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Donnerstag, 1. November 2012

Und? Latinum?









Sollte man heute in der Schule noch Latein lernen? Seid ihr froh es gelernt zu haben, oder wünscht es getan zu haben oder bereut ihr so viel Lebenszeit in eine tote Sprache investiert zu haben?

Diese Aufschrift aus dem wundervollen Münster von Bad Doberan ist besonders, denn wie ihr seht, wurde sie für die gewöhnlichen Gläubigen praktischer weise übersetzt:


"geht" ein schreckliches Wort "kommt her" ein seliger zuruf
argen ertönet das "geht", aber den guten das "kommt"!


Das ist ja nicht immer so. Da könnte man denken, ein Latinum kann man immer gut gebrauchen. Aber selbst mit einem großen Latinum: wie viele Kirchen-Zitate in Sehenswürdigkeiten könnt ihr sozusagen "für den Hausgebrauch" wirklich übersetzen? Wie viel also hat es euch gebracht?

Pharmakologen, Mediziner, Historiker, Theologen, sie brauchen Latein natürlich.
Tatsächlich sagen zum Beispiel auch Juristen, dass die verschachtelten Gesetzestexte und juristische Argumentationen mit Latein-Kenntnissen leichter zu erfassen sind.
Man sagt, auch den anderen unter uns täte es gut - nämlich um komplizierte logische Strukturen erfassen zu lernen.

Jetzt fragt JanaBlog ketzerisch: Sind andere, lebendige Sprachen nicht auch hinreichend schwer und schlägt man mit ihnen nicht zwei Fliegen zugleich?

Französisch oder Spanisch beispielsweise sind genauso kompliziert und könnten die künftigen Studenten ebenso gut auf die Verschlungenheiten akademischer Texte vorbereiten und ihnen zugleich auch noch gleich mehrere Kulturen nahe bringen!

Pharmakologen & Co könnten ja Intensiv-Kurse in Latein belegen, als Teil ihrer Ausbildung. Sie würden ihnen nach Schul-Kenntnis von komplexen spanischen Texten bestimmt leicht fallen.

Ich meine ja nur:
In Zeiten, in denen es in Europa immer weniger angesagt ist, fremde Sprachen zu lernen, weil die ganze Welt sich auf Englisch geeinigt hat, wäre es schön, lebende um nicht zu sagen lebhafte Sprachen zu fördern.
Und die Latein-ersparte Zeit in so dringend benötigte "Fächer" investieren wie Wirtschaft, Selbstmanagement, Vorbereitung auf die Berufswahl ...

Was meint ihr?

Während ihr nachdenkt und tippt genießt den Anblick dieses herrlich erhaltenen mittelalterlichen Münsters. Ihr merkt schon, eine JanaBlog-Empfehlung!






















Ähnliches von JanaBlog:
http://janablog1.blogspot.de/2012/10/ohne-antwort.html

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Mittwoch, 7. September 2011

The winner is: English, but not the English

Englisch hat als verbindende Sprache der Welt gewonnen. Dennoch: die Welt eifert nicht (mehr) der perfekten Aussprache des britischen Englisch nach, jeder darf in seinem mittelmäßigen Landes-Akzent radebrechen wie er möchte. Das echte britische Englisch versteht sogar kaum jemand!

Noch vor 15 Jahren war es fast noch unentschieden, ob wir alle Französisch ("wegen EU und so“ – –) oder Englisch lernen sollten, wer besonders raffiniert war lernte beides.
Vor fünf Jahren noch dachten wir, wir müssten alle chinesisch sprechen, aber mittlerweile scheint es entschieden: wir müssen nicht Chinesisch lernen, wir müssen auch schon auf gar keinen Fall Französisch lernen, möglicherweise noch nicht einmal Spanisch (jedenfalls wenn wir nicht in Kalifornien leben)! Denn die Zeit hat uns überholt: Englisch ist das wahre Esperanto der Welt. (Glaubt ihr nicht? Der ultimative Beweis: selbst die großen französischen Firmen haben nachgegeben und haben auf Englisch als Geschäftssprache umgeschaltet.)

Aber wer hätte gedacht, dass wir nicht alle in London (noch besser: Oxford oder Cambridge) Sprach-Kurse belegen müssen? Die Welt scheint sich komfortabler Weise auch auf Folgendes geeinigt zu haben: wir müssen Englisch noch nicht einmal akzentfrei sprechen können! (Fragt unsere asiatischen Geschäftspartner, Osteuropäer oder Südamerikaner!)

Wo man es lustiger Weise am besten merkt? Ausgerechnet London ist das beste Beispiel dafür! In Hotels, in Geschäften, an den Theken in Cafés trifft man unter den Angestellten fast nie Briten an, sondern immer Ausländer, die genauso akzent-beschwert sprechen wie man selbst. Viele aus Osteuropa, aus Asien, aus verschiedenen Teilen Europas… es ist immer wieder spannend herauszufinden, wo der andere herkommt, jedenfalls: britisch hört sich das alles nicht an! Und sollte sich doch ein Engländer zwischendurch hinein verirren, so ist sein Akzent nur einer von vielen…