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Dienstag, 13. Oktober 2015

Was ihr wollt






Rechtzeitig, RECHTZEITIG vor Geburtstagen und Weihnachten dies besorgen:


Produkt von Worldwide co

Dies sind nämlich 
Aufkleber, die man auffällig/unauffällig auf schöne Dinge verteilen kann/soll, um seine Nächsten/seinen Partner auf diejenigen Dinge hinzuweisen, die sie einem eventuell möglicherweise doch bitte gerne als Geschenk kaufen mögen.

Diese Erfindung passt sehr gut zu dem 
Trend, dass sich anscheinend sehr viele Menschen nur Bestelltes/Gewünschtes (nicht nur aber auch zu Weihnachten) schenken. http://janablog1.blogspot.de/2011/12/eigene-geschenkideen-out.html

Diese Get-the-hint-wish-list ist allerdings nur für analoge Zeiten gemacht, und man fragt sich nach anfänglicher Begeisterung dann doch, 
wo genau man diese Aufkleber anwenden könnte: mit seinem Partner durch einen Buchladen gehend und eine Spur aus diesen Aufklebern hinter sich ziehend? In einem wunderbaren Klamotten-Laden in Anwesenheit des Partners hoffen, dass diese Aufkleber an Textilien haften bleiben?

Man bräuchte 
so etwas also noch in digitaler Form, es müsste eine Wish-Hint-App geben (gibt es die vielleicht inzwischen schon?). Das wäre zudem etwas unauffälliger und damit könnten auch diejenigen ins Boot geholt werden, die sich ganz traditionell die romantische Alternative erhalten wollen:
sich ein Geschenk für den andern ohne Rücksprache ausdenken oder wenigstens selber entscheiden, ob und was von dem Gewünschten sie verschenken wollen. (Auch dieses Prinzip kann allerdings viele Komplikationen mit sich bringen, wie man hier sieht: http://janablog1.blogspot.de/2013/12/wegen-eltern-kein-geschenk.html, http://janablog1.blogspot.de/2013/12/schenken-virtuell-ideen.html, http://janablog1.blogspot.de/2013/08/geschenk-hab-ich-schon.html)

Und aufpassen: Mit der Wish-Hint-App würden sich ganz langsam übers Jahr kleine Hinweise ansammeln, und es würde dann doch eine Wunschliste entstehen… Schon wären wir wieder bei den trendigen Bestell-Listen!

Fest steht: Sollte die vorliegende analoge Version der Get-the-hint-wish-list wirklich groß herauskommen, wird man die Wish-Hint-Aufkleber mit eigenen Initialen versehen müssen, damit der Partner der richtigen Spur durch den Laden folgt!

Und sehr lustig wäre auch zu beobachten, wie ein Spielzeugladen aussehen würde, wenn man Kindern diese Aufkleber in die Hände geben würde! Oder das Zimmer eines befreundeten Kindes, oder so manches Spielzeug auf dem Spielplatz, oder Geschenke, die gerade frisch bei einem Kindergeburtstag verschenkt wurden an ein anderes Kind! Nametags als Gebot der Stunde, und alles wäre rot-weiß!

Produkt von Worldwide co

Insgesamt jedoch bleibt diese Erfindung
Get-the-hint-wish-list
bis zur Erfindung der zugehörigen Wish-Hint-App vor allem eins:
ein wunderbares Gag-Geschenk für ein Advents-Kalender-Päckchen, einen Nikolausstiefel, als Mitbringsel in der Vorweihnachtszeit... oder für eine Hochzeits-/Bachelorette-Party! 









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Mittwoch, 26. August 2015

Screen Schatz

(Aus der Reihe: Magie im Alltag)






Gefunden bei den Umkleidekabinen eines
 normalen Bekleidungsgeschäfts…
Bekommt ihr auch seltsame WhatsApp-Nachrichten?

Stellen Leute merkwürdige Fragen zu euren Smsen, Twitter-Texten und Co?

In Eile ungeprüft schicken wir unsere Texte häufig raus, und dann gewinnt:

Autokorrektur, Siri & Co.

