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Freitag, 7. Juni 2013

Taschen, nur noch in der Hand haltbar.





Hier verschmilzt die Tasche elegant
 mit dem Outfit, aber wie viel Gramm passen hier wohl hinein?
Céline Fall 2013
Foto: Monica Feudi/FeudiGuaineri.com
Aufpassen, hier geht es um einen echten Trend! Und aus dem folgt:

Schnell Taschen einkaufen gehen! Entweder die alten, oder die nagelneuen! Ja, auch ihr, meine Herren! Denn: Bald müssen wir alles in unseren Händen tragen. Oder anders gesagt: Taschen mit einem Schulterriemen sind völlig out!

Tatsächlich: Schon bei den letzten Fashion-Weeks trug niemand mehr eine Tasche über der Schulter. Einfach niemand! Auf dem Laufsteg schon überhaupt nicht.

Endlich etwas wirklich Neues, werdet ihr sagen. Egal ob man seine Tasche quasi mit dem Handgelenk hält, sie wie eine Reisetasche schleppt (wie die berühmten Weekender-Taschen) oder sonst wie beholfen oder unbeholfen in der Hand hält: alles geht, nur nicht die Schulter!

Manchmal sieht das toll aus. Die Taschen treten in den Hintergrund, manchmal sind sie sogar aus demselben Stoff wie das Outfit und die untergeordnete Rolle als „nur“ Accessoires erfüllen sie gewissenhaft.

Und, meine Lieben, eine Tasche in der Hand ist der Inbegriff von Cool, das ultimative Statussymbol:
Nur gewöhnliche Sterbliche müssen nämlich so viel Hab und Gut herumschleppen, dass sie sich mit den neuen Taschen eine Sehnenscheidenentzündung holen: Wer diese Taschen tragen kann/darf/will, der signalisiert: Sorglos und von irdischen Gütern oder gar praktischen Dingen unbeschwert schlendere ich durch die Gegend, ich brauche nichts außer Luft, Liebe, eine Kreditkarte und ein Smartphone in der Tasche und kann es mir leisten. Ich muss auch überhaupt nicht weit laufen, mein Outfit muss nicht praktisch sein, und zur Not habe ich eben Assistenten, die mir mein Laptop hinterhertragen.
Denn: Mit Ausnahme der Weekender-Taschen dürften sogar schon iPads für die neuen Hand-Taschen zu schwer und groß sein.


Ob auffällig in der Hand, oder als Weekender,
 auf dem Laufsteg ging alles, nur kein Schulterriemen!
Prada Fall 2013
Foto: Marcus Tondo/InDigitalteam/Gorunway.com
Jetzt interessant: Werdet ihr diese Mode akzeptieren?

Noch interessanter: Wird Deutschland als das ober-praktische Mode-Land diese Mode akzeptieren?

Im Augenblick begehren sogar Fashion-Begeisterte in Fashion-Blogs (noch?) weltweit auf: Immerhin befinden sich ein paar Sterbliche darunter, die auch mal (wenigstens) ein iPad mitnehmen möchten. Und auch wenn sich diese Mode schon länger angekündigt hat (erinnert euch, die Clutch*-Mode gab es früher ja auch nicht so), bis jetzt ist die Begeisterung nicht übermäßig.

Und bei näherer Betrachtung  sieht echte Freiheit anders aus: Man möchte (besonders als modisch interessierter Mensch) doch vielleicht auch die Hände frei haben um Kleidung in Shops anzufassen, SMS während des Schlenderns auf der Straße zu schreiben, oder zumindest beim Gespräch zu gestikulieren, oder?

Wie werden die Menschen dieses Mode-Dilemma lösen?
Und beschäftigen werden wir uns damit wohl müssen, denn ein wenig versuchen sogar die Mode-Verantwortlichen in Deutschland, diese Mode durchzusetzen: Achtet mal darauf, wie selten es plötzlich geworden ist, eine Handtasche für über die Schulter zu bekommen.


In dieser Tasche passt vielleicht ein iPad,
 aber vorher muss man schon viel trainieren!
Und diese Tasche wurde bereits für die laufende
 Frühjahrs/Sommer-Saison entworfen!
Céline Spring 2013
Foto: Gianni Pucci/Indigtalteam.com





Werden wir uns durchschummeln indem wir eine alte, spießige Tasche aus vergangenen Zeiten für die schweren Gegenstände möglichst unauffällig über der Schulter tragen und eine neue, angesagte in der Hand?


