Freitag, 10. Januar 2014

Mit Bildern allzu unbekümmert.






Foto Auktionshaus Michael Zeller,
zeigt einen Nagelfetisch-/Reliquienfigur
der Ba-Kongo – und ist ein
exzellentes Beispiel dafür, wie echt und 

schmerzlich
 Nagelfetische wirken können.
Blockieren euch die Bilder, die ihr in der Wohnung hängen habt, ohne dass ihr es merkt?
Tun manche euch einfach nicht gut?

Bilder sind mächtig.

Und Bilder die wir immer wieder sehen, zu Hause oder im Büro, verinnerlichen wir geradezu.

Ein Bauunternehmen, das in die Pleite zusteuerte, beauftragte einen Berater*. Was stellte der fest? In den altehrwürdigen Büroräumen hingen ausschließlich Bilder von Abrissbirnen in Aktion.

In manchen Wohnzimmern hängen nicht nur Fratzen schneidende afrikanische Masken, sondern stehen Nagelfetische neben dem Sofa.

In dem New Yorker Esszimmer von Gloria von Thurn und Taxis hängt eine mannshohe Fotoarbeit, die ein düsteres "9/11 In New York"** zeigt.

In so mancher Wohnung hängen Bilder von Gewalt, von blutenden, leidenden Menschen.

Im Wohnzimmer einer Familie - mit einer bezaubernden Hausherrin - hängt ein großes Foto vom dem damals sehr jungen Model Kate Moss.




Foto von Kate Moss von Wolfgang Tillmans und die Hausherrin Claudia Hornemann
 in ihrem Haus, fotografiert von Wolfgang Stahr und veröffentlicht im Buch "Stilikonen unserer Zeit"
von Ralf  Eibl und Wolfgang Stahr

Hat der Bauunternehmer statt Bau-Visionen unterbewusst immer wieder die Zerstörung von Bauwerken verinnerlicht?
Leiden die Betrachter des Nagelfetischs mit dem von Nageln durchbohrten Menschen mit?
Denken die New Yorker Dinner-Gäste immer wieder an den schrecklichsten Tag ihrer Stadt zurück?
Und: Vergleicht sich die Hausherrin oder eine Tochter der Familie täglich mehrmals mit der superschlanken Figur/Schönheit von Kate Moss?



Fotoarbeit von Thomas Ruff im Essbereich
der Wohnung von Gloria von Thurn und Taxis,
 fotografiert von Wolfgang Stahr und veröffentlicht
 im Buch "Stilikonen unserer Zeit" von Ralf  Eibl
und Wolfgang Stahr.
Kurz, JanaBlog-Frage:

Kann unser Gehirn ständig den kleinen Haken schlagen und denken:
Dies ist nur ein (ironisches) Kunstwerk, ist ja einfach cool zu sehen!
Oder: Dies ist ein Kunstwerk! Das ist nicht echt! Davor brauche ich keine Angst zu haben! Ich muss mich nicht in die blutenden zerstochenen Menschen einfühlen die ich hier sehe!


JanaBlog-These:

Eher nicht.

Ich glaube dass man sich immer wieder bewusst ein starkes, "negatives, ja destruktives" Kunstwerk ansehen kann und all das von ihm mitnehmen und erfühlen kann, was es einem sagen will. Und das auch zutiefst genießen kann, denn all das Negative, Schmerzliche, Gewalttätige in der Kunst ist sehr wichtig: Es gehört zum Leben.



Diese blutenden Menschen hängen immerhin nicht im Wohnzimmer,
sondern im Showroom des Labels Parenti, befindlich im Wohnhaus der Labelgründerin Sabine Parenti.
Wie das Bild zum Wohlfühl-Produkt luxuriöser Kaschmir-haltiger Kleidung passt, ist unklar. In einem Wohnzimmer jedenfalls würde es ganz schön dramatisch wirken
Kunstwerk von Eric van Lieshout, fotografiert von Wolfgang Stahr und veröffentlicht im Buch "Stilikonen unserer Zeit" von Ralf  Eibl und Wolfgang Stahr.

Aber zu Hause, wo man auch mal/häufig müde ist, wird der Kopf den Umweg nicht immer schaffen.

Für das Gehirn und den Körper scheint es ja bereits keinen Unterschied machen, ob er etwas real erlebt oder nur träumt oder visualisiert. Wer schon einen Albtraum erlebt hat weiß: Die physischen und psychischen Auswirkungen sind exakt die selben.

Warum sollte es mit Bildern anders sein, denen wir sehr häufig und meist unbewusst und manchmal sogar erschöpft "ausgeliefert" sind?
Und da wir mit Spiegelneuronen dazu tendieren automatisch das Gleiche zu fühlen wie unser Gegenüber (auch ein geträumtes, visualisiertes, fotografiertes oder gemaltes virtuelles Gegenüber), bekommen wir jedes Mal wenn wir an dem Bild leidender Menschen vorbeigehen (meist unbewusst, aber für unser Hirn und unseren Körper signifikant) einen kleinen Stich: "Au, das muss ja weh tun".

Oder wir fühlen jedes Mal, wenn wir (bei Gloria von Thurn und Taxis eingeladen sind und) zum "9/11-Bild" hin blicken, den mit jenem Tag verbundenen Schreck und Schmerz. Statt sich auf das Positive zu richten, das, was anderweitig interessant ist an der Stadt oder was wir uns wünschen vielleicht - für die Stadt und für uns.

Und Models an der Wand?

Man weiß, dass es schwerer ist abzunehmen, wenn man Essen auf Bildern in Wohnräumen sieht (http://janablog1.blogspot.de/2012/01/gefahrliche-bilder.)
Im Gegensatz dazu könnte ein Model-Bild an der Wand vielleicht zum Abnehmen anregen - also:

Singles die zunehmen wollen: Statt dünner Models lieber Food-Fotos aufhängen.

Für andere Singles sind Models an der Wand okay, aber:
Wenn in Zukunft ein Lebenspartner beginnt, unwillkürlich täglich das Vergleichs-Bild zu betrachten (und auf sehr junge sehr dünne Damen steht), geht jedenfalls für durchschnittlich eitle Partnerinnen nur eins: rechtzeitig das Model

durch ein anderes Bild ersetzen!







So wirkt ein Bild einer Abrissbirne. 
Foto: Leipzig Fernsehen
* Diese Anekdote pflegt einer der besten Kommunikations- und Selbstmanagement- Experten zu erzählen, Robert Dilts.
**Dies ist nicht der offizielle Name des Kunstwerks!










Ähnliches von JanaBlog:
http://janablog1.blogspot.de/2012/01/gefahrliche-bilder.html
http://janablog1.blogspot.de/2013/06/kirmes-schadel-und-groartig-ekliges.html


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