Fast wäre es schade, wenn die Programmierer all ihre Fehler ausmerzen würden, denn schaut,
wie bunt das Sprach-Leben mit Siri & Co. werden kann: 

Erst einmal ist sehr erstaunlich,
was Siri und Autokorrektur alles überhaupt nicht weiß:

zum Beispiel merkt sie sich 

nicht den Namen ihres Herrchens, und tut jedes Mal als ob er zum ersten Mal fallen würde (ich sage nur: 

-Erna Blog).

Überhaupt scheint sie mit Familien ein Problem zu haben:

Sie kennt weder 

-Kindergeburtstag noch einen 
-Angehörigen.

Manchmal denkt sie mit, und ihr Angebot ist naheliegend (Der erste Begriff ist jeweils der von JanaBlog getippte oder diktierte, der zweite derjenige, der von iPad oder iPhone geschrieben wurde.):

-Bionade: Bioladen

Komplett am Thema vorbei dagegen:

-Taoismus: Terrorismus

(und wenn man auf Taoismus besteht, signalisiert die Autokorrektur dem Nutzer, dass er Taoismus korrigieren soll und bietet dafür immerhin 
-Talismans an oder gar 
-Dauerismus, 
dann jedoch, auch nicht viel besser als am Anfang:

-Taoismus: Maoismus)

Fies:

-Lipgloss: lieblos 

-Bustiers: Brustkrebs
(Programmierer, dies ist einfach zu makaber, denn einfach physisch zu nah am Thema!)

Überraschend altmodisch:

-Lidschatten: Kurschatten

-Post-its: Postkutsche 

Störrisch:

-Knalloranges: Knallgrünes 
(Warum kann es nur Farbe "Knallgrün" und nicht Knallorange geben?? Und ja, das Wort "knallorange" gibt es im Deutschen, liebe Siri!)



Zitat von Rainer Maria Rilke


Die JanaBlog-Lieblingsabteilung ist jedoch die der 
Autokorrektur/Siri-Neuerfindungen:

-Raummitte: raufbitte (tatsächlich: süß kleingeschrieben)

-durchsichtige Strumpfhosen: durchsichtige Strahlsenders*. 

(Wenn man "Strahlsender" übrigens absichtlich diktiert, um es euch hier vorzuführen, sagt Siri: 
-Karl sende 
oder 
-Straße denn)

-Bodys: Holister, Doris oder Polis

-Badeschlappen: Badeschwämmen

-Sneakersöckchen: flieger wörtchen 

-Sonnenmilch: Sonnenfisch - (oh Pardon: den Fisch gibt es wirklich! https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sonnenfisch)

((Habt ihr auch ein wenig den Eindruck, dass JanaBlog nur Sommerurlaub-Packlisten erstellt?…))

Englisch oder Deutsch? 
(Alle Beispiele hier wurden ausschließlich mit deutscher Tastatur geschrieben):

-High Heels: hi hills  
((Bemerkenswert, da ja beide Wörter auf Englisch geschrieben wurden im deutschen Siri, sogar die englische Kleinschreibung wurde eingehalten. Verständlich wäre doch eher gewesen wenn die Autokorrektur dies in etwas Deutsches verwandelt hätte. Und wenn schon ein englischer Ausdruck, dann kann man doch wohl auch High Heels kennen, liebe Siri!)

-Kindle: Kleine Belege 
(wieso kennt Autokorrektur/Siri plötzlich einen der heutigen englischen Grundbegriffe nicht?)

-Screenshots: Screen Schatz 
(fällt zugleich unter absolut preisverdächtigte Neu-Wort-Erfindungen!!)

Gelegentlich wird AutoKorrektur/Siri aber auch geradezu

innovativ-philosophisch**:

Statt

-liebe Glückwünsche zum Geburtstag: 

                                     Liebe "Visionen" zum Geburtstag!

Wunderschön.







* Hier ist tatsächlich nur der Plural falsch. -- Ihr kennt noch keine Strahlsender? Hier die Auflösung: 
..."Strahlsender sind Teil einer Technik zum Anzeigen der Form einer Fahrbahnoberfläche vor einem Fahrzeug. Die Technik sieht einen Strahlsender vor, der einen oder mehrere Strahlen auf eine vorgegebene Schicht zur Fahrbahnoberfläche vor einem Fahrzeug aussendet...."
** ((JanaBlog super-korrekt:)... und ausgerechnet dann wenn in Hochform tat dies die Autokorrektur nicht bei JanaBlog direkt, sondern in Geburtstags-Wünschen einer Freundin in einer WhatsApp-Gruppe.)