Oder holen wir uns erst einmal ordentlich Workout-Stunden/(falls nicht: Zerrungen), bevor wir zu einer Gegenbewegung ausholen, nämlich der Backpack-Revolution?









So könnte die Backpack -Revolution aussehen. Nicht schlecht, oder?
Backpack von Meredith Wendell
Foto: Garance Dorée

Und werden wir das folgende gruselige Straßen-Bild sehen – für den Fall, dass sich die Backpack-Mode noch mit der Hand-Taschen-Mode überschneidet: auf dem Rücken einen (modischen!) Backpack und in der Hand eine (modische!) Handgelenks-Tasche?



JanaBlog-Frage also noch einmal und ernsthaft:

Werdet ihr diese Mode mitmachen?


Meine Herren, schön trainieren!
 Hier die kleine Variante:
Massimo Dutti

(Falls nicht, schnell, schnell noch die alten Taschen aufkaufen!)







(Und, liebe Herren: euch betrifft das genauso. Wie ihr hier auf dem Foto seht, das JanaBlog einfach im Vorbeigehen in der Fußgängerzone bei Massimo Dutti entdeckt hat. Aber ihr habt vielleicht wenigstens noch den Vorteil, mit der Anzahl der Kilos, die ihr in der Hand zu tragen vermögt, ordentlich als kräftige Kerle angeben zu können!)





















*Für die Herren: Abendtaschen, die nur noch in der Hand getragen werden, von to clutch, also:„umklammert halten“

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Freitag, 5. April 2013

Wohlfühlen wird überbewertet.




Solche Schuhe verführen zum Wohlfühlen,
aber versucht euch darin mal in einer brenzligen Situation
 ernsthaft durchzusetzen!
Céline Frühling 2013
Foto: Gianni Pucci/Indigtalteam.com
"Wenn es um Kleidung geht gilt für mich der Leitsatz: "Hauptsache ich fühle mich wohl darin"". 
Diesen Satz hört man vor allem in Deutschland oft, und nicht nur von Jeans-T-Shirt-Allwetterjacken-Trägern.

Sich unwohl fühlen in seinen Kleidern, oder besser: ein ganz klein wenig unbequem, kann aber sehr hilfreich sein!!!

Wir sorgen uns immer sehr um unsere Aussenwirkung, entweder weil wir passend angezogen sein wollen, oder uns im Gegenteil bestimmten Mode- oder Dresscode-Diktaten gerade nicht beugen wollen.

Kleider haben aber mindestens genauso viel Innen-Wirkung für ihre Träger! Und die kann man sich zunutze machen, sobald man von ihr weiß.


Natürlich sollen wir uns so wohl fühlen, dass wir uns gut bewegen können, nichts drückt und wehtut. Kleidung muss sitzen!

Aber Kleidung hilft uns auch, uns in genau den inneren Zustand zu versetzen, den wir gerade brauchen.
Wie wir mittlerweile wissen, können wir innere Zustände und Fähigkeiten durch entsprechende Körperhaltung auslösen. Das gilt nicht nur für die Klassiker "Wenn man deprimiert sein will, muss man nur vornübergebeugt da stehen und zum Boden blicken, wenn man kreativ sein will aufgerichtet vor sich nach oben schauen".

Oder habt ihr schon mal versucht, euch in einer verzwickten Situation in Ugg Boots eindrucksvoll durchzusetzen (statt nicht hilflos zickig zu wirken)? In passenden Schuhen, Highheels, Stiefeln oder zumindest Combat Boots steht ihr regelrecht ganz anders da: nicht zu entspannt, sondern hoch aufgerichtet, stark. Und schon kommt die innere Entschlossenheit ganz leicht und schon habt ihr es durch Kleidung viel einfacher!

Kleidung gibt unserem Unterbewusstsein aber gleichzeitig viele weitere subtile Signale.

