Freitag, 8. April 2011

Logos, nun wissenschaftlich

Logos, nun wissenschaftlich
Teil 1

Ich persönlich mag es nicht, Logos sichtbar zu tragen. Gerade in diesen Tagen jedoch wird wissenschaftlich bestätigt, dass viele Menschen meine Logo-Abneigung (vergleiche Angeben mit Abercrombie) nicht verstehen würden: nach einer laut Economist gerade erscheinenden Studie von Rob Nelissen und Marijn Meijers von der Tilburg-Universität in den Niederlanden ist bestätigt:

1. Markenkleidung ohne sichtbares Logo wirkt nicht.
2. Wenn man Kleidung und Ähnliches mit einem sichtbaren Logo trägt, bekommt man
-größere Kooperationsbereitschaft von anderen (bis hin zur Spenden-Bereitschaft bei entsprechenden Aktionen!)
-mehr Job-Empfehlungen,
-zu Aussichten, einen Partner zu finden, hat sich die Studie anscheinend nicht geäußert, da kann man nur spekulieren…

Weiter siehe nächster Post weiter unten

Logos, nun wissenschaftlich Teil 2


(Teil 1 vergleiche nächster Post oben (Ich persönlich mag es nicht, Logos sichtbar zu tragen. Aber: Laut einer Studie verstärken Marken-Kleider nur dann Kooperationsbereitschaft von anderen Menschen, wenn das Logo sichtbar ist))


Es wird argumentiert: ursprünglich hatte der Blick aufs Äußere möglicherweise evolutionstechnische Gründe, Schönheit könnte auf Gesundheit hindeuten und somit auf einen genetisch attraktiven potentiellen Partner. Dann könnten wir ja hoffen, dass sich unsere Gehirne umgewöhnen und feststellen, dass Kleider auch gefälscht, geklaut oder das Geld dafür auf kriminelle Weise erworben sein kann und dass sie bezüglich wirklicher Attraktivität des Gegenüber nicht aussagekräftig sind.
Das glaube ich jedoch nicht: da sich in unserer Gesellschaft sozialer Status, also de facto gesellschaftliche Attraktivität stark über Geld definiert, macht diese Logo-Anerkennung auf eine (mir etwas unangenehme) Weise Sinn: Markenkleidung lässt auf einen gewissen "Erfolg" im Leben schließen, damit erhöht sich also die Attraktivität des Betreffenden.

Fazit? Ich plädiere für abnehmbare Logos (gesehen zum Beispiel bei Taschen von Boss und Michael Kors): Will man in bestimmten Kreisen Unterstützung, Job-Empfehlungen oder Spenden, befestigt man das Logo auf seiner Klamotte. Und ansonsten – es soll ja auch noch Menschen(-Gruppen) geben, die sich von Logos nicht beeindrucken lassen!

Mittwoch, 6. April 2011

Angeben mit Abercrombie

Ich scheine der einzige Mensch zu sein der versucht, Logos auf Kleidung und auf Taschen (sofern ich luxuriöser Weise welche habe) möglichst unsichtbar zu tragen.
Ich finde nämlich, dass die Gegenstände einfach für sich sprechen sollten, ihre Qualität, Schönheit, Originalität.
Heute mittags im Café erblickte ich allerdings das Gegenteil: draußen (Raucher!), in Decken gewickelt, saßen zwei wohl hippe Menschen, die sehr gut sichtbar, demonstrativ eine Abercrombie & Fitch -Tüte auf dem Tisch thronen ließen, sicherlich stundenlang (obwohl es jede Menge andere Stellen gegeben hätte, wo sie sie hätten abstellen können). Da es in Hamburg passierte, sollte dies vermutlich sogar ein besonderes Statement darstellen: Nicht nur, dass sie cool sind und vermutlich (wenn auch nicht zwingend) Kleider dieser Marke gekauft haben, sondern, dass sie in einer Abercrombie-Filiale waren, obwohl es eine solche in Hamburg noch gar nicht gibt (oder hat plötzlich doch eine aufgemacht?)! Die Aufregung in dieser Stadt ist nämlich groß, etwa im Herbst 2012 (!!) soll hier endlich auch eine Filiale eröffnen. (Diese Filialen sind zugegebenermaßen deswegen etwas Besonderes, weil im Eingang immer atemberaubende männliche Models halb nackt posieren, gerne von Passanten fotografiert, genauso wie auf dem Tütchen).
Der Clou: Abercrombie & Fitch soll eigentlich schon wieder längst out sein, man geht eigentlich bei Hollister einkaufen (Filiale längst in Hamburg)! Also Tütchen ganz vergeblich aufs Tischchen gestellt?

Dienstag, 5. April 2011

Book Club - nicht in Deutschland!



Letztens redeten wir uns mit Freunden endlich wieder einmal die Köpfe heiß über ein Buch, und dabei fiel mir auf: wieso gibt es eigentlich in Deutschland nicht Bücherklubs? In Amerika gehört das ja seit sehr langem zur Tradition, dass man sich regelmäßig trifft, vereinbart welches Buch alle lesen wollen und dann eifrig darüber diskutiert.
Ist es zu altmodisch? Glaube ich nicht – Doppelkopf wird ja auch immer noch gespielt!
Hat heute niemand mehr Zeit dafür? Glaube ich auch nicht – siehe Doppelkopf!
Eine Amerikanerin, die seit zehn Jahren in Deutschland lebt meinte dazu, es läge an folgendem: während es in den USA völlig sportlich gesehen wird, über Meinungsunterschiede zu diskutieren, gehe es in Deutschland immer nur darum, wer Recht hat. Dadurch sei jegliche Meinungs- oder gar Geschmacks-Verschiedenheit mit großem Risiko verbunden, nämlich dem Risiko des Gesichtsverlusts.
Stimmt das? Haben wir in Deutschland hier einen geradezu asiatischen Moment, das unbedingte Gebot der Gesichtswahrung?

(Foto: Lathodesign, Ulrike Gruch)

Montag, 4. April 2011

Lunatic Longhoody

Frühlings-Shopping! Herrlich! In letzter Zeit auch besonders (überflüssig und deshalb) luxuriös und wundervoll: fantasievolle Namen und poetische Kleider-Anhänger, die überall an den neuen Sweatshirts, Hemden und ähnlichem angebracht sind!