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Donnerstag, 19. Juni 2014

Geburtstags-Post




Die typische Geburtstags-Entscheidung,
am besten dargestellt von Edgar Freecards
(war allerdings eine Werbung für die Wahlen am 25.5.2014)
Wir feiern unsere Geburtstage nicht mehr!
Geht's mit dem Geburtstag insgesamt bergab?

Es gibt ja ohnehin zwei Gruppen Geburtstags-Menschen:
diejenigen die Geburtstage gerne feiern oder die zumindest am Geburtstag so weich geklopft sind, dass ihnen nicht entgeht wer anruft und wer nicht.
Und dann gibt es die Gruppe, behauptet dass

ihnen der Geburtstag nicht wichtig ist und sie an diesem Tag völlig emotionslos sind.
Ob die zweite Gruppe keine schönen Kindergeburtstage gehabt hat oder eben zu viele, ist im Grunde egal, denn jedenfalls

vollzieht sich eine stille Revolution.
Oder beobachtet ihr den Trend in Deutschland (!*) nicht auch?
Was noch bei unseren Eltern fast undenkbar war und heute noch auf dem Land ungewöhnlich ist: 
Sind bei Erwachsenen Geburtstags-Feiern nicht sehr viel seltener geworden?
Sagen eure Freunde nicht selbst vor einem runden Geburtstag: Ich mache nichts, fahre wahrscheinlich über ein Wochenende nach New York/Stockholm/in ein Wellness-Hotel/auf eine Kreuzfahrt oder alles zusammen?

Warum?
1. Empfinden wir mehr Freiheit so zu feiern wie wir wollen und auch nicht zu feiern, ohne eine gegenseitige Verpflichtung eingehen zu müssen – in dem Sinne „wenn ich bei dir eingeladen bin, muss ich auch eine Party ausrichten und dich einladen „ –?
2. Wollen wir nicht an unser Alter erinnert werden? Machen wir uns heute wirklich so sehr vor, dass unser Alter keine Rolle spielt, weil wir so jugendlich aussehen im Vergleich zu unseren Eltern?
3. Haben wir schlicht keine Lust darauf, als Geburtstagskind die ganze Mühe zu haben, eine Party ausrichten zu müssen?
(3a. Sind wir durch die Ausrichtung von Kindergeburtstagen so erschöpft, dass keine Kraft für einen eigenen Geburtstag übrig bleibt?)
4. Haben wir nie gelernt oder uns abgewöhnt, selbst bei einer erfreulichen Gelegenheit auch mal im Mittelpunkt zu stehen? Gönnen wir uns das nicht?
5. Sind uns die Kosten einer Feier zu viel?
6. Weichen wir möglichen Verletzungen in der Welt der komplizierten Mathematik der Kontakte aus, nämlich: „Wer ruft mich am Geburtstag an und wer nicht, wen lade ich ein und wen nicht? Wem will ich signalisieren, dass ich mehr Kontakt haben möchte? Und wer wird eingeladen und kommt einfach nicht?“
(Und erwähnen wir deshalb, dass wir ein lockeres „Sommerfest, stattdessen, irgendwann geben möchten“ und weichen damit der Tatsache aus, dass ein Geburtstag emotionaler ist und mehr wiegt als einfach (eine Absage für) ein Sommerfest?)

JanaBlog-Hitliste:
Gewinner: Nummer 3.,
zweiter Platz möglicherweise: die 6. kombiniert mit der 1.
Menschen in angelsächsischen Ländern verstehen unser deutsches Prinzip nicht, dass das Geburtstagskind an seinem Geburtstag nicht verwöhnt wird oder gar mit einer Überraschungsparty gebührend gefeiert wird, sondern dass es für die Ehren-Person ein besonders stressiger, wenn auch erfreulich hektischer Tag ist.