Etwa bei einem Empfang im Abendkleid, bei einer Hochzeitseinladung oder gar als Braut: da geht es nicht in erster Linie ums "Wohlfühlen". Man trägt etwas zwar perfekt passendes(!), aber zugleich Ungewohntes, was leicht verschmutzen kann, in dem man nur in eleganter Haltung gut aussieht. Innen-Wirkung? Ihr fühlt euch als etwas Besonderes, ja Kostbares. Und die kleine Unbequemlichkeit der Kleidung erinnert euch ständig genau daran: Genieße diese Augenblicke, sei dir bewusst, dass du (wunderschön und) im Zentrum aller Aufmerksamkeit bist...

Besonders wichtig ist (neben der Außenwirkung) die Innen-Wirkung der Kleidung aber im Berufsleben. Wie anders fühlt es sich an in Jeans und Pulli (casual friday hin oder her) zum Gehaltsverhandlungsgespräch zum Chef ins Büro zu gehen, und wie anders im (durchaus Lieblings-)Anzug mit perfekten Schuhen?

Oder bei mündlichen Prüfungen: Natürlich hilft die Tatsache, dass ihr ernster genommen werdet in einem guten, nicht zu entspannten Outfit (nicht etwa wegen eures guten Kleider-Geschmacks, sondern weil ihr signalisiert: "Ich nehme diese Prüfung und diesen Prüfer ernst").
Das ein wenig ungewohnte Outfit hilft euch aber auch, innerlich und äußerlich klare Haltung zu zeigen. Es hält wach, signalisiert dem Unterbewusstsein "hier ist etwas außergewöhnliches im Gange, pass gut auf!" und mobilisiert das letzte Quäntchen, das man manchmal gut gebrauchen kann.

Achtung nebenbei: Mode ist hier nicht immer der beste Ratgeber!
Wie Marc Jacobs immer noch oder wieder* zeigt, ist der Pyjama-Trend noch nicht vorbei. Aber das passt eben nur, wenn‘s passt, siehe oben Ugg-Boot-Situation. Nur echte Fashion-Experten dürften ihr Unterbewusstsein erfolgreich davon überzeugen, dass der "Strassen-Pyjama" nicht Schläfrigkeit und Entspannung erlaubt. 

Im Pyjama auf die Straße? Mode ist nicht immer
der beste Ratgeber für das Unterbewusstsein
 des Trägers, denn: wie viel Energie bringt man schon
 im Schluffi-Outfit auf?
Marc Jacobs bei der Show Louis Vuitton
Herbst 2013 in Paris
 Foto: Yannis Vlamos/InDigitalteam/GoRunway.com
Und zu Hause, wo euch niemand sieht?

Jeder selbständige Freiberufler oder zu Hause bleibende Mutter wird euch bestätigen, welchen Unterschied es macht, was man zu Hause an hat: wie man gut oder schlecht man sich zusammenreißen und arbeiten kann, gar berufliche Telefonate führen kann, wenn man im Bademantel ist, und wie viel leichter es fällt, wenn man ein wenig unbequemes, "angezogenes" Outfit wählt. Mit jedem Stück Kleidung mehr das ihr anzieht und die ihr "Meine-Inhouse-Büro-Kleidung" nennen könnt, fällt es leichter in die Rolle des Konzentrierten, Kreativen, Business-mäßigen hineinzuschlüpfen - was auch immer ihr gerade braucht.

Das funktioniert auch in die entgegengesetzte Richtung. Zu Hause will man zwar auch nicht immer abschlaffen, aber ein Lieblings-Schluffi-Outfit hat sicher jeder irgendwie. Und durch Kleidung kann man (nicht nur als Home-Office-Arbeiter) auch zu Hause besser abschalten. Ganz ohne geographischen Pendler-Weg vom Büro nach Hause: einfach in ein entspanntes Outfit, oder gar in seine Lieblings-Schluffi-Kleidung schlüpfen! Da gehört sie auch hin, denn da will man ja auch nur noch – entspannen und sich wohl fühlen.

Aber auch hier gibt es Ausnahmen:
Ich kenne jemanden, der extra und absichtlich seine auf Parkett sehr rutschigen Filz-Hausschuhe nicht mit einer Gummisohle ausstatten lässt. JanaBlog hat es ausprobiert: Man ist sofort auf Glatteis höchster Rutsch-Stufe in diesen Schuhen!
Aber er sagt: Das ist gut, das hält mich aufmerksam. Um nicht hin zu fallen muss ich mich zentrieren, achtsam sein, wachsam bleiben!



