Freitag, 29. April 2011

Neidisch?

Neid ist tabu! Aber wohin mit ihm? Und was tun mit denen, die einfach alles haben?

Den (doch meist neidlosen) Erfolg einer königlichen Hochzeit im Fernsehen (im Ausland, für die Briten hat das ja noch eine andere Bedeutung) erkläre ich mir so: die Zuschauer versetzen sich in die glücklichen Gäste und vor allem das Brautpaar und dank der praktischen Spiegelneuronen stellen sie sich irgendwie unbewusst einfach vor, dass sie selber ihren Hochzeitstag (wieder-) erleben. Und sie freuen sich einfach mit.

Das ist nicht immer so. Neid ist ein Tabu-Thema, aber sehr verbreitet. Laut eines gerade in der FAZ veröffentlichten Artikels ist laut Studien in etwa 60 % der Mobbing-Fälle Neid die Ursache. Man neidet dem Kollegen den schnellen Aufstieg, die Gehaltserhöhung, oder möglicherweise sogar Privates.

Da so selten über Neid gesprochen wird, häufen sich auch nicht gerade Tipps, wie man ihn los wird. Vorschläge im Artikel: sein Selbstwertgefühl stärken, und: einen solchen inneren Abstand bekommen, dass man es schafft, möglichst locker und humorvoll auf Siegesmeldungen reagieren. Und: wenn es gar nicht geht, den Erfolg des " Siegers" einfach relativieren ("Er hat zwar jetzt den tollen Job, aber ich habe das schönere Haus").

Ja, aber was macht man mit denen, die sogar ein schöneres Haus haben? Stimmt doch! Es gibt Menschen, die haben anscheinend tatsächlich alles! Menschen wie Heidi Klum (wunderbare Familie, Herkunftsfamilie, Gesundheit, sexy und berühmten Mann, viel Geld, Ruhm, Schönheit, am Ende sogar ein paar Freunde…), aber: kennen wir nicht alle solche Menschen? Mindestens eine Heidi Klum oder Brad Pitt hat doch jeder im Leben, der einen wunden Punkt trifft, weil er einfach alles hat oder gerade das, was man selber gerne hätte?

Klar, statistisch gesehen muss es das einfach geben, einen minimalen Prozentsatz Menschen, die tatsächlich alles haben. Die Statistik zu akzeptieren, fällt uns allerdings schwer. Wie behelfen wir uns also häufig? Als ich mich letzthin über Heidi Klum „Neid-technisch" beschwerte, winkte mein Gegenüber ab und zitierte ein böses Gerücht, dass über Heidi Klums Ehe anscheinend im Umlauf ist! – – Und schon ist die Welt wieder in Ordnung…

Denn allzu häufig ist der Weg zu der anderen Lösung sehr, sehr weit: sich mit den ganz wenigen Menschen auf der Welt, bei denen (immer nur: eine Zeit lang (!) ) vieles oder einfach alles hervorragend läuft, einfach freuen zu können!

(Foto: Edgar-Karten)

Donnerstag, 28. April 2011

Anna Karenina!

Ich sage euch, lest dieses Buch nicht! Eure sozialen Kontakte und eure Arbeit könnten leiden, und vor allem: eure Nächte könnten leiden, denn ihr könntet dermaßen hineingezogen werden in diesen Roman, dass ihr sogar froh und dankbar Schlafmangel hinnehmen könntet!

Ohne Sekundärliteratur gelesen zu haben: in dieser modernen Übersetzung ist der Text unglaublich geradlinig und klar. Tolstoi beobachtet sehr aufmerksam jeden kleinen Beweggrund seiner Figuren und ergreift niemals wirklich Partei, sondern lässt jede Person einfach in ihrer Komplexität stehen. Dabei auch eine interessante Erfahrung: die Werte und inneren Nöte der einzelnen Personen sind für uns (also: für mich) teilweise überhaupt nicht mehr nachvollziehbar.
Dazu erfährt man von Tolstoi hier bis ins kleinste Detail, wie der Alltag in Russland um das Jahr 1875 sich anfühlte, besonders interessant für mich dabei: die Strömungen, die in die Richtung der Ereignisse von 1917 führen sollten lassen sich bereits ein wenig voraus fühlen.

Vor allem aber: die Geschichte hat einen unglaublichen "Zug drauf", etwas was man im Englischen bezeichnen würde mit: “unputdownable".

Also denjenigen, die wie ich nicht widerstehen können: Viel Spaß!

Mittwoch, 27. April 2011

Cool bleiben und trotzdem: Hochzeit gucken?

Ich weiß, ich weiß, die Medien sind so voll davon, und nun auch hier?

Hier jedoch eine Zuflucht für offizielle Hochzeits-Muffel: Im Bild seht ihr ganz diskret den Programmablauf der Hochzeit (dank TV Spielfilm), damit ihr eure Meetings und Telefonate ganz im Geheimen neben der YouTube-Übertragung (neben den vielen sonstigen Fernseh- und Livestream-Optionen) einplanen könnt.



Alternative natürlich: ca. zwischen 11:00 und 14:00 Uhr Zug fahren (keine Reservierung notwendig!), Einkaufen gehen, endlich mal auf der Autobahn alleine Formel 1 spielen… Nachteil natürlich: man ist ganz alleine und fühlt sich ausgeschlossen von 2,5 Milliarden Menschen – – und wer will das schon!

Dienstag, 26. April 2011

Wochenend-Nostalgie?



Für alle, die nicht gerade auf Bali, in Paris oder auf Sylt sind, sondern deren (Oster-) Wochenende gründlich zu Ende gegangen ist. Und natürlich für alle, deren Woche nicht wegen der bevorstehenden – ja, auch ich spreche es an!: königlichen Hochzeit super-kurz ist (sprich alle Nicht-Engländer): viele Klagen ja über das Phänomen, dass, sobald das Wochenende vorbei ist also der erste Tag des Alltags anbricht, all die schönen Dinge vom Wochenende wie weg gewischt sind.
Abhilfe: ein paar Bilder, die ein frühlingshaftes Oster-Wochenende wie aus dem Bilderbuch in den Tag bringen!