JanaBlog-Fazit:

Schade, falls (falls!) es mit dem Geburtstag bergab geht, denn insgesamt sind die rituellen Zusammenkünfte ohnehin weniger geworden (oder wie viele Taufen erlebt ihr noch**?) und es könnte sein dass
wir unterschätzen, wie stark jedes Ritual auf unseren (in der Mammutjäger-Zeit entwickelten) Kopf und unser Herz wirkt, bei dem die eigene Familien-/Nachbarn-/Freundessippe einen bestärkt, Zuneigung und Zusammenhalt signalisiert.
Während die komplizierte Kontakt-Mathematik von der Nummer 6. auch an einem Geburtstag ohne Feier zum guten Teil unvermeidlich ist, kann man die unter 1. genannte „gegenseitige Verpflichtung zu feiern“ („wenn ich zum Geburtstag eingeladen werde, muss ich dich ja danach ebenfalls einladen“) als Last empfinden, oder als Stärkung eben des (heute manchmal ohnehin schon sehr abstrakten) Sippen-Zusammenhalts (oder sich die Freiheit zu nehmen, sie locker zu ignorieren).
Jedenfalls sollten wir nicht über „zu viele Single-Haushalte und Vereinsamung in Städten“ jammern so lange wir die Magie des Feierns nicht nutzen…

JanaBlog-Idee:
… aber wir könnten möglicherweise auch darüber nachdenken, ob wir einen
weiteren großen Umschwung schaffen könnten:
nämlich ob wir aufhören könnten vom Geburtstagskind zu erwarten dass es eine ganze Party ausrichtet, sondern ihm die Mühe zumindest zum guten Teil an seinem Ehrentag abzunehmen.
Wer weiß, dann kommen vielleicht auch die scheuen oder gar die coolen Anti-Geburtstagskinder aus der Deckung und freuen sich doch!





*Ob das auch in anderen Ländern so ist? Was sagt ihr?
**Andererseits: Wir erfinden dafür neue Feier-Anlässe, wie zum Beispiel die Scheidung, also kein Grund zur Beunruhigung?
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/scheidungspartys-wenn-das-ende-der-ehe-zum-fest-wird-a-950375.html


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Freitag, 17. Mai 2013

Juristen, nicht mehr cool?








Sucht ihr händeringend gute Mitarbeiter? Seid ihr schon verzweifelt?
Probiert ihr bei eure Stellenanzeigen deshalb etwas Neues?
Als Bewerber: findet ihr diese Anzeigen hier cool?

Die Juristen suchen händeringend, und sie haben es besonders schwer, denn ihnen werden die einwandernden jungen Spanier und Italiener nicht helfen: sie brauchen ja einen Abschluss im deutschen Rechtssystem.
Früher bewunderte ich das Niveau der Stellenanzeigen von Anwaltskanzleien. Wirklich! Besonders einfallsreich, elegant, und trotzdem seriös.
Leider machte ich damals keine Fotos, denn: damals gab es JanaBlog noch nicht.

Und was sieht JanaBlog jetzt?
Ein wenig Kindergeburtstag in den Anzeigen, oder?











Diese drei Anzeigen sind übrigens nicht über einen Zeitraum hinweg gesammelt, sondern stammen aus ein und demselben Heft der Anwaltszeitschrift Juve*, mit dem folgenden Titel:



Wen wollen die Kanzleien heutzutage ansprechen?
Sagen diese Anzeigen mehr über die Bewerber aus, denen die Kanzleien in 2013 gewöhnlich begegnen?




Aber nicht cool?

Liebe Kanzlei Pöllath und Partner (die Autoren der obersten Zorro-Anzeige): das ändert mal besser! Nicht nur wird John Grisham vor Verwunderung rotieren, und die meisten Bewerber und Kollegen würden den Verdacht auf Uncoolness weit von sich weisen, sondern: Bekanntermassen entscheidet der Coolnessfaktor eines Produkts/Firma/Marke über die Attraktivität eines Unternehmens für gute Kandidaten.

Anders gesagt: Seriosität hat einer Anwaltskanzlei noch nie geschadet, "Witzig" muss heute anscheinend auch dabei sein, aber eins bleibt: Jeder will am liebsten für eine coole Marke arbeiten, denn: Dann (denkt er) ist er selber cool!









* Juve April 2013, Nr. 16





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