Das Entscheidende also ist, ganz individuell: 
Was will ich in der Zeit, in der ich mein Outfit trage, eigentlich erreichen?

Und wie kann ich meine Kleidung dazu bringen, mich dabei zu unterstützen?



Wie macht ihr euch minikleine Unbequemlichkeit von Kleidung, oder überhaupt die Wahl eures Outfits für eure Stimmung zunutze?

Habt ihr Beispiele?






* Louis Vouitton Herbst 2013


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Donnerstag, 7. März 2013

Deutschland modisch vorneweg?







Die neue Revolution der Mode für Herbst 2013 braucht Deutschland nicht.

Haben wir längst!

Aber will sie jemand überhaupt? 




Dieser Hosenschnitt, diese Art Schuhe:
DER Trend.
Dries van Noten Herbst 2013
Foto: Yannis Vlamos/InDigitalteam/GoRunway.com

Männerkleidung für Frauen gemacht, das ist die Revolution für Herbst/Winter 2013. Nadelstreifen, weite Hosen, vernünftige Männerschuhe mit dicker Sohle.

Offiziell von Fachleuten zum Trend erklärt, denn wie abgesprochen, sich teilweise erstaunlich ähnelnd tauchte all dies zum Beispiel auf bei Comme des Garçons, Rochas, Dries van Noten, Stella McCartney,...


Nadelstreifen, wie gesagt, für Frauen.
Stella McCartney Herbst 2013
Foto: Yannis Vlamos/InDigitalteam/
GoRunway.com
In Deutschland, wo wir uns ohnehin scheuen uns weiblich zu kleiden und Higheels (bis auf Achtzehnjährige im Club) ein Fremdwort ist, wird es nichts neues sein. Die Hosen etwas weicher, mehr Nadelstreifen, sonst wie gehabt.

Anders im Rest der Welt natürlich: die im Job Higheel-pflichtigen New Yorkerinnen oder elegante Pariserinnen werden mit dieser Mode ein wenig durchatmen können, wenn sie sich denn trauen.

Aber wollen wir diese männliche Mode wirklich?

Denn interessant: auch Nicht-Deutsche Beobachter jubilierten emotional einer ganz anderen Richtung zu: der Kollektion von Céline*:

Röcke mit Pullover-verwandten festen Oberteilen. Bequem, stark genug um im Joballtag vieler Frauen die Trägerin zu stützen und Stärke zu signalisieren. Dabei ein wenig futuristisch auszusehen und doch weiblich zu wirken. 
Ein gutes Gefühl und endlich auch der Eindruck: Ja, wir sind im 21. Jahrhundert, die Zukunft ist da!



Futuristisch, weiblich, stark:
Céline Herbst 2013
Foto: Monica Feudi/FeudiGuanieri.com



(Seltsamerweise sind damit aber auch vierarmige Aliens in der Mode angekommen: Dass Comme des Garçons ausgefallene Ideen hat und Zusatz-Ärmel auf Jacketts verknotet und drapiert erwarten wir schon fast. 


Männerkleidung für Frauen, Alien-Ärmel inklusive
Comme des Garçons Herbst 2013
Foto: Yannis Vlamos/InDigitalteam/GoRunway.com


Dass es aber Céline auch tut (gleichzeitig!), 


Alien-Zusatz-Ärmel, angeblich um sich "wie umarmt"zu fühlen
Céline Herbst 2013
Foto: Monica Feudi/FeudiGuanieri.com

(Wunderbares Detail: die skeptisch blickende Dame rechts im Bild.)

…ist erstaunlich und sieht ein wenig - ZU futuristisch aus.

Nicht fürs Büro zu empfehlen, sondern nur für die absoluten Mode-Profis!)










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Sonntag, 2. Dezember 2012

Hass mit Wildfox? Lustig!






Pullover Wildfox, Jeans J-Brand,
bei Anita Hass

Bekommt ihr in einem Sweatshirt einen Mann?
Und kann Designer-Kleidung lustig sein?

Zu 1.): Sehr fraglich, denn Männer stehen nicht auf Schlabberlook. Das kann noch so modisch sein, oder lustig, oder teuer, Achtung, das verstehen Männer nicht! Was Männer mehr oder weniger insgeheim wollen? Etwas möglichst hautenges.

