Freitag, 16. Dezember 2011

Zählt nicht!

Magic Time bräuchte man, um durch die viel zu kurzen Tage zu kommen. Also eine Art Twilight-Zeitfenster, die sich immer dann öffnen, wenn man sie braucht (eine zusätzliche halbe Stunde für die Bearbeitung eines Texts, die zehn Minuten, die man noch zum Aussuchen des Geschenks gebraucht hätte, noch ein kleines Telefonat zwischendurch vielleicht?).
Aber da kann man machen was man will, die Uhr ist unerbittlich…

Aber nein! Magic Time gibt's doch! Und wir erschaffen Sie jeden Tag selbst! Außerdem Magic-Essen, Magic-Geld, sogar Magic-Zigaretten…

Denn wir nehmen uns so viel vor, versuchen nach unseren Vorsätzen zu leben, aber zwischendurch gibt es sie, die Extra-Dinge, in die wir einfach so rein rutschen, wo wir plötzlich einen blinden Fleck entwickeln. Für die einfach plötzlich Zeit da ist, die wir uns gönnen und verzeihen, ohne es überhaupt mit zu bekommen! Denn sie zählen einfach nicht:

Magic-Time

-Trotz akuten Zeitmangels zwischendurch fünf Minuten surfen im Internet (oder plötzlich eine halbe Stunde, obwohl man eigentlich schon Schlafen gehen wollte)

-Fußball/Fashion Week/Formel 1/TV-Sendungen schauen, obwohl man sich um den Haushalt/Papierkram/Schlaf kümmern sollte.


Magic-Diät

-Dominosteine im Wartezimmer einer Arztpraxis, beim Kauf eines Deutsche Bahn-Tickets (!), der kleine Weihnachtsmann in der Apotheke für das Kind? Zählt alles nicht!

-Ebenso: Popcorn im Kino, Kekse, die zum Kaffee gereicht werden…

-Alles was man im Stehen in der Küche zwischendurch isst, zählt nicht.

-Dessert, das man von dem Teller eines Freundes isst (solange der Teller vor ihm stehen bleibt!)

-Einen Burger vertilgen, wenn man gerade aus dem Fitnessstudio kommt.

-Weihnachtsmarkt-Essen zählt schon überhaupt nicht.

-Jegliches Essen und Trinken im Flugzeug (Ausnahmesituation sozusagen!)

-Ununterbrochen essen im Ausland? Recherche! Also: Bildung!


Magic-Kommunikation

-Trotz absoluten Zeitmangels kurz mal die Freundin anschreiben oder anrufen. Herrliche Magic Time!

-Einen Kerl küssen, der am nächsten Tag für viele Monate mindestens nach Australien fliegt. (Habe ich mir sagen lassen. Was angeblich auch nicht zählt: Einen küssen, dessen Namen man nicht kennt. Dann "existiere er gar nicht“!)

-Unterhaltungen, die man nach zu viel Alkohol führt. Zählen lieber nicht!


Magic-Rauchentwöhnung

-Die Zigarette nach dem Essen, mit Freunden, oder gar im Büro in der Pause, zählt nicht (denn: Netzwerkpflege!),

-Zur Not: Nur an einer fremden Zigarette ziehen. Zählt nicht, ist ja seine!


Magic-Kultur

-Gala, Bunte oder "Schlimmeres“ im Wartezimmer beim Arzt lesen, oder vielleicht beim Friseur. Zählt nicht!

-Trashige Serien schauen, alle Staffeln, zählt nicht wenn man krank ist.

-Strandlektüre, führen wir lieber nicht weiter aus.

-Ansonsten: siehe Magic-Time!


Magic-Nüchternheit

-Noch einen Drink, wenn man sowieso schon betrunken ist. Zählt nicht!

-Glühwein, Punsch und Eierlikör (gibt's!) auf dem Weihnachtsmarkt.

-Alkohol zum Anstoßen für ein Geburtstagskind: zählt nicht!


