dieser Begegnung:
ich nehme sie im Herzen mit (zum Fotografieren komme ich da gar nicht), der Jäger: mit einem Schuss löscht er das Leben aus, das er eben noch bewundert hat!

Bin ich die einzige, die sich über diese Statistik wundert?

(Foto: antike Postkarte, Colourpicture)

Dienstag, 17. Mai 2011

Sockenkäufer = Lena- und Eurovisions-Zielgruppe?

Montag, also am zweiten Tag nach dem Eurovision Song Contest gehe ich unschuldig Socken einkaufen. Was liegt direkt neben der Kasse, also für einen Lust-Kauf bereit? Eine Lena-CD und: eine nagelneue Eurovision-Contest-CD, also der aufgezeichnete Samstag Abend!

An anderen Verkaufstresen des Kaufhauses sah ich diese CDs nicht. Qualifizierte ich mich als Socken-Käufer automatisch als Lena- und Eurovisions-Zielgruppe? Hätte ich diese Strumpfhose gekauft, würde ich es ja noch fast verstehen…

(Strumpfhose von Oroblu)

Montag, 16. Mai 2011

Zählung und – – Privatsphäre?

Ich weiß ich weiß, die Befrager sind schon in der letzten Woche ausgerückt, aber immer noch sind anscheinend die Volkszählungs-Benachrichtigungen zu ihren Empfängern unterwegs. Und jeder hofft doch, dass es ihn nicht trifft, oder?

Was mich beschäftigt: wie viele der Gezählten werden die Frager in ihre Wohnungen lassen? Werden die meisten ohnehin auf die online mögliche oder schriftliche Beantwortung der Fragen ausweichen, wird man die Befrager gar nicht brauchen? Ich jedenfalls habe keine Lust, einen Fremden einfach so in meine Privatsphäre zu lassen, wenn es nicht notwendig ist!

Apropos Privatsphäre: Bei dieser Gelegenheit ein Nachtrag: Meine Idee, VIP-Räume in Apotheken einzurichten, wurde um eine wichtige Information von einer Expertin ergänzt: rein baulich sind Apotheken bereits bei ihrer Eröffnung anscheinend bereits verpflichtet, einen Beratungs-Raum einzurichten, wo solche Dinge wie Blutdruckmessen und Ähnliches stattfinden sollen.
Ich habe noch niemanden getroffen, der (außer der Expertin) hiervon jemals etwas mitbekommen hätte, und Blutdruck-Messung habe ich direkt im Verkaufsraum beobachtet. Jedenfalls wird es von den Apotheken keineswegs aktiv angeboten.
Aber die neue Information bedeutet: wenn ihr Diskretion wollt, fragt einfach mal nach dem Beratungs-Raum! Nur zu! (Und berichtet gerne, zum Beispiel ob diese Räume eigentlich als Lager genutzt werden…)