Zu 2.) Humor in der Modewelt ist kostbares Gut, bei etablierten Modetempeln erst recht.

Umso schöner, was hier bei Anita Hass, einem der führenden Mode-Anlaufstellen Hamburgs, in der Auslage gerade passiert. Ein Kontrapunkt zu all der Glitzer-Ausgeh-Mode, (und das auch noch am Anfang der Weihnachtszeit, in der Weihnachtsfeiern und Modezeitschriften voller Glitzerkleider wochenlang unseren Blick blenden!).


Pullover Wildfox, Jeans J-Brand,
bei Anita Hass







Während das farblose Marry Me Sweatshirt von Wildfox lustig aber speziell ist, dürfte da der Strickpullover mit Löchern erfolgreicher sein:
in High-End Bars von Los Angeles (ja, die tun zeitweise auch so, als ob Winter wäre, just for fun!), New York, London und, na sagen wir mal - München könnte es (bitte mit rockigen Higheel-Boots! und im passenden Alter!) cool aussehen.

Warum High-End? Der Strickpullover kostet 289,-€, (das Sweatshirt 189,-€).

Sicher gibt es bald eine Zara/H&M -Variante, nur: Wird es in "billig" noch genauso ironisch rüberkommen wie in einem Modeladen direkt neben Chloé, Céline und Azzedine Alaia?








Ähnliches von JanaBlog:
http://janablog1.blogspot.de/2012/10/millionare-angeln-vormittags.html



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http://janablog1.blogspot.de/2012/11/janablog-als-buch-erregungskurven.html

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Montag, 5. März 2012

Kleider, Kunst.

Haider Ackermann:
Marcus Tondo/GoRunway.com
Wie Kunst können Kleider manchmal sein, und zugleich tragbar. Genüsslich, wie eine sehr gute Ausstellung betrachtete ich die neueste Kollektion von Haider Ackermann. An Herbstlaub habe er gedacht. Verband Weich mit Knackig, Skulpturales mit klarer taillierten Form - hier im Bild kann man das Orange der Blätter leuchten sehen, die Blätter geradezu fallen sehen, während sich bei dem roten Kleid winterlich-Kuscheliges an klare Form schmiegt. (Und leicht abgeschwächt ist doch so etwas tatsächlich tragbar!)










Haider Ackermann:
Marcus Tondo/GoRunway.com
Anschmiegen tat sich bei diesen Fahion Weeks nicht alles. Neben dem Trend der längeren Röcke, aber auch Hosen und Büro-Orientiertem, bestätigte sich leider der Trend des unförmigen Oversize (für beide Trends bereits Bestätigungen in meinem Post http://janablog1.blogspot.com/2012_02_12_archive.html)

Dieser blaue Mantel von Céline ist sehr typisch für diesen Trend, die Fashionistas wollen ihn angeblich alle haben. Aber dieses Haus stand bisher für sehr geradlinige, minimalistische Mode.











Céline:
Courtesy of Celine for Vogue.com


Nina Ricci demonstriert hier, wie unförmig auch ein dünnes Model aussehen kann, wenn man es in diesem Trend Oversize packt. Normalerweise ist Nina Ricci Garant für leichte, romantische und meist taillierte Mode.

Und schließlich, was sagt ihr zu dieser roten Kreation von (Rei Kawakubo von) Comme des Garcons?
Gepriesen von Kritikern, absurd auf den ersten Blick. Trend-mäßig natürlich auch hier die Oversize-Idee. Aber in Wirklichkeit die totale Freiheit der Mode-Kunst.
Erst dachte ich: Aber Leute, das hat doch nichts mit tragbarer Realität zu tun! Das gehört doch eigentlich ins Museum, als eine Art Fashion-Performance!




Comme des Garcons:
Yannis Vlamos/ GoRunway.com

Nina Ricci:
Monica Feudi/Feudiguaineri.com




Aber wisst ihr was? Wo soll man denn Fashion- Performances sonst aufführen als bei den Fashion Weeks?
Und wahrhaft grundsätzliche weiterführende Ideen holen wir uns doch - egal wofür - nicht aus dem Pragmatismus, sondern aus der Ideen-Freiheit, also aus der (Musik-, bildenden, Literatur- oder Fashion-)

Kunst!