Magic-Reichtum

-Der Zusatz-Kauf eines kleinen Schals bei Zara, an der Kasse, trotz Budgetüberschreitung. Zählt nicht!

-Kauf von sexy, aber unpraktischen Schuhen, trotz Budget-Stopps. Zählen nicht, weil sie im Sale waren!

-Überhaupt: Alles im Sale und Second Hand. (Denn: Alles davon waren Schnäppchen, also geradezu Pflicht zum Kauf!)

-Kauf von Schokolade und Büchern, zählen absolut nicht (ist doch Essen und Bildung!)

-Klamotten-Käufe im Urlaub. Keine Kleidung, sondern Souvenir!

-Geschenke-Käufe trotz Ausgabestopps: Wenn sie auf dem Weihnachtsmarkt geschehen, zählen sie nicht! Es reicht auch, wenn die gekauften Gegenstände einfach nur – klein sind!



Wir sind schon wahre Zauberer, und merken es dabei meistens gar nicht!

Richtig wonnig wird es allerdings, wenn wir es sehr wohl merken:

Unterlassene Fitness-Studio-Besuche in der Vorweihnachtszeit, Plätzchen zu Weihnachten, ein extravagantes Geschenk (ihr wisst schon, über' s Budget hinaus. ..), nur weil es einfach eine tolle Idee ist, ein Glitzer-Kleidchen für die Silvesterparty von Zara (schon wieder! Aber dort die höchste Wahrscheinlichkeit!)… das alles zählt sehr wohl, und ist herrlich!

Wo zaubert ihr? Was zählt denn bei euch nicht?







*Ich bin fair: Die Idee zu diesem Post stammt aus einem alten Blog-Post von Garance Doré. Aber nur die Idee! Garance Doré ist eine Illustratorin und Fotografin, die seit bereits fünf Jahren einen sehr erfolgreichen Mode-Blog betreibt. Dieses Thema war außergewöhnlich für sie, am stärksten ist sie, wenn sie Gegenständen durch ihre Art zu fotografieren neues Leben einhaucht.
(Jetzt wisst ihr, wo JanaBlog sich ihre Magic-Time verschafft…)





(Foto: Platinum Cards)

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Familie, an die Wand

Fremde Familie natürlich. Möglichst peinliche Familie. Als Kalender.





Ja, es ist genau das, was ihr meint zu sehen. Ein Kalender (gibt es für die Wand und auch klein für den Tisch), in dem man sich jeden Monat über ein anderes möglichst peinliches Foto einer fremden Familie erfreuen kann.

Warum sollte man das tun???

Und warum ist das in einer deutschen Buchhandlung (Thalia) gelandet???

Dienstag, 13. Dezember 2011

Hopping

Weihnachtsmarkt-Hopping, der schönste Sport zu Zeit!

-Eintritt:
In Berlin gibt es Weihnachtsmärkte, zu denen man Eintritt bezahlen muss, und dabei geht es nicht um Cent-Beträge! Habt ihr auch in anderen Städten davon gehört? Unerhört! Zum Beispiel der großartige, schöne Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt. (Naja, Eintritts-Angelegenheiten kann man unterschiedlich sehen. In China sind sogar viele ganz normale Parks kostenpflichtig, vor allem bei schönem Wetter (!))

-Export
Die Engländer erkennen endlich die Schönheit der deutschen Weihnachtsmärkte an und importieren sie nach London gleich ganz originalgetreu. Buden, Glühwein-Tassen, alle Getränke und Lebensmittel inklusive vieler Deutscher, die dort arbeiten, können die Londoner jetzt kennen lernen! Anscheinend ein voller Erfolg.

-Originalität
Der Gewinner: München, der mittelalterliche Weihnachtsmarkt auf dem Wittelsbacher Platz. Mittelalterliche Weihnachtsmärkte gibt es einige, aber dieser hier ist auch noch mit den besten lukullischen Genüssen ausgestattet (vor allem zu empfehlen und wirklich gut: Spanferkel, Wildschwein, Apfel-Küchlein, Knödel, Frankfurter Würstchen vom Rost (!), Met und Punsch aus Ton-Kelchen – direkt aus dem Mittelalter!)

-Schönheit:
Der Hamburger Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt, ursprünglich von Zirkus Roncalli konzipiert, mit einer unendlichen Liebe zum Detail (auf den Dächern der Buden fahren kleine Modell-Eisenbahnen herum, zum Beispiel!), und natürlich einem regelmäßig über den großen Rathausmarkt fliegenden Weihnachtsmann samt Engel!

-Timing:
Warum hören Weihnachtsmärkte einen Tag vor Weihnachten auf???
Ich persönlich würde gerade zwischen den Jahren besonders viel Zeit dafür haben, dort zu schlendern und den entspannteren Teil der Weihnachtszeit zu genießen.
Tipps für Gleichgesinnte:
-Der Nürnberger Christkindlmarkt hat auch noch am 24. Dezember bis 14:00 Uhr offen. Absoluter Geheimtipp um diese Zeit dorthin zu gehen, die Stimmung ist einzigartig und die Schönheit dieses Markts, die sonst von Touristen-Horden vollkommen nieder getrampelt wird, kann sich richtig zeigen.
-Der Londoner Deutsche Weihnachtsmarkt hat es begriffen!
Der läuft nämlich bis zum 3. Januar!!!

Eure Tipps und Favoriten?

Montag, 12. Dezember 2011

Keine Massage für Europäer

Kennt ihr das Gefühl, das einen manchmal beschleicht, wenn euch auffällt, dass man als Europäer in der Welt zunehmend unwichtig wird?
Nicht nur die politische und wirtschaftliche Wichtigkeit, sondern auch ganz kleine praktische Dinge: letzthin versuchte ich ein wundervolles Produkt zu erstehen, das anscheinend in Japan produziert wird. Ich habe es dort ausprobiert, und es ist himmlisch: ein Massagepolster!


Selbstverständlich fotografierte ich es und nahm ganz naiv an, dass ich es irgendwo auf der Welt online schon werde kaufen können.
Weit gefehlt!
Bedient werden "Region 1": diverse asiatische Staaten. "Region 2“: nordamerikanische Staaten. "Region 3“: Gibt es nicht! Europa also als blinder Fleck auf der Landkarte!

Auf diese Weise kann ich dieses fantastische Polster (von der so japanisch klingenden Firma Lourdes) nicht einmal verschenken, sondern kann nur seufzend berichten:

Haben wir nicht alle schon mal davon geträumt, nach Hause zu kommen, sich auf seinen Stuhl zu setzen oder aufs Sofa und eine fantastische Massage zu bekommen (diejenigen, die einen exzellent, am besten professionell massierenden Partner haben, der auf sie zu Hause wartet und ihnen jederzeit die Wünsche von den Augen abliest, brauchen nicht weiter zu lesen!)? Selbst wenn ihr euch noch einmal an den Schreibtisch setzen müsst? Sobald man sich gegen dieses Polster lehnt, massiert es einen genau richtig – ich spreche nicht von einem Pseudo-Produkt, bei dem man ein bisschen kribbeln verspürt und das eher ein Kuriositäten-Artikel wäre, oder eine brutale technische Behandlung, sondern eine Massage-Stärke die genau richtig ist, mit dem richtigen Radius, durch kleine aber höchst entschlossene Plastikkugel-Ärmchen in einem Kissen (auf dem Bild sieht man links nur das Innenleben des Kissens, darüber wird mit einem Druckknopf der eigentliche Stoff herunter geklappt, so dass man gar nicht sieht, dass es sich um ein Super-Spezial-Extra-Polster handelt!)

Traumhaft.

Wer weiß, wie man als armer unwichtiger Europäer an dieses Produkt kommt, bitte gerne melden!